Rückschau | Gelungener Auftakt für das Big Sister Mentoring Programm 2026
Mit dem Kick-off im Pioneers Club in Bielefeld ist das Big Sister Mentoring Programm offiziell gestartet. Sechs der insgesamt acht Mentoring-Tandems lernten sich erstmals persönlich kennen und legten den Grundstein für ihre gemeinsame Mentoring-Reise. Zwei weitere Tandems werden in der kommenden Woche zusammenfinden.
In einer offenen und wertschätzenden Atmosphäre kamen Mentorinnen und Mentees miteinander ins Gespräch und erhielten die Gelegenheit, sich kennenzulernen und erste Erwartungen an die Zusammenarbeit auszutauschen. Bereits beim ersten Treffen wurde deutlich, wie vielfältig die Erfahrungen und Perspektiven innerhalb der Tandems sind und wie bereichernd der Austausch zwischen erfahrenen Unternehmerinnen und Gründerinnen sein kann. Dieser wurde von einer Teilnehmerin als „elektrisierend im positiven Sinn“ beschrieben.
Die Gespräche drehten sich unter anderem um unternehmerische Herausforderungen, die Bedeutung des richtigen Mindsets und die Frage, was das Unternehmerinnensein ausmacht. Dabei standen Offenheit, gegenseitiges Vertrauen und das Lernen voneinander im Mittelpunkt – wichtige Voraussetzungen für eine erfolgreiche Mentoring-Beziehung.
Mit dem persönlichen Kennenlernen ist der Grundstein für die kommenden Monate gelegt. Nun beginnt die eigentliche Mentoring-Phase, in der sich die Tandems regelmäßig austauschen, Erfahrungen teilen und gemeinsam an den individuellen Zielen der Mentees arbeiten werden.
Wir freuen uns auf die kommenden Monate und wünschen allen Mentorinnen und Mentees viele inspirierende Gespräche, neue Perspektiven und eine bereichernde gemeinsame Zeit.


Am 14. Juli 2026 referierte Anna Mücklich von der co:nufactur München vor rund 110 Personalverantwortlichen zum Thema „Teams ins KI-Zeitalter führen – Künstliche Intelligenz als Chancengeber für Frauen im Berufsalltag.“
Zu Beginn zeigte die Referentin anhand von vier Leitgedanken auf, wie KI erfolgreich in Unternehmen eingeführt und genutzt werden kann. Im Mittelpunkt standen das richtige Mindset, die Bedeutung von Experimentierfreude, die Einführung auf verschiedenen Ebenen sowie die Rolle von Kultur und Führung.
Sie machte deutlich, dass die technischen Möglichkeiten bereits vorhanden sind, der Erfolg von KI jedoch vor allem von Qualifizierung, Unternehmenskultur und der Bereitschaft zur Veränderung abhängt. Häufig seien nicht technische Hürden das Problem, sondern Unsicherheiten und Vorbehalte gegenüber der neuen Technologie. In diesem Zusammenhang wurde auch die Bedeutung der KI-Nutzung für Frauen hervorgehoben. Da rund 29 Prozent der weiblich dominierten Tätigkeiten durch KI unterstützt werden können, gegenüber 16 Prozent der männerdominierten Tätigkeiten, sei es besonders wichtig, Hemmschwellen abzubauen und Frauen für den praktischen Einsatz von KI zu gewinnen.
Ein weiterer Schwerpunkt lag auf den psychologischen Faktoren bei der KI-Nutzung. Anna Mücklich betonte, dass KI-Kompetenz vor allem durch Ausprobieren entsteht und nicht durch perfektes Vorwissen. Gleichzeitig gewinnen menschliche Fähigkeiten wie kritisches Denken, Kreativität, Urteilsvermögen und Kommunikation zunehmend an Bedeutung.
Zum Abschluss wurde die Bedeutung einer positiven Fehlerkultur hervorgehoben. Da Veränderungen heute zum Arbeitsalltag gehören, seien Offenheit, Lernbereitschaft und die Möglichkeit, neue Wege ohne Angst vor Fehlern auszuprobieren, zentrale Voraussetzungen für eine erfolgreiche KI-Transformation.

