Rückschau zum Online-Seminar: „Bessere Entscheidungen treffen – unbewusste Vorurteile im Personalmanagement erkennen und vermeiden“
Durch eine kurze Geschichte zum Einstieg in ihren Impulsvortrag verdeutlichte Catherina Crasser, Geschäftsführerin der D² Denkfabrik Diversität, dass wir alle mit Vorurteilen behaftet sind und diese auch Einfluss auf unseren Arbeitsalltag haben. Wie wir uns diese Wahrnehmungsverzerrungen bewusst machen und sie gezielt vermeiden können, erläuterte sie am 17.09.2024 vor rund 70 Personalverantwortlichen und Führungskräften. Zunächst stellte sie fünf sogenannte Unconscious Biases“ vor und ging dabei besonders auf den „Halo-Effekt“ ein, bei dem beispielsweise ein unbeliebter Dialekt die Wahrnehmung der ganzen Persönlichkeit überstrahlt. Beim „Ingroup/Outgroup Bias“ ist die größere Wertschätzung der eigenen „Gruppe“ der ausschlaggebende Faktor. Im Weiteren führte Crasser aus, dass unbewusste Vorurteile nicht nur im moralischen, sondern auch im unternehmerischen Kontext zu beachten sind. Hier ging sie auf die Bereiche Personal, Teamarbeit, Führung und Marketing ein und gab Impulse und Good Practice Beispiele zu den einzelnen Themen. Gerade beim Recruiting seien anonymisierte Bewerbungsverfahren und die Entwicklung von Leitfragen unerlässlich. Im Bereich der Mitarbeiterbindung und Teamwork unterstrich die Referentin die Bedeutung der Kommunikation und empfahl den Teilnehmenden die Methode „Flip it to test it“ anzuwenden. Das bedeutet, sich immer die Frage zu stellen, ob man den Satz auch so äußern würde, wenn das Gegenüber ein anderes Geschlecht hätte.
Abschließend betonte Crasser, wie wichtig eine authentische und gendersensible Bildsprache im Marketing ist. Die Unternehmen sollten überprüfen, ob die abgebildete Diversität mit der Realität übereinstimmt.
Die lebhafte Diskussion im Anschluss an den Vortrag zeigte, dass auch die Teilnehmenden schon Situationen erlebt haben, in den sie selbst voreingenommen waren und auch unbewusste Vorurteile in ihren Abteilungen wahrgenommen haben.

Oben: Petra Mattes - Kompetenzzentrum Frau und Beruf OWL | Kim Lasche - Kompetenzzentrum Frau und Beruf OWL
Unten: Catherina Crasser, Geschäftsführerin der D² Denkfabrik Diversität
Parks anlegen, Hausdächer begrünen, E-Bikes laden und Stromkabel verlegen: Beim Deutschlandfinale der World Robot Olympiad werden diese Aufgaben modellhaft von kleinen Robotern übernommen – programmiert von Schülerinnen und Schülern wie Niklas und Anton vom zdi.Paderborn Robotik-Treff. Sie sind zwei von rund 80 talentierten Nachwuchsforschenden aus Ostwestfalen-Lippe, die im letzten Jahr bei Wettbewerben wie „Jugend forscht“, „Schüler experimentieren“ und den MINT-Olympiaden herausragende Platzierungen auf Bundes- und Landesebene erzielt haben.
Paderborn, 9. September 2024. Parks anlegen, Hausdächer begrünen, E-Bikes laden und Stromkabel verlegen: Beim Deutschlandfinale der World Robot Olympiad werden diese Aufgaben modellhaft von kleinen Robotern übernommen – programmiert von Schülerinnen und Schülern wie Niklas und Anton vom zdi.Paderborn Robotik-Treff. Sie sind zwei von rund 80 talentierten Nachwuchsforschenden aus Ostwestfalen-Lippe, die im letzten Jahr bei Wettbewerben wie „Jugend forscht“, „Schüler experimentieren“ und den MINT-Olympiaden herausragende Platzierungen auf Bundes- und Landesebene erzielt haben. Die Bezirksregierung Detmold und die OstWestfalenLippe GmbH würdigten am Montag die Leistungen der jungen Entdeckerinnen und Entdecker im Rahmen einer Feierstunde an der Universität Paderborn.
