Rückschau | Online-Netzwerktreffen Big-Sister-Mentoring-Programm 2026
Es ist Halbzeit im Big-Sister-Mentoring-Programm 2026
Am 6. und 16. Oktober 2026 kam das Big-Sister-Mentoring-Programm für Gründerinnen zu zwei Online-Netzwerktreffen zusammen – einmal im Kreis der Mentees, einmal im Kreis der Mentorinnen. Zur Halbzeit des Programms ging es darum, Bilanz zu ziehen: Was hat bisher getragen, wo stehen die Teilnehmerinnen, und welche Themen prägen die zweite Programmhälfte?
Rückblick, Reflexion, Neuausrichtung
Für die Mentees verband das Treffen einen strukturierten Rückblick mit Selbstreflexion und einer bewussten Neuausrichtung der eigenen Ziele. Ebenso wichtig war der Austausch untereinander: Die Gründerinnen berichteten von ihren Erfahrungen aus den Tandems, teilten Hürden und Fortschritte und nahmen neue Motivation für die kommenden Monate mit. Gerade als Solo-Selbstständige ist der Austausch untereinander besonders wohltuend und hilfreich.
Inhaltlich zeichneten sich klare Schwerpunkte ab. Neben dem Zugang zu Netzwerken und der Unterstützung bei Entscheidungsprozessen standen vor allem operative Fragen im Mittelpunkt: Kundenakquise, Vertriebsstrategien und Preispolitik. Als wirksamster Faktor erwies sich dabei weniger das einzelne Fachthema als der regelmäßige Austausch selbst und die Arbeit am unternehmerischen Mindset.
Die Perspektive der Mentorinnen
Im separaten Treffen der Mentorinnen bestätigte sich dieses Bild, zugleich verschob sich der Fokus. Mentoring, so der Tenor, ist weit mehr als Hilfe bei Struktur und Planung. Entscheidend sei die kontinuierliche Begleitung auf dem Weg von der Gründerin zur Unternehmerin. Zur Sprache kamen dabei strukturelle Hürden, das Impostor-Syndrom, der ungleiche Zugang zu etablierten Systemen sowie tradierte soziale Rollenbilder.
Eine Mentorin brachte es so auf den Punkt: „Es fehlt noch eine kollektive Lösung. Das Programm hat mir gezeigt, wie tief das Problem eigentlich geht – auf dem Weg, die Rolle anzunehmen: Ich bin Unternehmerin. Der Ansatz, Frauen müssten sich einfach besser strukturieren, greift schlicht zu kurz.“
Learnings zur Halbzeit
Zum Abschluss vereinbarten beide Gruppen, weiter eng in Kontakt zu bleiben und die angesprochenen Themen in der zweiten Programmhälfte gezielt weiterzuverfolgen.
Was wäre, wenn Mitarbeitende montags nicht aus Pflichtgefühl zur Arbeit kämen, sondern weil sie an einer gemeinsamen Sache bauen wollen? Mit dieser positiven Utopie startete unser Webinar „Von der erlebnisbasierten Berufsorientierung zum Kulturscan – Wie Unternehmen für Nachwuchstalente zum Magneten werden" mit rund 35 Teilnehmenden. Die Referentin Lisa Wetzel, Expertin für Nachwuchsgewinnung und -bindung, wurde dabei von Eberhard Scharpf, Geschäftsführer von Scharpf Holzbau, unterstützt, der konkrete Einblicke aus der betrieblichen Praxis beisteuerte.
Zum Einstieg richtete Lisa Wetzel den Blick auf die junge Nachwuchsgeneration. Mit aktuell fast sechs Generationen am Arbeitsmarkt treffen unterschiedliche Prägungen und Wertehaltungen aufeinander. Sie wies darauf hin, das Ziel sollte dabei immer ein besseres Miteinander sein, nicht das Denken in Schubladen. Besonders differenziert fiel der Blick auf die Generation Z aus, die so viel arbeitet wie nie, zugleich aber häufig mit innerem Druck in die Ausbildung startet. Wer junge Menschen – und gerade junge Frauen – für sich gewinnen möchte, so Wetzel, muss diesen inneren Druck verstehen.