Projektmanagerinnen Kompetenzzentrum Frau und Beruf: Petra Mattes und Kim Lasche
Referentin: Anna Mücklich von co:nufactur München
Mit dem Start des Big Sister Mentoring Programms 2026 fiel im Juni der Auftakt für acht neue Mentoring-Tandems. In zwei digitalen Vorbereitungstreffen wurden Mentorinnen und Mentees auf ihre gemeinsame Zusammenarbeit vorbereitet und erhielten die Gelegenheit, sich mit den Zielen, Rollen und Rahmenbedingungen des Programms vertraut zu machen.
Den Anfang machte das Treffen der Mentees am 16. Juni. Im Mittelpunkt stand die Frage, welche Chancen Mentoring für Gründerinnen bietet und wie die Zusammenarbeit mit einer erfahrenen Unternehmerin gestaltet werden kann. Die Teilnehmerinnen reflektierten ihre aktuelle Situation, tauschten sich über Herausforderungen im Unternehmensalltag aus und formulierten persönliche Erwartungen sowie Ziele für das Mentoring. Dabei wurde deutlich: Die Mentees bringen bereits vielfältige Kompetenzen mit. Das Programm soll sie dabei unterstützen, ihre Rolle als Unternehmerin weiterzuentwickeln und neue Perspektiven für die eigene Gründung zu gewinnen.
Im Vorbereitungstreffen der Mentorinnen am 18. Juni standen die Rolle und Haltung als Mentorin im Fokus. Gemeinsam wurde erarbeitet, was gutes Mentoring ausmacht: Vertrauen, Offenheit, Vertraulichkeit, Wertschätzung und Austausch auf Augenhöhe. Gleichzeitig wurden die Grenzen der Rolle thematisiert. Mentoring versteht sich als Erfahrungs- und Reflexionsraum, nicht als Coaching, Beratung oder Lösung aller Herausforderungen.
Beide Veranstaltungen verdeutlichten, dass erfolgreiche Mentoring-Beziehungen von Verbindlichkeit, gegenseitigem Respekt und Eigeninitiative leben. Darüber hinaus erhielten die Teilnehmenden einen Überblick über den zeitlichen Ablauf des Programms sowie die geplanten gemeinsamen Meilensteine.
Die acht neu gebildeten Tandems werden sich als nächstes bei einem Kick-Off-Event in Person kennenlernen. In den kommenden Monaten werden die Mentorinnen und Mentees ihre Zusammenarbeit vertiefen, Erfahrungen teilen und gemeinsam an den individuellen Entwicklungszielen der Gründerinnen arbeiten.



Mit der Kickoff-Veranstaltung, die in diesem Jahr in der Wissenswerkstadt in Bielefeld stattfand, ist unser Mentoring-Programm für qualifizierte zugewanderte Frauen in die neue Runde gestartet.
Bereits in den ersten Gesprächen zwischen Mentorinnen und Mentoren sowie den Mentees wurde deutlich, wie viel Offenheit, Motivation und gegenseitiges Interesse die Atmosphäre des Nachmittags geprägt haben. Insgesamt sind 21 Tandems entstanden, die nun über sechs Monate hinweg gemeinsam ihren Weg gehen werden. In dieser Zeit stehen persönlicher Austausch, gegenseitiges Lernen, berufliche Orientierung und der Aufbau wertvoller Netzwerke im Mittelpunkt.
Eine besondere Bereicherung des Kickoff-Events waren die Beiträge von Saikal Gerlach und Christina Zweigle. Mit persönlichen Einblicken aus ihrer eigenen Erfahrung als Mentee beziehungsweise Mentorin vermittelten sie, welche Chancen und Entwicklungen aus einer vertrauensvollen Mentoring-Beziehung entstehen können. Gleichzeitig gaben sie den neuen Tandems wertvolle Impulse und Motivation für die gemeinsame Zeit mit auf den Weg.