„Fähigkeiten in Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik sind entscheidend, um die Digitalisierung der Arbeitswelt zu meistern und die Entwicklung nachhaltiger Technologien zu fördern“, unterstreicht Regierungspräsidentin Anna Katharina Bölling. „Ich bin beeindruckt, wie viele junge Menschen in unserer Region mit großem Eifer an diesen Themen forschen – sowohl im Unterricht als auch in ihrer Freizeit. Die Erfolge bei den diesjährigen MINT-Wettbewerben zeigen, dass in unserer Region nicht nur Talent, sondern auch eine echte Begeisterung für Wissenschaft und Forschung steckt.“
Die Auszeichnung findet 2024 bereits zum zwölften Mal statt. Mit der Veranstaltung wollen die Bezirksregierung Detmold und die OstWestfalenLippe GmbH in Kooperation mit dem KlimaWoche Bielefeld e.V. einen Beitrag dazu leisten, junge Talente zu fördern und für MINT-Berufe und Studiengänge zu begeistern. Die Buchpreise werden von der Volksbank in Ostwestfalen eG gestiftet.
„Die Unternehmen und Hochschulen in Ostwestfalen-Lippe schaffen vielseitige Ausbildungs- und Studienmöglichkeiten, die es jungen Menschen ermöglichen, aktiv an der Gestaltung unserer Zukunft mitzuwirken“, betont Wolfgang Marquardt, Prokurist der OstWestfalenLippe GmbH. „Mit der MINT Community 4.OWL bieten wir Jugendlichen zahlreiche Mitmachangebote in rund 80 außerschulischen Lernorten. Hier können sie moderne Technologien erleben und zukunftsweisende Berufsfelder entdecken. Durch diese Förderung in der Breite wollen wir die Fachkräfte von morgen früh für MINT-Themen begeistern.“
Qualifikation fürs Weltfinale in der Türkei
Zu den erfolgreichsten Teilnehmenden zählen in diesem Jahr Anton Saibel und Niklas Schermal vom WRO-Team "The Master Builders" des zdi-Robotik-Treffs aus dem Paderborner SpeeLab. Sie erreichten den dritten Platz beim Deutschlandfinale der World Robot Olympiad. Damit qualifizieren sie sich für das Weltfinale, das im November 2024 im türkischen Izmir stattfindet.
Prof. Dr. René Fahr, Vizepräsident für Wissens- und Technologietransfer der Universität Paderborn, hebt hervor: „Die Leistungen der jungen MINT-Talente sind sowohl beeindruckend als auch inspirierend. An der Universität Paderborn fördern wir diese Neugier durch zahlreiche Angebote wie unsere Frühlings- und Herbst-Uni, die speziell für Schülerinnen und Schüler konzipiert sind. Diese Formate bieten den jungen Forschenden die Gelegenheit, in Vorlesungen und Seminaren praktische Erfahrungen zu sammeln und ihre Entdeckungsfreude in den Bereichen Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik weiterzuentwickeln.“ Diese frühzeitige Förderung soll dazu beitragen, dass Jugendliche eine fundierte Berufsorientierung erhalten und sich später für die Arbeit im MINT-Bereich entscheiden.
Die MINT-Auszeichnung ist eingebunden in das Projekt MINT Community 4.OWL. Ziel ist es, die Veränderungen der digitalen Arbeitswelt für Jugendliche in Ostwestfalen-Lippe erlebbar zu machen. In niedrigschwelligen und interaktiven Mitmach-Angeboten können Schülerinnen und Schüler im Alter von 10 bis 16 Jahren die Wirkungen und Chancen neuer Technologien für unterschiedliche Berufsbilder erfahren. Dabei geht es beispielsweise um Künstliche Intelligenz, Augmented und Virtual Reality, additive Fertigung, Robotik, IT Security und Mensch-Maschine-Interaktion – und auch darum, wie diese Technologien für Nachhaltigkeit und Klimaschutz eingesetzt werden können. Die Angebote finden in über 70 außerschulischen Lernorten in der ganzen Region OWL statt – gefördert vom Bundesministerium für Bildung und Forschung.