Wie moderne Berufsorientierung gelingt, zeigte sie anhand zweier Praxisbeispiele – praxisnah statt als reine Informationsweitergabe. Im Mittelpunkt stand das mit dem bundesweiten SCHULEWIRTSCHAFT-Preis 2025 ausgezeichnete Konzept von Scharpf Holzbau, das über mehrere Erlebnisstationen Berührungsängste abbaut und männlich geprägte Berufsbilder gezielt auch für weibliche Nachwuchskräfte attraktiv macht – mit einer jungen Auszubildenden als Anleiterin und Markenbotschafterin. Dass dieser Ansatz wirkt, zeigte die Evaluation eindrucksvoll: Dem Angebot eines Praktikums stimmten am Ende sogar mehr Mädchen als Jungen zu. Ein zweites Beispiel richtete den Blick darauf, wie sich Berufsbilder auch digital erlebbar machen lassen.
Doch wie gelingt es, dass Nachwuchskräfte – und insbesondere weibliche Fachkräfte – auch bleiben? Die Antwort von Lisa Wetzel war eindeutig: „Der Klebstoff ist Unternehmenskultur. Immer." Weil Kultur oft abstrakt bleibt, stellte sie ein selbst entwickeltes Tool vor, mit dem sich die gelebte Kultur im Team sichtbar und besprechbar machen lässt. Zum Abschluss blieb wie immer Zeit für Fragen und Austausch in der Diskussionsrunde.

Referentin: Lisa Wetzel, Expertin für Nachwuchsgewinnung, Projektmanagerin Kompetenzzentrum Frau und Beruf: Kim Lasche, unten: Eberhard Scharpf
Erfolgreiches Reboarding beginnt lange vor dem ersten Arbeitstag
Wie gelingt der Wiedereinstieg nach einer längeren Abwesenheit – und wie können Unternehmen Mitarbeitende dabei gut begleiten? Mit diesen Fragen beschäftigte sich unser Webinar zum Thema Wiedereinstieg nach der Elternzeit: Beziehung halten, Fachkräfte binden, am 15.09.2026.
Während einer Elternzeit verändern sich nicht nur die Mitarbeitenden, sondern auch das Unternehmen, das Team und der Arbeitsmarkt. Fehlt der Austausch, kann dadurch Unsicherheit entstehen: Ist noch Anschluss an das Team da? Welche Rolle habe ich? Gibt es für meine neuen Fähigkeiten und Perspektiven überhaupt noch Platz?
Die Referentin Klara Vierneisel zeigte anhand eines strukturierten Vier-Phasen-Modells, wie Unternehmen Reboarding gestalten können:
1. Vorbereiten: Bereits vor der Elternzeit sollten Rückkehr, Arbeitszeit, Aufgaben und Übergabe besprochen und möglichst verbindlich festgehalten werden.
2. Verbunden bleiben: Auch während der Abwesenheit kann der Kontakt aufrechterhalten werden – beispielsweise durch einen Elternbuddy als feste Ansprechperson.
3. Rückkehr gestalten: Besonders die Zeit rund um die Rückkehr ist sensibel. Rolle, Arbeitszeit, Zusammenarbeit, Veränderungen und gegenseitige Erwartungen sollten frühzeitig geklärt werden.
4. Entwicklung sichern: Nach der Rückkehr darf der Prozess nicht enden. Gerade die weitere berufliche Entwicklung wird im Reboarding häufig zu wenig berücksichtigt.
Anhand eines Fallbeispiels wurde deutlich: Reboarding ist mehr als die Organisation des Wiedereinstiegs – es ist ein wichtiger Baustein für Mitarbeitendenbindung und Unternehmenskultur.
Für kleine und mittlere Unternehmen gilt dabei vor allem: Frühzeitig ins Gespräch kommen, Verbindlichkeit schaffen und auch nach der Rückkehr im Austausch bleiben.

Referentin: Klara Vierneisel: Business Coach, Projektmanagerin Kompetenzzentrum Frau und Beruf: Kim Lasche
Welche Benefits brauchen Beschäftigte wirklich – und wann wird aus einem attraktiven Angebot eine Selbstverständlichkeit? Mit diesen Fragen beschäftigte sich unser Webinar mit Maren Fischer rund 165 Personalverantwortlichen und Führungskräften.
