OWL macht sich klimafest: Mit einem Kick-off am Fraunhofer IOSB-INA in Lemgo ist das Projekt „Klimaresiliente Region OWL“ in die Umsetzung gestartet. Fast 40 Vertreter:innen aus Kommunen, Kreisen, Wissenschaft und Regionalentwicklung kamen zusammen, um die nächsten Schritte für eine systematische Klimaanpassung in Ostwestfalen-Lippe zu diskutieren. Das Projekt adressiert eine zentrale Herausforderung: Extremwetterereignisse wie Starkregen, Hitzeperioden und Trockenheit stellen Kommunen zunehmend vor konkrete Handlungsbedarfe. Ziel ist es, die Region systematisch widerstandsfähiger gegenüber diesen Risiken zu machen und Klimaanpassung als gemeinsame Aufgabe zu verankern. Durchgeführt wird das Vorhaben von der OstWestfalenLippe GmbH gemeinsam mit der Technischen Hochschule OWL, dem Fraunhofer IOSB-INA und der Fachhochschule des Mittelstands. Darüber hinaus sind alle Kreise der Region, die Stadt Bielefeld sowie zwölf weitere Kommunen beteiligt. Das Projekt wird vom Ministerium für Umwelt, Naturschutz und Verkehr des Landes NRW gefördert und durch die Europäische Union kofinanziert.
Zum Auftakt standen ein Gesamtüberblick über das Projekt, die geplanten Arbeitspakete sowie die Jahresplanung im Mittelpunkt. Im weiteren Verlauf wurden zentrale Bausteine wie der Klimaspeicher, die Bestands- und Bedarfsanalyse sowie Ansätze für Zusammenarbeit und Aktivierung vorgestellt. In einem interaktiven World Café diskutierten die Teilnehmenden konkrete Fragestellungen – von Datenintegration und Anwendungsfeldern des Klimaspeichers bis hin zu Wirkungsmessung und gemeinsamer Umsetzung von Maßnahmen zur Klimafolgenanpassung.

Digitale Technologien nutzen, Kooperation intensivieren, fundierte Entscheidungen ermöglichen: Zu diesem Zweck bündeln OstWestfalenLippe GmbH, Fachhochschule des Mittelstands, Technische Hochschule OWL und Fraunhofer IOSB-INA ihre Kräfte. (Foto: OWL GmbH)
Im Zentrum steht ein datenbasierter Ansatz: Auf Grundlage einer umfassenden Bestands- und Bedarfsanalyse entsteht ein regionales Lagebild zur Klimaresilienz. Es zeigt, wo bereits wirksame Strukturen bestehen, wo besondere Verwundbarkeiten liegen und wo Maßnahmen priorisiert werden sollten. Ergänzt wird dies durch ein strategisches Raumbild, das Präventionspotenziale, Schutzbedarfe und Möglichkeiten interkommunaler Zusammenarbeit sichtbar macht.
Kern des Projekts ist der Aufbau eines digitalen Klimaspeichers. Dieses Informations- und Planungswerkzeug vernetzt Daten, bündelt Erfahrungen aus Kommunen und macht sie für konkrete Entscheidungen nutzbar. Eine Kombination aus Datenbank, KI-gestütztem Dialogsystem und Visualisierungstools ermöglicht es, Maßnahmen über kommunale Grenzen hinweg zu bewerten, Investitionen fundiert vorzubereiten und die Umsetzung zu beschleunigen. Bestehende Geodateninfrastrukturen werden dabei gezielt eingebunden, um vorhandene Systeme effizient weiterzuentwickeln.

Beim Kick-off des Projektes "Klimaresiliente Region OWL" stand der Austausch mit den Kreisen und Kommunen im Vordergrund. (Foto: OWL GmbH)
Neben der technischen Infrastruktur steht die Zusammenarbeit im Fokus. Neue Austauschformate, Piloträume und Kooperationsmodelle sollen dazu beitragen, Kommunen, Unternehmen und weitere Akteure stärker zu vernetzen und Klimaanpassung gemeinsam voranzutreiben.