Über die OstWestfalenLippe GmbH – Gesellschaft zur Förderung der Region
Die OstWestfalenLippe GmbH ist ein Gemeinschaftsunternehmen der Kreise Gütersloh, Herford, Höxter, Lippe, Minden-Lübbecke und Paderborn und der kreisfreien Stadt Bielefeld sowie von Wirtschaft und Wissenschaft in OWL. Aufgabe ist es, die Region Ostwestfalen-Lippe, mit Blick auf den nationalen und internationalen Wettbewerb, als eine bekannte Marke und als führender Wirtschafts- und Transformationsstandort mit hoher Lebensqualität zu positionieren. Um dies zu erreichen, wird Standort-, Marken-, Fachkräfte- und Tourismusstrategie in Form einer langfristigen Strategie konsequent zusammen gedacht.
Am 21.08.2024 beleuchtete Christina Schildmann, Leiterin der Forschungsförderung der „Hans-Böckler-Stiftung“, in einer Online-Veranstaltung aktuelle genderspezifische Aspekte der Nutzung von Künstlicher Intelligenz (KI) im Recruiting. Rund 75 Personalverantwortliche und Führungskräfte aus kleinen und mittleren Unternehmen erhielten dabei Einblicke in neueste wissenschaftliche Untersuchungen und Denkanstöße für den Einführungen der neuen Technologien in der Praxis.
Zu Beginn erläuterte Schildmann die Relevanz der Thematik und aktuelle Diskurse. Sie betonte, dass jede neue Technologie eine Gelegenheit biete, Geschlechterverhältnisse neu zu verhandeln und bestehende Machtstrukturen zu hinterfragen. Dabei bestehe sowohl die Chance auf Veränderung als auch das Risiko, alte Geschlechtermuster zu zementieren.
Schildmann wies darauf hin, dass der Gender-Aspekt in den frühen Debatten zur Digitalisierung oft vernachlässigt wurde, was zu einer „Digital Data Gap“ geführt habe. Forschungsergebnisse zeigen, dass es Unterschiede im Nutzungsverhalten von Technologien gibt und Männer sich häufig besser auf technologische Veränderungen vorbereitet fühlen. Führungskräfte und Personalverantwortliche sollten daher aktiv daran arbeiten, diese Ungleichheiten zu verhindern, z.B. durch Weiterbildungsangebote.
Im Kontext aktueller Diskussionen über KI hob Schildmann die Notwendigkeit hervor, die tatsächlichen Schwächen von KI-Systemen zu erkennen, insbesondere das Risiko der Diskriminierung durch fehlerhafte Daten oder Programmierungen. Forschungsergebnisse aus dem Bereich People Analytics verdeutlichen, dass Verzerrungen (Gender Bias) bei der Nutzung von KI im HR-Bereich berücksichtigt werden müssen.
Nach einem kurzen Fragenblock stellte Schildmann im Praxis-Teil der Veranstaltung fünf wesentliche Schritte vor, die bei der Einführung von KI im Unternehmen beachtet werden sollten:
Um die Einführung von KI-Technologien möglichst diskriminierungsfrei zu gestalten, ist es entscheidend, kontinuierlich kritische Fragen zu stellen und das System regelmäßig zu evaluieren, anstatt es nach der Implementierung einfach sich selbst zu überlassen.
Abschließend gab sie einen Überblick über die bevorstehenden Regulierungen der EU-KI-Verordnung, die am 1. August 2024 in Kraft trat und in den kommenden Jahren bestimmte rechtliche Rahmenbedingungen für den Einsatz von KI setzen wird.

Oben:Christina Schildmann, Leiterin der Forschungsförderung der „Hans-Böckler-Stiftung“ - Kim Lasche - Kompetenzzentrum Frau und Beruf OWL | Unten: Petra Mattes - Kompetenzzentrum Frau und Beruf OWL
Das Programm unterstützt unversorgte und ausbildungsinteressierte Jugendliche beim Übergang in eine Berufsausbildung. Coaches begleiten die Jugendlichen individuell und bedarfsorientiert. Zugleich erhalten Unternehmen Unterstützung bei der Besetzung ihrer offenen Ausbildungsstellen. Das Coachingangebot wird ergänzt, durch die Förderung von trägergestützten betrieblichen Ausbildungsangeboten. Mit dem Aufruf werden die Programme „Ausbildungswege NRW“ und „Übergangslotsen NRW“ zusammengelegt. Gefördert werden 28 Coachingstellen und 35 trägergestützte Ausbildungsplätze in den vier Arbeitsagenturbezirken in OWL für drei Jahre.