Wir freuen uns sehr auf die kommenden Monate voller inspirierender Begegnungen, neuer Impulse und persönlicher Entwicklungen und wünschen allen Tandems einen erfolgreichen und bereichernden gemeinsamen Weg.
Foto 1: Die Mentorinnen und Mentoren zum Mentoring Programm, OWL GmbH Kompetenzzentrum Frau und Beruf: (links) Eva Leschinski, Leitung und Wolfgang Marquardt Geschäftsführer der OWL GmbH
Foto 2: Mentoring Programm 2026, Wolfgang Marquardt Geschäftsführer der OWL GmbH, Petra Mattes Projektmanagerin OWL GmbH
Am 21.04.2026 referierten Marie Homann und Lisanne Bernsmann von der Organisationsberatung Rheingans vor rund 90 Personalverantwortlichen, Führungskräften und Interessierten zum Thema „Zufriedene Teams, starke Unternehmen – Stärkenbasiertes Arbeiten als Erfolgsfaktor“.
Im ersten Themenblock erläuterte Marie Homann, was eine echte Stärke ausmacht. Nicht alles, was Menschen gut können, sei automatisch eine Stärke. Während Kompetenzen oft erlernt werden, geben Stärken Energie, fallen leicht und sind dauerhaft vorhanden. Mitarbeitende, die ihre Stärken einsetzen können, erleben mehr Wohlbefinden und Engagement.
Anschließend stand im Fokus, wie Stärken im Team sichtbar gemacht werden können. Entscheidend sei weniger ein bestimmtes Testverfahren als vielmehr der offene Austausch: Welche Aufgaben fallen leicht? Wann entsteht Konzentration? Welche Tätigkeiten motivieren besonders? Praxisbeispiele verdeutlichten, wie Unternehmen diesen Ansatz im Alltag nutzen können.
Im weiteren Verlauf ging es um die Umsetzung in der Praxis. Stärkenbasiertes Arbeiten bedeute nicht, alles neu zu organisieren, sondern Aufgaben passender zu verteilen und Rollen bewusst zu hinterfragen. Dabei verwiesen die Referentinnen auch auf typische Wahrnehmungsfallen, etwa traditionelle Rollenbilder oder die dauerhafte Verteilung bestimmter Aufgaben an einzelne Personen.
Als wichtige Grundlage nannten sie psychologische Sicherheit im Team. Nur wenn Mitarbeitende offen ansprechen können, was ihnen Energie gibt oder entzieht, kann stärkenorientiertes Arbeiten gelingen. Führungskräfte spielen dabei eine zentrale Rolle.
Zum Abschluss erhielten die Teilnehmenden praxisnahe Impulse für den direkten Transfer in den Arbeitsalltag. In der anschließenden Fragerunde wurde deutlich: Stärkenbasiertes Arbeiten ist ein wirksamer Ansatz, um Mitarbeitende zu fördern und Unternehmen zukunftsfähig aufzustellen.

Referentinnen: (links) Marie Homann und (unten) Lisanne Bernsmann von der Organisationsberatung Rheingans
Projektmanagerin Kompetenzzentrum Frau und Beruf: (rechts) Kim Lasche
Am 24. März referierte Debbie Stoll vor zahlreichen Personalverantwortlichen, Führungskräften und Interessierten zum Thema „Von Ankunft bis Ankommen: Durch gutes Onboarding internationale Fachkräfte nachhaltig integrieren“.
Zu Beginn machte die Referentin deutlich, dass Onboarding weit mehr ist als ein gelungener erster Arbeitstag. Vielmehr handle es sich um einen längeren, bewusst gesteuerten Prozess mit zwei zentralen Zielen: neue Mitarbeitende fachlich handlungsfähig zu machen und sie zugleich sozial in das Team zu integrieren. Erfolgreiches Onboarding verbinde daher fachliche und soziale Befähigung.