Das Projekt ist zugleich ein wichtiger Baustein des Masterplans Green.OWL und zahlt auf das Ziel ein, die nachhaltige Transformation der Region aktiv zu gestalten. Der Anspruch ist klar: Klimarisiken frühzeitig erkennen, Maßnahmen strategisch bündeln und Ostwestfalen-Lippe Schritt für Schritt resilienter machen – gemeinsam, datenbasiert und umsetzungsorientiert.
Weitere Informationen finden Sie unter hier.
Kreise: Kreis Herford, Kreis Höxter, Kreis Lippe, Kreis Minden-Lübbecke, Kreis Paderborn, Kreis Gütersloh
Kommunen: Stadt Bielefeld, Stadt Bad Salzuflen, Stadt Halle, Stadt Lage, Stadt Schloß-Holte Stukenbrock, Stadt Vlotho, Stadt Werther, Gemeinde Hövelhof, Gemeinde Kalletal, Gemeinde Leopoldshöhe, Gemeine Schlangen, Gemeinde Steinhagen, Gemeinde Dörentrup
Am 24. März referierte Debbie Stoll vor zahlreichen Personalverantwortlichen, Führungskräften und Interessierten zum Thema „Von Ankunft bis Ankommen: Durch gutes Onboarding internationale Fachkräfte nachhaltig integrieren“.
Zu Beginn machte die Referentin deutlich, dass Onboarding weit mehr ist als ein gelungener erster Arbeitstag. Vielmehr handle es sich um einen längeren, bewusst gesteuerten Prozess mit zwei zentralen Zielen: neue Mitarbeitende fachlich handlungsfähig zu machen und sie zugleich sozial in das Team zu integrieren. Erfolgreiches Onboarding verbinde daher fachliche und soziale Befähigung.
Im weiteren Verlauf lenkte Debbie Stoll den Blick auf psychologische Aspekte der Integration internationaler Fachkräfte. Menschen aus anderen Ländern könnten mitunter das Gefühl haben, weniger wert zu sein oder den Erwartungen nicht zu genügen. Solche Selbstbilder würden die Anpassung zusätzlich erschweren. Umso wichtiger sei ein wertschätzendes Umfeld, das Sicherheit vermittelt und Zugehörigkeit fördert.
Ein weiterer Schwerpunkt lag auf dem Thema Erwartungsmanagement. Unterschiedliche kulturelle Prägungen beeinflussen häufig die Wahrnehmung von Ressourcen, Verantwortung und Handlungsspielräumen. So können beispielsweise verschiedene Erfahrungen im Umgang mit Budgets oder Entscheidungsprozessen zu Missverständnissen führen. Transparente Kommunikation und klare Orientierung seien deshalb entscheidend.
Ebenso thematisierte die Referentin, dass Fragen oder Unsicherheiten nicht immer offen angesprochen werden. Gründe dafür können Sorge vor Gesichtsverlust oder die Prägung sein, sich nicht in den Vordergrund zu stellen. Führungskräfte und Teams seien daher gefragt, aktiv Gesprächsanlässe zu schaffen und Rückfragen ausdrücklich zu fördern.
Anschließend erläuterte Debbie Stoll gruppendynamische Prozesse innerhalb von Teams. Von der ersten Kennenlernphase über mögliche Konflikte bis hin zu Organisation und gemeinsamer Leistungsfähigkeit durchlaufen Teams verschiedene Entwicklungsstufen. Dieses Wissen könne helfen, Reaktionen besser einzuordnen und Integrationsprozesse bewusster zu begleiten.