Bis zum 13. September können Antragsberechtigte ihre Interessenbekundung einreichen. Die Unterlagen des Aufrufes finden Sie hier: https://www.mags.nrw/esf-2021-2027-aufrufe
Bei Fragen wenden Sie sich gerne an die Regionalagentur OWL.
Das Programm „Teilzeitberufsausbildung – Einstieg begleiten – Perspektiven öffnen“ (TEP) ermöglicht Menschen mit Familienverantwortung eine qualifizierte Ausbildung. Damit sind alleinerziehende Frauen und Männer ebenso angesprochen, wie Personen mit pflegebedürftigen Angehörigen.
Eine qualifizierte Berufsausbildung ist eine der wichtigsten Voraussetzungen für die Integration in den Arbeitsmarkt. Vor allem Menschen mit Familienverantwortung haben es aber oftmals besonders schwer, ihren Wunsch nach einer Berufsausbildung zu realisieren. In dieser Situation bietet eine Ausbildung in Teilzeit neue Wege, um erfolgreich in den Beruf einzusteigen. Die Teilzeitberufsausbildung eröffnet auch Unternehmen die Chance, dem wachsenden Fachkräftebedarf zu begegnen und Auszubildende zu gewinnen.
Damit der Übergang in Teilzeitausbildung gelingen kann, fördert das Land mit Mitteln des Europäischen Sozialfonds auch in der ESF-Förderphase 2021-2027 jährlich wieder bis zu 452 Teilnehmerplätze zur Anbahnung von Teilzeitberufsausbildungen.
Bis zum 27. August 2024 können Antragsberechtigte ihre Interessenbekundung unter IB-TEPnoSpam@mags.nrw.de einreichen. Die Unterlagen des Aufrufes finden Sie hier: https://www.mags.nrw/esf-2021-2027-aufrufe
Wie können Unternehmen das Thema Pflege und Beruf „enttabuisieren“ und den Informationsbedarf der Mitarbeitenden schließen? Dieser zentralen Frage ging Sarah Zuliani, strategische Vereinbarkeitsexpertin und Geschäftsführerin von WorkLifeFamily, am 18.07.2024 in dem Online-Seminar „Pflege und Beruf vereinbaren – ein Zukunftsthema für Unternehmen“ nach. Sie gab rund 70 Personalverantwortlichen und Führungskräften aus kleinen und mittleren Unternehmen zahlreiche praktische Empfehlungen zum Aufbau einer pflegesensiblen Unternehmenskultur.
Zu Beginn wies Zuliani darauf hin, dass die gute Vereinbarkeit von Pflege und Beruf kein Zukunftsthema ist, sondern jetzt beginnen muss. 7 von 10 Arbeitnehmenden werden schon in naher Zukunft Angehörige pflegen und zwei Drittel aller Mitarbeitenden sei bereit, den Arbeitgeber für betriebliche Maßnahmen zur Vereinbarkeit zu wechseln. Dass Pflege bis dato immer noch ein „Frauenthema“ ist, aber nicht bleiben kann, führte Zuliani im Weiteren aus. Auch Männer hätten Eltern und selbst in jungen Jahren könne es vorkommen, dass Eltern, Partner oder auch Kinder gepflegt werden müssten. Anschließend stellte sie die Auswirkungen einer Pflegesituation aus Sicht der Beschäftigten und der Unternehmen dar. Sie betonte, dass besonders die Unzufriedenheit in den Teams, die Zunahme der Krankentage und Mitarbeitende, die mit den Gedanken nicht bei der Arbeit sind, negative Effekte für Unternehmen haben. Sie stellte zahlreiche interne und externe Angebote, zur Etablierung einer pflegesensiblen Unternehmenskultur vor und brachte auch ein Beispiel aus der Praxis mit.
Um das Thema zu entstigmatisieren, riet sie den Personalverantwortlichen und Führungskräften darüber aktiv zu kommunizieren. Dazu sei die Einführung eines regelmäßigen „Pflege-Cafés“ empfehlenswert. Abschließend betonte Sarah Zuliani, dass lebensphasenorientierte Personalarbeit kein Sprint ist, sondern eher eine Reise. Diese anzutreten sei aber durchaus lohnenswert, um in Zukunft als attraktiver Arbeitgeber erfolgreich zu sein.