In den vergangenen Jahren haben Unternehmen ihre betrieblichen Benefits deutlich ausgebaut: Jobräder, betriebliche Altersvorsorge, flexible Arbeitszeiten, Homeoffice, Weiterbildungen oder Gesundheitsangebote gehören vielerorts inzwischen zum Standard. Gleichzeitig zeigen Studien, dass nur rund 10 Prozent der Beschäftigten eine hohe emotionale Bindung an ihren Arbeitgeber aufweisen.
Maren Fischer machte deutlich: Mehr Benefits bedeuten nicht automatisch mehr Motivation. Entscheidend ist, die unterschiedlichen Bedürfnisse der Mitarbeitenden zu kennen und zwischen intrinsischer und extrinsischer Motivation zu unterscheiden. Was zunächst als attraktives Angebot gedacht ist, kann schnell zur Erwartung werden. Wird ein gewohnter Benefit anschließend gestrichen, wird dies häufig als Verlust oder sogar als Vertragsbruch wahrgenommen.
Im Mittelpunkt sollten deshalb andere Faktoren stehen: Zugehörigkeit, nachvollziehbare Veränderungen, sinnvolle Arbeit sowie Fairness und Verlässlichkeit. Gemeinsame Erlebnisse, gute Kommunikation und ein klares Verständnis der eigenen Arbeit können dabei oft mehr bewirken als ein weiterer Benefit.
Mit Hinblick auf weibliche Beschäftigte ist es wichtig beim Rückzug von Benefits vor allem Elemente, die zu einer guten Vereinbarkeit beitragen abzuwägen. Wer von heute auf Morgen wieder zurück ins Büro ruft und Homeoffice-Vereinbarungen streicht, kann Chaos verursachen, was Absprachen und Organisation im Bereich Care-Arbeit angeht. Hier kann es im schlimmsten Fall zu einer Abwanderung von Fachkräften kommen.

Referentin: Maren Fischer von workfive, Projektmanagerin Kompetenzzentrum Frau und Beruf: Kim Lasche
Projektassistenz Kompetenzzentrum Frau und Beruf, Astrid Lonnemann
Mit dem Kick-off im Pioneers Club in Bielefeld ist das Big Sister Mentoring Programm offiziell gestartet. Sechs der insgesamt acht Mentoring-Tandems lernten sich erstmals persönlich kennen und legten den Grundstein für ihre gemeinsame Mentoring-Reise. Zwei weitere Tandems werden in der kommenden Woche zusammenfinden.
In einer offenen und wertschätzenden Atmosphäre kamen Mentorinnen und Mentees miteinander ins Gespräch und erhielten die Gelegenheit, sich kennenzulernen und erste Erwartungen an die Zusammenarbeit auszutauschen. Bereits beim ersten Treffen wurde deutlich, wie vielfältig die Erfahrungen und Perspektiven innerhalb der Tandems sind und wie bereichernd der Austausch zwischen erfahrenen Unternehmerinnen und Gründerinnen sein kann. Dieser wurde von einer Teilnehmerin als „elektrisierend im positiven Sinn“ beschrieben.
Die Gespräche drehten sich unter anderem um unternehmerische Herausforderungen, die Bedeutung des richtigen Mindsets und die Frage, was das Unternehmerinnensein ausmacht. Dabei standen Offenheit, gegenseitiges Vertrauen und das Lernen voneinander im Mittelpunkt – wichtige Voraussetzungen für eine erfolgreiche Mentoring-Beziehung.
Mit dem persönlichen Kennenlernen ist der Grundstein für die kommenden Monate gelegt. Nun beginnt die eigentliche Mentoring-Phase, in der sich die Tandems regelmäßig austauschen, Erfahrungen teilen und gemeinsam an den individuellen Zielen der Mentees arbeiten werden.
Wir freuen uns auf die kommenden Monate und wünschen allen Mentorinnen und Mentees viele inspirierende Gespräche, neue Perspektiven und eine bereichernde gemeinsame Zeit.