Im weiteren Abschnitt widmete sich die Referentin dem Thema Diversität. Diversität sei menschlich, dynamisch und Teil des Arbeitsalltags. Gleichzeitig betonte sie, dass Vielfalt Ressourcen, Zeit und ein systematisches Vorgehen erfordere. Wer sich als Organisation diverser aufstellen möchte, müsse dies bewusst gestalten und langfristig begleiten.
Zum Abschluss beantwortete Debbie Stoll Fragen aus dem Teilnehmendenkreis. Im Austausch wurde deutlich: Gutes Onboarding ist ein zentraler Erfolgsfaktor, um internationale Fachkräfte nicht nur zu gewinnen, sondern auch nachhaltig im Unternehmen zu integrieren.


Oben: Dr. Debbie Stoll, Geschäftsführerin Smart Communication, Coach für interkulturelle Kommunikation
Unten links: Petra Mattes - Projektmanagerin, Unten rechts: Astrid Lonnemann - Projektassistentin, Kompetenzzentrum Frau und Beruf OWL
Familienfreundlichkeit beginnt mit Haltung und lebt vom Austausch.
Mit der Auftaktveranstaltung des Netzwerks „Familienfreundliche Unternehmen im Kreis Herford“ standen die Themen Kinderbetreuung und Pflege im Vordergrund. Rund 70 Vertreterinnen und Vertreter aus Unternehmen der Region nutzten die Gelegenheit, sich zu informieren, auszutauschen und neue Perspektiven auf familienfreundliche Arbeitsbedingungen zu gewinnen.
Die Veranstaltung war eine Kooperation mit der Interkommunalen Kreiswirtschaftsförderung Herford und der Gleichstellungsbeauftragten des Kreises sowie des Kompetenzzentrums Frau und Beruf OWL. Diese Konstellation war auch maßgeblich involviert im sechsten Durchlauf der Auszeichnung „Familienfreundliches Unternehmen Kreis Herford“. Ihr gemeinsames Ziel: Unternehmen nicht nur auszuzeichnen, sondern sie miteinander ins Gespräch zu bringen. Denn familienfreundliche Maßnahmen entfalten ihre Wirkung besonders dann, wenn Erfahrungen geteilt, Ideen weitergedacht und Lösungen gemeinsam entwickelt werden.
Auch Landrat Mirco Schmidt, der die Schirmherrschaft übernommen hat, machte in seiner Begrüßung deutlich, welche Bedeutung das Thema für die Zukunftsfähigkeit von Unternehmen hat. Familienfreundliche Arbeitsbedingungen seien längst mehr als ein „Nice-to-have“: Sie stärken die Zufriedenheit von Mitarbeitenden, fördern die Bindung ans Unternehmen und Sichern wertvolles Know-how. Sein Appell an die Teilnehmenden: die Chance des Netzwerks aktiv zu nutzen, miteinander ins Gespräch zu kommen und voneinander zu lernen.
Dass dieses Angebot auf großes Interesse stößt, zeigte die Zusammensetzung der Teilnehmenden: Neben bereits zertifizierten Unternehmen waren auch viele Betriebe dabei, die sich neu mit dem Thema beschäftigen. Eine Entwicklung, die zeigt, wie relevant Fragen rund um Vereinbarkeit, Pflege und Kinderbetreuung inzwischen für Unternehmen geworden sind.
Die Veranstaltung selbst setzte genau hier an: Statt reiner Information standen konkrete Einblicke in die Praxis im Mittelpunkt. Wie kann Kinderbetreuung im Arbeitsalltag mitgedacht werden? Welche Lösungen gibt es, wenn Mitarbeitende Angehörige pflegen? Und welche kleinen Veränderungen können bereits eine große Wirkung entfalten? Diese und Weitere Fragen beantworteten Yannick Schmidt und Kerstin Falk (Kreisklinikum Herford und Bünde AöR), Laura Hämmerling (AVANCO GmbH, INOMETA GmbH) und Inken König (Pflegeberaterin Stützpunkt Kreis Herford).