Im weiteren Verlauf lenkte Debbie Stoll den Blick auf psychologische Aspekte der Integration internationaler Fachkräfte. Menschen aus anderen Ländern könnten mitunter das Gefühl haben, weniger wert zu sein oder den Erwartungen nicht zu genügen. Solche Selbstbilder würden die Anpassung zusätzlich erschweren. Umso wichtiger sei ein wertschätzendes Umfeld, das Sicherheit vermittelt und Zugehörigkeit fördert.
Ein weiterer Schwerpunkt lag auf dem Thema Erwartungsmanagement. Unterschiedliche kulturelle Prägungen beeinflussen häufig die Wahrnehmung von Ressourcen, Verantwortung und Handlungsspielräumen. So können beispielsweise verschiedene Erfahrungen im Umgang mit Budgets oder Entscheidungsprozessen zu Missverständnissen führen. Transparente Kommunikation und klare Orientierung seien deshalb entscheidend.
Ebenso thematisierte die Referentin, dass Fragen oder Unsicherheiten nicht immer offen angesprochen werden. Gründe dafür können Sorge vor Gesichtsverlust oder die Prägung sein, sich nicht in den Vordergrund zu stellen. Führungskräfte und Teams seien daher gefragt, aktiv Gesprächsanlässe zu schaffen und Rückfragen ausdrücklich zu fördern.
Anschließend erläuterte Debbie Stoll gruppendynamische Prozesse innerhalb von Teams. Von der ersten Kennenlernphase über mögliche Konflikte bis hin zu Organisation und gemeinsamer Leistungsfähigkeit durchlaufen Teams verschiedene Entwicklungsstufen. Dieses Wissen könne helfen, Reaktionen besser einzuordnen und Integrationsprozesse bewusster zu begleiten.
Im weiteren Abschnitt widmete sich die Referentin dem Thema Diversität. Diversität sei menschlich, dynamisch und Teil des Arbeitsalltags. Gleichzeitig betonte sie, dass Vielfalt Ressourcen, Zeit und ein systematisches Vorgehen erfordere. Wer sich als Organisation diverser aufstellen möchte, müsse dies bewusst gestalten und langfristig begleiten.
Zum Abschluss beantwortete Debbie Stoll Fragen aus dem Teilnehmendenkreis. Im Austausch wurde deutlich: Gutes Onboarding ist ein zentraler Erfolgsfaktor, um internationale Fachkräfte nicht nur zu gewinnen, sondern auch nachhaltig im Unternehmen zu integrieren.


Oben: Dr. Debbie Stoll, Geschäftsführerin Smart Communication, Coach für interkulturelle Kommunikation
Unten links: Petra Mattes - Projektmanagerin, Unten rechts: Astrid Lonnemann - Projektassistentin, Kompetenzzentrum Frau und Beruf OWL
Familienfreundlichkeit beginnt mit Haltung und lebt vom Austausch.
Mit der Auftaktveranstaltung des Netzwerks „Familienfreundliche Unternehmen im Kreis Herford“ standen die Themen Kinderbetreuung und Pflege im Vordergrund. Rund 70 Vertreterinnen und Vertreter aus Unternehmen der Region nutzten die Gelegenheit, sich zu informieren, auszutauschen und neue Perspektiven auf familienfreundliche Arbeitsbedingungen zu gewinnen.
Die Veranstaltung war eine Kooperation mit der Interkommunalen Kreiswirtschaftsförderung Herford und der Gleichstellungsbeauftragten des Kreises sowie des Kompetenzzentrums Frau und Beruf OWL. Diese Konstellation war auch maßgeblich involviert im sechsten Durchlauf der Auszeichnung „Familienfreundliches Unternehmen Kreis Herford“. Ihr gemeinsames Ziel: Unternehmen nicht nur auszuzeichnen, sondern sie miteinander ins Gespräch zu bringen. Denn familienfreundliche Maßnahmen entfalten ihre Wirkung besonders dann, wenn Erfahrungen geteilt, Ideen weitergedacht und Lösungen gemeinsam entwickelt werden.