Oben: Petra Mattes - Kompetenzzentrum Frau und Beruf OWL / Kim Lasche - Kompetenzzentrum Frau und Beruf OWL / Unten: Sarah Zuliani - WorkLifeFamily
Paderborn, 27. Juni 2024. Ein wichtiger Baustein für die Fachkräftesicherung ist die Weiterbildung von Beschäftigten und potenziellen Fachkräften. Eine Chance liegt dabei in der Entwicklung regionaler Lösungen, um die Potentiale von Menschen ohne formalen Berufsabschluss zu heben. Welche Möglichkeiten bieten Grundbildung und Teilqualifizierung für Unternehmen, um Fachkräfte zu finden und zu halten? Wie können wir im OWL-Netzwerk Unternehmen und Beschäftigte unterstützen, abschlussorientierte Qualifizierungsangebote stärker zu nutzen? Diesen Fragen gingen am 27.06.2024 rund 70 Teilnehmende im Rahmen der Konferenz „Vernetzte Bildungsräume OWL“ bei der Firma BENTELER in Paderborn nach, zu der die Regionalagentur eingeladen hatte. Träger der Regionalagentur OWL ist die OstWestfalenLippe GmbH.
Ausbildungsleiter Dr.-Ing. Fabian Fricke freute sich, den Teilnehmenden einen Einblick in das Aus- und Weiterbildungszentrum bei BENTELER zu geben. Er betonte: „die BENTELER Gruppe als größter Arbeitgeber in Paderborn legt großen Wert auf die hauseigene Aus- und Weiterbildung. Neben unseren vielfältigen Ausbildungsmöglichkeiten bieten wir am Standort Paderborn Weiterbildungen und Umschulungen im Bereich Metalltechnik an, u.a. auch mit integrierten Deutsch-Sprachkursen.“
Die Initiative Vernetzte Bildungsräume des MAGS und der Regionaldirektion NRW hat das Ziel, Weiterbildungsinteressierten den Zugang und die Inanspruchnahme von Beratungs- und Förderdienstleistungen zu erleichtern. Reinhard Völzke, MAGS NRW, ist überzeugt: „Das gelingt, wenn Akteur:innen so abgestimmt und zielgerichtet vorgehen wie in OWL. Wir freuen uns über Ihr gemeinsames Engagement, die Qualifizierung von Menschen ohne abgeschlossene Berufsausbildung voranzutreiben.“
Im Rahmen einer Talkrunde mit regionalen Arbeitsmarkt- und Wirtschaftsakteur:innen wurde deutlich, dass die Region noch viel tun kann, um Fachkräftepotentiale durch Nachqualifizierung zu heben. 15,3 % der Beschäftigten in OWL haben keine abgeschlossene Berufsausbildung. Eine wichtige Stellschraube ist, in der Region über (Förder-) Möglichkeiten zu informieren. Vera Ehrlich-Speckbrock, Agentur für Arbeit Paderborn, erklärt: „ArbeitgeberInnen bzw. ihre Beschäftigten können von attraktiven Zuschüssen für abschlussorientierte Qualifizierungen profitieren. Die Agenturen für Arbeit übernehmen unter bestimmten Voraussetzungen 100% der Lehrgangskosten und bis zu 100% des Arbeitsentgelts für weiterbildungsbedingte Ausfallzeiten.“
Welche Perspektiven sich durch Teilqualifizierung und Grundbildung für Menschen ohne (anerkannten) Berufsabschluss eröffnen, erläuterten Roman Wink (Bertelsmann Stiftung), Björn Huxoll (IHK Ostwestfalen zu BI) und Sladjena Batinić (Landesverband der Volkshochschulen von NRW e.V.). Die Beiträge verdeutlichten, dass sich Weiterbildung sowohl für die Beschäftigten als auch für die Unternehmen lohnt. Teilqualifikationen sind am Arbeitsmarkt nachgefragt, ermöglichen frühzeitige Job-Einstiege und flexible, schrittweise Wege bis zum Berufsabschluss.