Neben fachlichem Input zu regionalen Unterstützungsangeboten bot vor allem der persönliche Austausch einen großen Mehrwert. Im anschließenden Get-together entstanden neue Kontakte, Ideen wurden weitergedacht und erste Ansätze für die eigene betriebliche Praxis diskutiert.
Zum Abschluss wurde noch einmal deutlich: Familienfreundlichkeit ist keine einzelne Maßnahme, sondern ein fortlaufender Prozess. Es geht darum, Arbeitsbedingungen bewusst zu gestalten, auf die Lebensrealitäten von Mitarbeitenden einzugehen und Schritt für Schritt passende Lösungen zu entwickeln.

(v-l-n.r.) Kim Lasche, OstwestfalenLippe GmbH, Kompetenzzentrum Frau & Beruf | Interkommunale Wirtschaftsförderungsgesellschaft mbH, Sonja Hauptmann Gleichstellungsbeauftragte Kreis Herfod Lina Klostermeyer Landrat Mirco Schmidt,
Vom 23. Februar bis zum 6. März 2026 fand die sechste Gründerinnenakademie OWL in den Räumlichkeiten der Deutschen Bank in Bielefeld statt. Zwei Wochen lang arbeiteten 17 Gründerinnen und Jungunternehmerinnen aus ganz Ostwestfalen-Lippe intensiv an ihren Geschäftsideen. Organisiert, begleitet und moderiert wurde die Akademie von Kim Lasche.
Das tägliche Programm von 9 bis 16 Uhr bot den Teilnehmerinnen eine praxisnahe Einführung in zentrale Themen der Existenzgründung. Auf dem Plan standen unter anderem Geschäftsmodellentwicklung, Finanzierung, Kundengewinnung, Social-Media-Marketing und die Vorbereitung eines überzeugenden Elevator Pitches. Auch der Aufbau eines gesunden und nachhaltigen Unternehmens spielte eine wichtige Rolle.
Die Geschäftsideen der Teilnehmerinnen spiegelten die große Vielfalt unter Gründerinnen wider. Sie reichten von Coaching- und Beratungsangeboten, sozialpädagogischer Familienhilfe und Gesundheitsangeboten bis hin zu Projekten aus der Kreativwirtschaft, Social Media und Storytelling. Auch innovative Konzepte rund um Künstliche Intelligenz, Organisationsentwicklung sowie kreative Workshop- und Eventformate waren vertreten.
Besonders wertvoll war der Austausch innerhalb der Gruppe. In Präsentationsrunden stellten die Teilnehmerinnen ihre Ideen vor, erhielten Feedback und entwickelten ihre Konzepte weiter. Gleichzeitig entstanden neue Kontakte und ein unterstützendes Netzwerk.
Unterstützt wurden die Gründerinnen von erfahrenen Referentinnen und Referenten aus der Region sowie verschiedenen Kooperationspartnerinnen und -partnern, die ihr Fachwissen in die Akademie einbrachten.
Die Rückmeldungen der Teilnehmerinnen waren durchweg positiv. „So eine hilfreiche und intensive Weiterbildung habe ich noch nie gemacht“, berichtet Teilnehmerin Mimi.
Mit neuen Impulsen, erweitertem Wissen und vielen Kontakten gehen die Teilnehmerinnen nun die nächsten Schritte auf ihrem Weg in die Selbstständigkeit.

Mit der „Gemeinsamen Initiative zur Stärkung der Inklusion auf dem Arbeitsmarkt Nordrhein-Westfalens“ unterstützt das Arbeitsministerium gemeinsam mit Partnerinnen und Partnern Unternehmen dabei, Menschen mit Behinderung als Mitarbeitende zu gewinnen. Die G.I.B. GmbH hat dazu eine Online-Veranstaltungsreihe aufgelegt. Sie bietet kompakte, praxisnahe und hilfreiche Informationen zu Fördermöglichkeiten, rechtlichen Grundlagen und Beratungsangeboten. Arbeitgeberinnen und Arbeitgebern erhalten im direkten Austausch mit erfahrenen Expertinnen und Experten unkomplizierte und praxisnahe Unterstützung. Termine und weitere Informationen finden Sie hier.