Auch Landrat Mirco Schmidt, der die Schirmherrschaft übernommen hat, machte in seiner Begrüßung deutlich, welche Bedeutung das Thema für die Zukunftsfähigkeit von Unternehmen hat. Familienfreundliche Arbeitsbedingungen seien längst mehr als ein „Nice-to-have“: Sie stärken die Zufriedenheit von Mitarbeitenden, fördern die Bindung ans Unternehmen und Sichern wertvolles Know-how. Sein Appell an die Teilnehmenden: die Chance des Netzwerks aktiv zu nutzen, miteinander ins Gespräch zu kommen und voneinander zu lernen.
Dass dieses Angebot auf großes Interesse stößt, zeigte die Zusammensetzung der Teilnehmenden: Neben bereits zertifizierten Unternehmen waren auch viele Betriebe dabei, die sich neu mit dem Thema beschäftigen. Eine Entwicklung, die zeigt, wie relevant Fragen rund um Vereinbarkeit, Pflege und Kinderbetreuung inzwischen für Unternehmen geworden sind.
Die Veranstaltung selbst setzte genau hier an: Statt reiner Information standen konkrete Einblicke in die Praxis im Mittelpunkt. Wie kann Kinderbetreuung im Arbeitsalltag mitgedacht werden? Welche Lösungen gibt es, wenn Mitarbeitende Angehörige pflegen? Und welche kleinen Veränderungen können bereits eine große Wirkung entfalten? Diese und Weitere Fragen beantworteten Yannick Schmidt und Kerstin Falk (Kreisklinikum Herford und Bünde AöR), Laura Hämmerling (AVANCO GmbH, INOMETA GmbH) und Inken König (Pflegeberaterin Stützpunkt Kreis Herford).
Neben fachlichem Input zu regionalen Unterstützungsangeboten bot vor allem der persönliche Austausch einen großen Mehrwert. Im anschließenden Get-together entstanden neue Kontakte, Ideen wurden weitergedacht und erste Ansätze für die eigene betriebliche Praxis diskutiert.
Zum Abschluss wurde noch einmal deutlich: Familienfreundlichkeit ist keine einzelne Maßnahme, sondern ein fortlaufender Prozess. Es geht darum, Arbeitsbedingungen bewusst zu gestalten, auf die Lebensrealitäten von Mitarbeitenden einzugehen und Schritt für Schritt passende Lösungen zu entwickeln.

(v-l-n.r.) Kim Lasche, OstwestfalenLippe GmbH, Kompetenzzentrum Frau & Beruf | Interkommunale Wirtschaftsförderungsgesellschaft mbH, Sonja Hauptmann Gleichstellungsbeauftragte Kreis Herfod Lina Klostermeyer Landrat Mirco Schmidt,
Vom 23. Februar bis zum 6. März 2026 fand die sechste Gründerinnenakademie OWL in den Räumlichkeiten der Deutschen Bank in Bielefeld statt. Zwei Wochen lang arbeiteten 17 Gründerinnen und Jungunternehmerinnen aus ganz Ostwestfalen-Lippe intensiv an ihren Geschäftsideen. Organisiert, begleitet und moderiert wurde die Akademie von Kim Lasche.
Das tägliche Programm von 9 bis 16 Uhr bot den Teilnehmerinnen eine praxisnahe Einführung in zentrale Themen der Existenzgründung. Auf dem Plan standen unter anderem Geschäftsmodellentwicklung, Finanzierung, Kundengewinnung, Social-Media-Marketing und die Vorbereitung eines überzeugenden Elevator Pitches. Auch der Aufbau eines gesunden und nachhaltigen Unternehmens spielte eine wichtige Rolle.
Die Geschäftsideen der Teilnehmerinnen spiegelten die große Vielfalt unter Gründerinnen wider. Sie reichten von Coaching- und Beratungsangeboten, sozialpädagogischer Familienhilfe und Gesundheitsangeboten bis hin zu Projekten aus der Kreativwirtschaft, Social Media und Storytelling. Auch innovative Konzepte rund um Künstliche Intelligenz, Organisationsentwicklung sowie kreative Workshop- und Eventformate waren vertreten.
