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Kompetenzzentrum Frau und Beruf OWL 10.11.2021

Online-Seminar: MINT im Fokus: Heldinnen ausbilden am 28. Oktober 2021 in Gütersloh

Am 28. Oktober 2021 nahmen rund 15 Interessierte aus kleinen und mittelständischen Unternehmen aus dem Kreis Gütersloh an dem Online-Seminar „MINT im Fokus: Heldinnen ausbilden“ des Kompetenzzentrums Frau und Beruf OWL teil.

Im Mittelpunkt der Online-Veranstaltung standen weibliche Auszubildene in den MINT-Berufen. Die Referentin Prof. Dr.-Ing. Andrea Kaimann beantwortete mit ihrem Vortrag die Frage, warum Mädchen und junge Frauen nur zögerlich technische oder naturwissenschaftliche Berufe wählen.

Die Berufswahl von Mädchen und Frauen wird durch verschiedene Faktoren beeinflusst. Dazu zählen Rollenbilder bzw. Rollenzuschreibungen sowie die gesellschaftliche und kulturelle Sozialisation und die Berufsvorstellung, welche zumeist durch das Elternhaus oder das direkte Umfeld geprägt wird.  

Frauen und Mädchen werden bestimmte Eigenschaften und Verhaltensweisen zugesprochen. Dieses hat zur Folge, dass man ihnen „Frauenberufe“ aus dem sozialen oder erzieherischen Bereich näherbringt und ihnen somit abtut für „Männerberufe“ geeignet zu sein. Auch von ihrem sozialen Umfeld werden sie oftmals unterschätzt oder Vorurteile werden etabliert. Diese Zuschreibungen beeinflussen das Verhalten, erhöhen den Leistungsdruck und führen schlussendlich dazu, dass weniger Erfolgserlebnisse erlangt werden.

Wie können Unternehmen aus den MINT-Branchen weibliche Auszubildene für die Ausbildungsberufe begeistern und gewinnen? Wie gelingt die Ansprache? Ein essenzieller Faktor, auf welchen Andrea Kaimann eingeht, ist die Rolle der Vorbilder. Ob im privaten Umfeld oder im Unternehmen: Vorbilder prägen den beruflichen Werdegang von jungen Frauen und Mädchen. Bei der Ansprache von potenziellen Auszubildenen sind Role-Models sehr hilfreich. Mit ihnen können sich die Azubis identifizieren und erkennen sie als Ansprechpersonen im Unternehmen. Bei der Ansprache von (weiblichen) Auszubildenen sollte man als Betrieb im Blick haben, welche Werte, wie zum Beispiel Nachhaltigkeit oder Klimaneutralität für die Generation wichtig sind. Eine offene Unternehmenskultur, Fort- und Weiterbildungsmöglichkeiten sprechen die Auszubildenen ebenfalls an.

Im Kontext der Berufsorientierung empfiehlt es sich, als Unternehmen schon frühzeitig sichtbar zu werden. Durch außerschulische Lernorte sowie Kooperationen mit Schulen können sich Unternehmen bei den Nachwuchstalenten präsentieren. Miriam Kröger von der pro Wirtschaft GT GmbH gab wertvolle Tipps für die Ansprache von Schulen. Es wurde empfohlen sich über folgende Fragen Gedanken zu machen: Welche Schule oder welches Fach ist für das Unternehmen interessant? Welche Altersgruppe / Jahrgangsstufe möchte man ansprechen? Gibt es einen thematischen Bezug zum Lehrplan? Kann man als Unternehmen Lücken im Lehrplan schließen? Neben den Kooperationen mit Schulen wurden noch weitere Angebote vorgestellt. Dazu zählen u.a. MINT-Fonds und der Pakt für Informatik. Weiter Angebote und Beratungsmöglichkeiten sind hier zu finden.

Von oben:
Miriam Kröger | pro Wirtschaft GT
Tabea Mälzer | Kompetenzzentrum Frau und Beruf OWL
Prof. Dr.- Ing. Andrea Kaimann | Fachhochschule Bielefeld