Zum Batterien aufladen, Mut stärken und Vernetzen empfingen wir am 29. Januar 2026 Kulturakteur*innen aus ganz OWL im Weserrenaissance-Museum auf Schloss Brake zur 18. OWL Kulturkonferenz „Power! Vol. 1“.
Mit den ersten kraftvollen Statements „Kooperation / Möglich-machen / Synergien schaffen“ für das kollektive Kunstwerk POWER TOWER eröffneten Anna Katharina Bölling (Präsidentin des Regierungsbezirks Detmold), Jörg Düning-Gast (Vorstand Landesverband Lippe) und Björn Böker (Geschäftsführer OstWestfalenLippe GmbH) die Kulturkonferenz in einem feierlichen Auftakt.
Wir bedanken uns ganz herzlich bei Birgit Neyer (Erste Landesrätin und Kämmerin des LWL, Vorstandsmitglied Verwaltung für Demokratie e.V.) und Heike Herold (LAG Soziokultureller Zentren NRW e.V.; stellv. Vorsitzende Kulturrat NRW) für ihre bereichernden Impulse beim POWER TALK. Im Mittelpunkt der Diskussion stand die Frage, wie sich trotz Krisen und Kürzungen Kraft finden lässt und wie Kulturschaffende in Zeiten antidemokratischer Entwicklungen Haltung zeigen können.
Nicht zuletzt gebührt unser Dank den aktiven Teilnehmenden, die in den Laboratorien – ausgehend von realen Bedarfen des Kulturbetriebs – vielfältige neue Ideen Vorschläge und Entwürfe erarbeitet haben, mit denen wir gemeinsam die folgende 19. OWL Kulturkonferenz „Power! Vol. 2“ im Sommer 2026 gestalten werden!
Der am Ende des Tages vollendete POWER TOWER im Schlossfoyer machte als Sinnbild für die Kraft der Zusammenarbeit die Stimmen aller Konferenzbesuchenden sichtbar. Die dort formulierten Wünsche nach einem gemeinsam gestalteten Kulturbetrieb wirken über die Veranstaltung hinaus: getragen durch „Haltung / Vernetzung / Freiheit / Herzblut / Bildung – und Wertschätzung.“
Hier geht es zur Pressemitteilung der OstWestfalenLippe GmbH.
Die 18. OWL Kulturkonferenz findet in Kooperation mit dem Weserrenaissance-Museum Schloss Brake sowie dem Landesverband Lippe statt und wird gefördert vom Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen im Rahmen des Regionalen Kultur Programms NRW und unterstützt von der Hillgraf GmbH, Detmold.
Fotos: © Nicole Keller
Weiterbildung ist für Beschäftigte wichtig, um den Arbeitsplatz in einer sich wandelnden Wirtschaft zu sichern, Karrierechancen zu steigern und sich persönlich weiterzuentwickeln.
Mit dem Bildungsscheck 2.0 ab dem 01.02.2026 gewährt das Land Nordrhein-Westfalen durch Mittel der Europäischen Union einen Zuschuss zu den Ausgaben für die berufliche Weiterbildung. Weiterführende Informationen finden Sie hier.
Der Fachkräftemangel ist bereits heute für viele Unternehmen spürbar und wird sich in den kommenden Jahren weiter verschärfen. Umso wichtiger ist es, das Potenzial weiblicher Fachkräfte gezielt in den Blick zu nehmen. Im Seminar „Mehr Perspektiven, mehr Kompetenz – Erfolgreiche Rekrutierung weiblicher Beschäftigte“ am 27.01.206 gab Verena Arps-Roelle rund 40 Personalverantwortlichen und Führungskräften wertvolle Einblicke in die Umsetzung von gendersensiblem Recruiting und zeigte, wie Unternehmen dadurch ihre Attraktivität und Wettbewerbsfähigkeit steigern können.