Besonders wertvoll war der Austausch innerhalb der Gruppe. In Präsentationsrunden stellten die Teilnehmerinnen ihre Ideen vor, erhielten Feedback und entwickelten ihre Konzepte weiter. Gleichzeitig entstanden neue Kontakte und ein unterstützendes Netzwerk.
Unterstützt wurden die Gründerinnen von erfahrenen Referentinnen und Referenten aus der Region sowie verschiedenen Kooperationspartnerinnen und -partnern, die ihr Fachwissen in die Akademie einbrachten.
Die Rückmeldungen der Teilnehmerinnen waren durchweg positiv. „So eine hilfreiche und intensive Weiterbildung habe ich noch nie gemacht“, berichtet Teilnehmerin Mimi.
Mit neuen Impulsen, erweitertem Wissen und vielen Kontakten gehen die Teilnehmerinnen nun die nächsten Schritte auf ihrem Weg in die Selbstständigkeit.

Der Fachkräftemangel ist bereits heute für viele Unternehmen spürbar und wird sich in den kommenden Jahren weiter verschärfen. Umso wichtiger ist es, das Potenzial weiblicher Fachkräfte gezielt in den Blick zu nehmen. Im Seminar „Mehr Perspektiven, mehr Kompetenz – Erfolgreiche Rekrutierung weiblicher Beschäftigte“ am 27.01.206 gab Verena Arps-Roelle rund 40 Personalverantwortlichen und Führungskräften wertvolle Einblicke in die Umsetzung von gendersensiblem Recruiting und zeigte, wie Unternehmen dadurch ihre Attraktivität und Wettbewerbsfähigkeit steigern können.
Zu Beginn machte sie deutlich, dass viele Unternehmen das Thema umtreibt – oft begleitet von Unsicherheiten. Gendersensibles Recruiting sei dabei kein „Extra“, sondern die konsequente Umsetzung des Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetzes (AGG). Authentizität spiele eine zentrale Rolle: Nur wer glaubwürdig kommuniziert und handelt, ziehe passende Bewerbende an und binde sie langfristig. Studien und Praxisbeispiele zeigen: Gendersensibles Recruiting führt zu mehr Bewerbungen, mehr Innovation und mehr Erfolg, wird bislang jedoch noch zu selten umgesetzt.
Anhand konkreter Beispiele analysierte die Referentin Bildsprache, Sprache und Prozesse im Recruiting. Bilder und Texte senden klare Signale darüber, wer willkommen ist und wer nicht. Frauen benötigen dabei keine Sonderrolle, sondern möchten ernst genommen, gesehen und in ihren Bedürfnissen anerkannt werden. Auch unbewusste Denkmuster („Unconscious Bias“) in Anzeigen, Auswahlverfahren und Abläufen gilt es zu reflektieren.
Im Fokus standen zudem konkrete Handlungsansätze für kleine und mittlere Unternehmen: transparente Angaben zu Gehalt, Arbeitszeitmodellen und Homeoffice, inklusive Bild- und Sprachgestaltung, eine positive Onboarding-Erfahrung sowie faire und strukturierte Auswahlprozesse. Besonders betont wurde, dass Authentizität ein echter Wettbewerbsvorteil ist und dass es nicht um Perfektion, sondern um das bewusste „Sich-auf-den-Weg-Machen“ geht.
Zum Abschluss stellte Verena Arps-Roelle praxisnahe Quick-Wins vor, mit denen Unternehmen direkt starten können: Von der Überarbeitung bestehender Stellenanzeigen über standardisierte Interviews bis hin zu verbindlichen, wertschätzenden Zu- und Absagen. Unterstützt wurden die Teilnehmenden durch Checklisten und Handouts, die zur Reflexion des eigenen Recruitings einladen und den Transfer in die Praxis erleichtern.
Es folgte eine Diskussionsrunde, in welcher Teilnehmende Fragen stellen und von eigenen Erfahrungen berichten konnten.