Am 14. Juli 2026 referierte Anna Mücklich von der co:nufactur München vor rund 110 Personalverantwortlichen zum Thema „Teams ins KI-Zeitalter führen – Künstliche Intelligenz als Chancengeber für Frauen im Berufsalltag.“
Zu Beginn zeigte die Referentin anhand von vier Leitgedanken auf, wie KI erfolgreich in Unternehmen eingeführt und genutzt werden kann. Im Mittelpunkt standen das richtige Mindset, die Bedeutung von Experimentierfreude, die Einführung auf verschiedenen Ebenen sowie die Rolle von Kultur und Führung.
Sie machte deutlich, dass die technischen Möglichkeiten bereits vorhanden sind, der Erfolg von KI jedoch vor allem von Qualifizierung, Unternehmenskultur und der Bereitschaft zur Veränderung abhängt. Häufig seien nicht technische Hürden das Problem, sondern Unsicherheiten und Vorbehalte gegenüber der neuen Technologie. In diesem Zusammenhang wurde auch die Bedeutung der KI-Nutzung für Frauen hervorgehoben. Da rund 29 Prozent der weiblich dominierten Tätigkeiten durch KI unterstützt werden können, gegenüber 16 Prozent der männerdominierten Tätigkeiten, sei es besonders wichtig, Hemmschwellen abzubauen und Frauen für den praktischen Einsatz von KI zu gewinnen.
Ein weiterer Schwerpunkt lag auf den psychologischen Faktoren bei der KI-Nutzung. Anna Mücklich betonte, dass KI-Kompetenz vor allem durch Ausprobieren entsteht und nicht durch perfektes Vorwissen. Gleichzeitig gewinnen menschliche Fähigkeiten wie kritisches Denken, Kreativität, Urteilsvermögen und Kommunikation zunehmend an Bedeutung.
Zum Abschluss wurde die Bedeutung einer positiven Fehlerkultur hervorgehoben. Da Veränderungen heute zum Arbeitsalltag gehören, seien Offenheit, Lernbereitschaft und die Möglichkeit, neue Wege ohne Angst vor Fehlern auszuprobieren, zentrale Voraussetzungen für eine erfolgreiche KI-Transformation.

Projektmanagerinnen Kompetenzzentrum Frau und Beruf: Petra Mattes und Kim Lasche
Referentin: Anna Mücklich von co:nufactur München
Mit dem Start des Big Sister Mentoring Programms 2026 fiel im Juni der Auftakt für acht neue Mentoring-Tandems. In zwei digitalen Vorbereitungstreffen wurden Mentorinnen und Mentees auf ihre gemeinsame Zusammenarbeit vorbereitet und erhielten die Gelegenheit, sich mit den Zielen, Rollen und Rahmenbedingungen des Programms vertraut zu machen.
Den Anfang machte das Treffen der Mentees am 16. Juni. Im Mittelpunkt stand die Frage, welche Chancen Mentoring für Gründerinnen bietet und wie die Zusammenarbeit mit einer erfahrenen Unternehmerin gestaltet werden kann. Die Teilnehmerinnen reflektierten ihre aktuelle Situation, tauschten sich über Herausforderungen im Unternehmensalltag aus und formulierten persönliche Erwartungen sowie Ziele für das Mentoring. Dabei wurde deutlich: Die Mentees bringen bereits vielfältige Kompetenzen mit. Das Programm soll sie dabei unterstützen, ihre Rolle als Unternehmerin weiterzuentwickeln und neue Perspektiven für die eigene Gründung zu gewinnen.
Im Vorbereitungstreffen der Mentorinnen am 18. Juni standen die Rolle und Haltung als Mentorin im Fokus. Gemeinsam wurde erarbeitet, was gutes Mentoring ausmacht: Vertrauen, Offenheit, Vertraulichkeit, Wertschätzung und Austausch auf Augenhöhe. Gleichzeitig wurden die Grenzen der Rolle thematisiert. Mentoring versteht sich als Erfahrungs- und Reflexionsraum, nicht als Coaching, Beratung oder Lösung aller Herausforderungen.
Beide Veranstaltungen verdeutlichten, dass erfolgreiche Mentoring-Beziehungen von Verbindlichkeit, gegenseitigem Respekt und Eigeninitiative leben. Darüber hinaus erhielten die Teilnehmenden einen Überblick über den zeitlichen Ablauf des Programms sowie die geplanten gemeinsamen Meilensteine.