Zu Beginn machte sie deutlich, dass viele Unternehmen das Thema umtreibt – oft begleitet von Unsicherheiten. Gendersensibles Recruiting sei dabei kein „Extra“, sondern die konsequente Umsetzung des Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetzes (AGG). Authentizität spiele eine zentrale Rolle: Nur wer glaubwürdig kommuniziert und handelt, ziehe passende Bewerbende an und binde sie langfristig. Studien und Praxisbeispiele zeigen: Gendersensibles Recruiting führt zu mehr Bewerbungen, mehr Innovation und mehr Erfolg, wird bislang jedoch noch zu selten umgesetzt.
Anhand konkreter Beispiele analysierte die Referentin Bildsprache, Sprache und Prozesse im Recruiting. Bilder und Texte senden klare Signale darüber, wer willkommen ist und wer nicht. Frauen benötigen dabei keine Sonderrolle, sondern möchten ernst genommen, gesehen und in ihren Bedürfnissen anerkannt werden. Auch unbewusste Denkmuster („Unconscious Bias“) in Anzeigen, Auswahlverfahren und Abläufen gilt es zu reflektieren.
Im Fokus standen zudem konkrete Handlungsansätze für kleine und mittlere Unternehmen: transparente Angaben zu Gehalt, Arbeitszeitmodellen und Homeoffice, inklusive Bild- und Sprachgestaltung, eine positive Onboarding-Erfahrung sowie faire und strukturierte Auswahlprozesse. Besonders betont wurde, dass Authentizität ein echter Wettbewerbsvorteil ist und dass es nicht um Perfektion, sondern um das bewusste „Sich-auf-den-Weg-Machen“ geht.
Zum Abschluss stellte Verena Arps-Roelle praxisnahe Quick-Wins vor, mit denen Unternehmen direkt starten können: Von der Überarbeitung bestehender Stellenanzeigen über standardisierte Interviews bis hin zu verbindlichen, wertschätzenden Zu- und Absagen. Unterstützt wurden die Teilnehmenden durch Checklisten und Handouts, die zur Reflexion des eigenen Recruitings einladen und den Transfer in die Praxis erleichtern.
Es folgte eine Diskussionsrunde, in welcher Teilnehmende Fragen stellen und von eigenen Erfahrungen berichten konnten.

Referentin: (links) Verena Arps-Roelle, Aktivistin gegen sexualisierte Gewalt und Workshopmoderatorin der act & protect® Academy
Kim Lasche, Projektmanagerin Kompetenzzentrum Frau und Beruf
Das Land Nordrhein-Westfalen hat auf Grundlage der Juryentscheidungen Ende 2025 zehn Projekte aus der Kulturregion Ostwestfalen-Lippe zur Förderung im Rahmen des Regionalen Kultur Programms NRW empfohlen.
Gemeinsam mit neun bereits bewilligten mehrjährigen Projekten fließen im Jahr 2026 somit erneut deutlich mehr als eine halbe Million Euro aus dem Landesförderprogramm in die Region. Das OWL Kulturbüro freut sich gemeinsam mit den Kulturschaffenden über diese starke Unterstützung.
Vielfältige Projekte stärken die Kulturregion OWL
Die Bandbreite der geförderten Vorhaben unterstreicht die künstlerische Vielfalt und Qualität in Ostwestfalen-Lippe: Von Theater und Tanz über kulturelle Bildung bis hin zu interdisziplinären Festival- und Netzwerkformaten ist ein breites Spektrum vertreten.