Referentin: (links) Verena Arps-Roelle, Aktivistin gegen sexualisierte Gewalt und Workshopmoderatorin der act & protect® Academy
Kim Lasche, Projektmanagerin Kompetenzzentrum Frau und Beruf
Wie Gründerinnen ihr Selbstbewusstsein stärken und den eigenen Wert souverän in Verhandlungen vertreten können, stand im Mittelpunkt des zweistündigen Online-Seminars „Stärkung des Unternehmerinnen-Ichs: vom Selbstwert zum Marktwert – Verhandlungstango“. Rund 30 Gründerinnen und Jungunternehmerinnen nahmen an der Veranstaltung teil und setzten sich intensiv mit ihrer inneren Haltung, ihrem Preis und ihrer Rolle als Unternehmerin auseinander.
Zum Auftakt führte Referentin Imke Leith in das Bild des „Verhandlungstangos“ ein: Verhandeln ist kein Duell, sondern ein Zusammenspiel. Entscheidend sei dabei vor allem die innere Haltung – Selbstbewusstsein ist das A und O. Mit einer klaren Einstiegsformel ermutigte sie die Teilnehmerinnen, direkt Position zu beziehen: „Ich bin …“, „Ich möchte X verdienen“, „damit ich …“. Wer den eigenen Wert kennt, müsse ihn nicht rechtfertigen, sondern dürfe den Preis nennen – und anschließend bewusst schweigen.
Dass Selbstständigkeit immer auch Persönlichkeitsentwicklung bedeutet, wurde im weiteren Verlauf deutlich. In Breakout-Sessions übten die Teilnehmerinnen in kleinen Gruppen, ihren Preis klar und selbstsicher auszusprechen. Die geschützten Übungsräume boten Gelegenheit, Hemmungen abzubauen und neue Sicherheit zu gewinnen.
Anschließend ging Imke Leith auf zentrale Verhandlungsgrundlagen ein und nutzte dafür das Eisbergmodell: Während Zahlen, Daten und Fakten sichtbar an der Oberfläche liegen, werden rund 95 Prozent aller Entscheidungen unbewusst getroffen. Gerade im Verkauf spiele daher die emotionale Ebene eine entscheidende Rolle. Gründerinnen seien gut beraten, nicht nur ihre Leistungen zu erklären, sondern die Bedürfnisse hinter den Problemen ihrer Kundinnen und Kunden zu erkennen. Jedes Angebot adressiert einen „Pain“ und schafft einen „Gain“ – und genau hier liegt der Mehrwert unternehmerischen Handelns.
Ein weiterer Schwerpunkt lag auf der Frage: Was verkaufen wir eigentlich? Neben Fach- und Methodenkompetenz sind es auch Sozialkompetenz und Zeit, die den Kern des Deals ausmachen – und an denen sich der Preis orientieren sollte. In einer weiteren Übungsphase reflektierten die Teilnehmerinnen ihr persönliches Alleinstellungsmerkmal und schärften ihr Profil.
Nach der Pause widmete sich die Referentin der Psychologie der Zahlen: Welche Preisuntergrenze ist realistisch? Wo liegt das Maximum? Ergänzt wurde dieser Teil durch Einblicke in Preisstrategien sowie die Marketingformel „know, like, trust“ – denn Vertrauen ist eine zentrale Voraussetzung für erfolgreiche Verhandlungen.
Zwischendurch nahm sich Imke Leith immer wieder Zeit für Fragen und individuelle Anliegen, was den hohen Praxisbezug der Veranstaltung unterstrich.
Fazit: Wer den eigenen Wert kennt, kann ihn auch selbstbewusst vertreten. Verhandeln ist ein Lernprozess – und mit der richtigen Haltung, Klarheit und Übung wird aus Unsicherheit ein souveräner Tanz auf Augenhöhe.

Referentin: (links) Imke Leith, KELE-Coaching, stärkenorientierte Komfortzonendehnerin & Starkmacherin
Kim Lasche, Projektmanagerin Kompetenzzentrum Frau und Beruf