Die acht neu gebildeten Tandems werden sich als nächstes bei einem Kick-Off-Event in Person kennenlernen. In den kommenden Monaten werden die Mentorinnen und Mentees ihre Zusammenarbeit vertiefen, Erfahrungen teilen und gemeinsam an den individuellen Entwicklungszielen der Gründerinnen arbeiten.



Mit der Kickoff-Veranstaltung, die in diesem Jahr in der Wissenswerkstadt in Bielefeld stattfand, ist unser Mentoring-Programm für qualifizierte zugewanderte Frauen in die neue Runde gestartet.
Bereits in den ersten Gesprächen zwischen Mentorinnen und Mentoren sowie den Mentees wurde deutlich, wie viel Offenheit, Motivation und gegenseitiges Interesse die Atmosphäre des Nachmittags geprägt haben. Insgesamt sind 21 Tandems entstanden, die nun über sechs Monate hinweg gemeinsam ihren Weg gehen werden. In dieser Zeit stehen persönlicher Austausch, gegenseitiges Lernen, berufliche Orientierung und der Aufbau wertvoller Netzwerke im Mittelpunkt.
Eine besondere Bereicherung des Kickoff-Events waren die Beiträge von Saikal Gerlach und Christina Zweigle. Mit persönlichen Einblicken aus ihrer eigenen Erfahrung als Mentee beziehungsweise Mentorin vermittelten sie, welche Chancen und Entwicklungen aus einer vertrauensvollen Mentoring-Beziehung entstehen können. Gleichzeitig gaben sie den neuen Tandems wertvolle Impulse und Motivation für die gemeinsame Zeit mit auf den Weg.
Wir freuen uns sehr auf die kommenden Monate voller inspirierender Begegnungen, neuer Impulse und persönlicher Entwicklungen und wünschen allen Tandems einen erfolgreichen und bereichernden gemeinsamen Weg.
Foto 1: Die Mentorinnen und Mentoren zum Mentoring Programm, OWL GmbH Kompetenzzentrum Frau und Beruf: (links) Eva Leschinski, Leitung und Wolfgang Marquardt Geschäftsführer der OWL GmbH
Foto 2: Mentoring Programm 2026, Wolfgang Marquardt Geschäftsführer der OWL GmbH, Petra Mattes Projektmanagerin OWL GmbH
Am 21.04.2026 referierten Marie Homann und Lisanne Bernsmann von der Organisationsberatung Rheingans vor rund 90 Personalverantwortlichen, Führungskräften und Interessierten zum Thema „Zufriedene Teams, starke Unternehmen – Stärkenbasiertes Arbeiten als Erfolgsfaktor“.
Im ersten Themenblock erläuterte Marie Homann, was eine echte Stärke ausmacht. Nicht alles, was Menschen gut können, sei automatisch eine Stärke. Während Kompetenzen oft erlernt werden, geben Stärken Energie, fallen leicht und sind dauerhaft vorhanden. Mitarbeitende, die ihre Stärken einsetzen können, erleben mehr Wohlbefinden und Engagement.
Anschließend stand im Fokus, wie Stärken im Team sichtbar gemacht werden können. Entscheidend sei weniger ein bestimmtes Testverfahren als vielmehr der offene Austausch: Welche Aufgaben fallen leicht? Wann entsteht Konzentration? Welche Tätigkeiten motivieren besonders? Praxisbeispiele verdeutlichten, wie Unternehmen diesen Ansatz im Alltag nutzen können.
Im weiteren Verlauf ging es um die Umsetzung in der Praxis. Stärkenbasiertes Arbeiten bedeute nicht, alles neu zu organisieren, sondern Aufgaben passender zu verteilen und Rollen bewusst zu hinterfragen. Dabei verwiesen die Referentinnen auch auf typische Wahrnehmungsfallen, etwa traditionelle Rollenbilder oder die dauerhafte Verteilung bestimmter Aufgaben an einzelne Personen.
Als wichtige Grundlage nannten sie psychologische Sicherheit im Team. Nur wenn Mitarbeitende offen ansprechen können, was ihnen Energie gibt oder entzieht, kann stärkenorientiertes Arbeiten gelingen. Führungskräfte spielen dabei eine zentrale Rolle.