Björn Böker, Geschäftsführer der OWL GmbH, betont: „Kulturelle Vielfalt ist ein wesentlicher Standortfaktor für Ostwestfalen-Lippe. Die Landesförderung des Regionalen Kultur Programms trägt maßgeblich dazu bei, die künstlerische Qualität und die große Bandbreite an Projekten und Kooperationen in unserer stark vernetzten Kulturlandschaft sichtbar zu machen und weiterzuentwickeln. Das Programm fördert insbesondere Kooperationsprojekte, die Kulturinstitutionen, freie Initiativen und kommunale Partner zusammenbringen und dadurch neue Impulse für die Region setzen. Mit der RKP-Förderung und der Arbeit des OWL Kulturbüros stärken wir nicht nur die Kultur – wir stärken die Zukunftsfähigkeit unserer gesamten Region.“
Beratung und Unterstützung durch das OWL Kulturbüro
Als eines von zehn regionalen Kulturbüros berät das OWL Kulturbüro Kulturschaffende in der Region bei der Entwicklung und Finanzierung ihrer Projekte. Darüber hinaus werden durch das Kulturbüro Fortbildungs-, Vernetzungs- und Qualifizierungsmaßnahmen umgesetzt, die die Kulturlandschaft nachhaltig stärken. Das Regionale Kultur Programm NRW ist ein Förderinstrument des Ministeriums für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen zur Stärkung kultureller Vielfalt, Qualität und regionaler Zusammenarbeit.
Förderempfehlung 2026: Neu empfohlene Projekte im Rahmen des Regionalen Kultur Programms NRW
Für das Förderjahr 2026 wurden zehn Projekte aus Ostwestfalen-Lippe zur Förderung im Rahmen des Regionalen Kultur Programms NRW empfohlen. Dazu zählt zunächst die „19. OWL Kulturkonferenz“ des OWL Kulturbüros der OstWestfalenLippe GmbH, die als zentrales Netzwerkformat für Kulturschaffende in der Region weiterentwickelt wird.
Ebenfalls eine Förderempfehlung erhält das Projekt „BURGBEBEN STRNBRG“, das ein Netzwerk rund um die evangelisch-reformierte Kirchengemeinde Bega organisiert. Das Subkultur-Festival für Jugendliche und junge Erwachsene rund um die historische Burganlage in Extertal setzt ein starkes kulturelles Zeichen im ländlichen Raum und erreicht Besuchende aus ganz Ostwestfalen-Lippe und darüber hinaus.
Mit Hilfe der RKP-Förderung möchte das Theaterlabor Bielefeld e. V. in Zusammenarbeit mit lokalen Initiativen das Projekt „Kultur an lebendigen Orten“ realisieren. Durch künstlerische Aktionen und kulturelle Begegnungsformate im öffentlichen Raum schafft das Projekt neue Zugänge und ermöglicht kulturelle Teilhabe für unterschiedliche Zielgruppen.
Ein großes theaterpädagogisches Bündnis aus OWL erhält über den Antrag der Bühnen und Orchester der Stadt Bielefeld eine Förderempfehlung für das „OWL-Theaterjugendclubtreffen“. Das Projekt stärkt den Austausch, die künstlerische Entwicklung und die Vernetzung junger Theatergruppen aus der gesamten Region.
Mit dem Projekt „Welt im Dorf – Dorf in der Welt“ lädt ein Netzwerk rund um den Heimat- und Verkehrsverein Schwalenberg e. V. fünf international tätige Jazzmusiker ein. Es entsteht ein Projekt, das lokal verankert ist, regional ausstrahlt und zugleich international sichtbar macht, wie engagierte Kulturarbeit im ländlichen Raum urbane Wirkung entfalten kann.
In Kooperation mit zahlreichen Partnern erhält die Theaterwerkstatt Bethel eine Förderempfehlung für das Projekt „Über_Leben – Ein regionales Volxkultur-Projekt in Zeiten gesellschaftlicher Herausforderungen“. Das Vorhaben schafft kulturelle Teilhabe und reflektiert gesellschaftliche Entwicklungen durch künstlerische Zugänge und gemeinschaftliche Formate.
Eine Förderung ist zudem für die interdisziplinäre Theaterproduktion „Bandels Traum (fool on the hill)“ des Theaters Gütersloh vorgesehen, die gemeinsam mit jungen Kulturschaffenden entwickelt und zum 150. Todestag von Ernst von Bandel (1800–1876) uraufgeführt wird.
Mit „Tanz OWL“, getragen von Tanz OWL und vertreten durch das Kulturamt Bielefeld, erhält ein starkes Bündnis eine Förderempfehlung, das zeitgenössische Tanzformen in OWL nachhaltig verankern möchte. Im Mittelpunkt stehen der Zugang zu zeitgenössischem Tanz, künstlerische Vielfalt und umfassende kulturelle Teilhabe.
Ebenfalls empfohlen wurde die „Talentakademie OWL nextStage – Mentoring in Musik & Tanz“ der Musik- und Kunstschule Bielefeld, ein Programm zur professionellen Nachwuchsförderung in den Bereichen Musik und Tanz sowie erstmals auch in der Musikpädagogik.
Abgerundet wird die Liste durch das Hecken-Festival „Auf’s Land zum ersten Weißdorn“ des Europäischen Laboratoriums e. V., ein innovatives Festivalformat im ländlichen Raum, das Kunst, Naturerlebnis und gemeinschaftliche Aktivitäten auf neue Weise miteinander verbindet.
Weitere Informationen und zur RKP Förderung und der Arbeit des OWL Kulturbüros finden Sie finden Sie unter https://www.ostwestfalenlippe.de/owl-gmbh/owl-kulturbuero/
Mit den Beratungsstellen Arbeit fördert das Land eine flächendeckende und niedrigschwellige Beratungsstruktur für prekär Beschäftigte und Menschen in schwierigen sozialen Lagen. Die Mitarbeitenden informieren von Ausbeutung Betroffene über ihre Rechte und unterstützen sie dabei, diese durchzusetzen. In der 2026 startenden neuen Förderphase stellt die Landesregierung rund 25 Millionen Euro aus dem Landeshaushalt und dem Europäischen Sozialfonds (ESF) zur Verfügung, um das Angebot weiterzuführen. In allen 53 Kreisen und kreisfreien Städten in Nordrhein-Westfalen ist eine Beratungsstelle Arbeit angesiedelt – so auch in OWL.
Zum Start der neuen Förderperiode organisierte die Regionalagentur OWL am 26.11.2025 ein Austauschtreffen mit den Beratungsstellen Arbeit der sieben Teilregionen in OWL sowie weiteren Netzwerkpartnerinnen- und -partnern. Im Fokus standen aktuelle Themen sowie die zukünftigen Aufgaben ab 2026. Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf der Unterstützung von Menschen in prekären und ausbeuterischen Beschäftigungssituationen in OWL. Neben arbeits- und sozialrechtlicher Erstberatung gehören auch Präventionsarbeit, Öffentlichkeitsarbeit sowie die enge Zusammenarbeit mit weiteren Anlaufstellen dazu. Die Beratung bleibt niedrigschwellig und kann sowohl in den Beratungsstellen als auch aufsuchend erfolgen. Wichtiger Partner der Beratungsstellen Arbeit ist z.B. das Hauptzollamt Bielefeld, dass sich im Austauschtreffen mit seinen Aufgaben in den Bereichen Mindestlohn, Schwarzarbeit und Menschenhandel vorstellte. Für 2026 wurden gemeinsame Herausforderungen und Themen identifiziert, z.B. mögliche steigende Beratungsanfragen aufgrund der aktuellen wirtschaftlichen Situation sowie zunehmende Wohnungslosigkeit. Ziel bleibt eine enge Vernetzung und koordinierte Zusammenarbeit aller beteiligten Akteurinnen und Akteure.