Zum Abschluss erhielten die Teilnehmenden praxisnahe Impulse für den direkten Transfer in den Arbeitsalltag. In der anschließenden Fragerunde wurde deutlich: Stärkenbasiertes Arbeiten ist ein wirksamer Ansatz, um Mitarbeitende zu fördern und Unternehmen zukunftsfähig aufzustellen.

Referentinnen: (links) Marie Homann und (unten) Lisanne Bernsmann von der Organisationsberatung Rheingans
Projektmanagerin Kompetenzzentrum Frau und Beruf: (rechts) Kim Lasche
Am 24. März referierte Debbie Stoll vor zahlreichen Personalverantwortlichen, Führungskräften und Interessierten zum Thema „Von Ankunft bis Ankommen: Durch gutes Onboarding internationale Fachkräfte nachhaltig integrieren“.
Zu Beginn machte die Referentin deutlich, dass Onboarding weit mehr ist als ein gelungener erster Arbeitstag. Vielmehr handle es sich um einen längeren, bewusst gesteuerten Prozess mit zwei zentralen Zielen: neue Mitarbeitende fachlich handlungsfähig zu machen und sie zugleich sozial in das Team zu integrieren. Erfolgreiches Onboarding verbinde daher fachliche und soziale Befähigung.
Im weiteren Verlauf lenkte Debbie Stoll den Blick auf psychologische Aspekte der Integration internationaler Fachkräfte. Menschen aus anderen Ländern könnten mitunter das Gefühl haben, weniger wert zu sein oder den Erwartungen nicht zu genügen. Solche Selbstbilder würden die Anpassung zusätzlich erschweren. Umso wichtiger sei ein wertschätzendes Umfeld, das Sicherheit vermittelt und Zugehörigkeit fördert.
Ein weiterer Schwerpunkt lag auf dem Thema Erwartungsmanagement. Unterschiedliche kulturelle Prägungen beeinflussen häufig die Wahrnehmung von Ressourcen, Verantwortung und Handlungsspielräumen. So können beispielsweise verschiedene Erfahrungen im Umgang mit Budgets oder Entscheidungsprozessen zu Missverständnissen führen. Transparente Kommunikation und klare Orientierung seien deshalb entscheidend.
Ebenso thematisierte die Referentin, dass Fragen oder Unsicherheiten nicht immer offen angesprochen werden. Gründe dafür können Sorge vor Gesichtsverlust oder die Prägung sein, sich nicht in den Vordergrund zu stellen. Führungskräfte und Teams seien daher gefragt, aktiv Gesprächsanlässe zu schaffen und Rückfragen ausdrücklich zu fördern.
Anschließend erläuterte Debbie Stoll gruppendynamische Prozesse innerhalb von Teams. Von der ersten Kennenlernphase über mögliche Konflikte bis hin zu Organisation und gemeinsamer Leistungsfähigkeit durchlaufen Teams verschiedene Entwicklungsstufen. Dieses Wissen könne helfen, Reaktionen besser einzuordnen und Integrationsprozesse bewusster zu begleiten.
Im weiteren Abschnitt widmete sich die Referentin dem Thema Diversität. Diversität sei menschlich, dynamisch und Teil des Arbeitsalltags. Gleichzeitig betonte sie, dass Vielfalt Ressourcen, Zeit und ein systematisches Vorgehen erfordere. Wer sich als Organisation diverser aufstellen möchte, müsse dies bewusst gestalten und langfristig begleiten.
Zum Abschluss beantwortete Debbie Stoll Fragen aus dem Teilnehmendenkreis. Im Austausch wurde deutlich: Gutes Onboarding ist ein zentraler Erfolgsfaktor, um internationale Fachkräfte nicht nur zu gewinnen, sondern auch nachhaltig im Unternehmen zu integrieren.


Oben: Dr. Debbie Stoll, Geschäftsführerin Smart Communication, Coach für interkulturelle Kommunikation
Unten links: Petra Mattes - Projektmanagerin, Unten rechts: Astrid Lonnemann - Projektassistentin, Kompetenzzentrum Frau und Beruf OWL