In Workshops diskutierten die Teilnehmenden abschließend, welche Unterstützung das OWL-Netzwerk bieten kann, damit Beschäftigte und Unternehmen in OWL noch besser von Qualifizierungsangeboten profitieren. Formulierte Ziele sind z.B. die Vernetzung der Bildungs- und Wirtschaftsakteure zu verbessern und Teilqualifizierungen besser nutzbar zu machen. Einhellige Meinung war, dass die intensive Zusammenarbeit in der Region fortgesetzt werden sollte. Deshalb werden unter der Federführung der Regionalagentur OWL und der Initiative für Beschäftigung OWL e. V. Arbeitsgruppen gebildet, um gemeinsam regionale Lösungen zu entwickeln.
Melanie Taube, Leiterin der Regionalagentur OWL: „wir freuen uns, die Themen gemeinsam weiter zu bewegen. Interessierte sind jederzeit herzlich willkommen mitzumachen!“
Weitere Veranstaltungspartner waren das Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales NRW, die Regionaldirektion NRW, die Agenturen für Arbeit und die Jobcenter in OWL, die Wirtschaftsförderungen der Kreise und der Stadt Bielefeld sowie die Initiative für Beschäftigung OWL e. V.
Hier können Sie das Pressefoto und Programm herunterladen:
Wie können Unternehmen eine Arbeitskultur schaffen, die den vielfältigen Ausprägungen von Vereinbarkeit von Beruf- und Privatleben gerecht wird? Dieser zentralen Frage ging Michael Kubina, Coach und Diversity-Management Berater, am 25.06.2024 in der Präsenzveranstaltung „Lebensphasenorientierte Personalpolitik“ in der Sparkasse Gütersloh-Rietberg-Versmold nach. Er gab rund 50 Personalverantwortlichen und Führungskräften aus kleinen und mittleren Unternehmen zahlreiche praktische Tipps, zur Etablierung einer gesprächsoffenen Unternehmenskultur.
Zunächst stellte Kubina die besonderen Herausforderungen und Belastungen der unterschiedlichen Lebensphasen vor. Angefangen mit der Familiengründung und Kinderbetreuung, über Sinnkrisen und schweren Krankheiten bis hin zur Pflege von Angehörigen. Er betonte, dass es ähnliche Lösungsansätze für die unterschiedlichen Probleme der verschiedenen Lebensphasen gibt. Der zentrale Punkt für Führungskräfte sei, einen gesprächsoffenen und vertrauensvollen Umgang mit den Beschäftigten zu pflegen. Nur dann kämen die Mitarbeitenden mit ihren Problemen auf ihre Vorgesetzten zu und gemeinsame Lösungen können gefunden werden. Als Beispiel führte er das plötzliche Auftreten einer schweren Erkrankung an, die dazu führen kann, dass Mitarbeitende langfristig ausfallen und die Stelle neu ausgeschrieben werden muss. Seiner Erfahrung nach kann das für Betroffene oftmals eher ent- als belastend sein. Zentraler Punkt sei aber auch hier die offene und vertrauensvolle Kommunikation mit Betroffenen und dem Team.
Dem stimmte auch Verena Rettig vom Familienunternehmen heroal - Johann Henkenjohann GmbH & Co. KG zu. Wir haben uns bei heroal die Frage gestellt, wie gut wir unsere Mitarbeitenden wirklich „kennen“. Nicht in dem Sinne, was sie bei uns für eine Tätigkeit ausüben, sondern was sie als Menschen ausmacht und bewegt.
Die Sparkasse Gütersloh-Rietberg-Versmold war nicht nur ein toller Gastgeber, sondern gab den Teilnehmenden auch einen Einblick, wie Führungskompetenz und Familienfürsorge unter einen Hut gebracht werden können. Zum Thema "Führungstandem" sprachen Frederic Bloch und Kathrin Eusterbrock.
Mit diesen Impulsen ging Michael Kubina anschließend auf die zahlreichen Fragen und Anregungen aus dem Publikum ein und es entstand ein reger Austausch, aus dem die Teilnehmenden viele neue Impulse mitnehmen konnten.

Künstliche Intelligenz im Unterricht, eine inspirierende Maker Faire und intensiver Austausch zu MINT-Förderung im ländlichen Raum: Am 24. Mai 2024 fand die MINT 4.OWL Netzwerkveranstaltung auf der Ausbildungsmesse Azubi Vibes in Minden statt.
Künstliche Intelligenz im Unterricht, eine inspirierende Maker Faire und intensiver Austausch zu MINT-Förderung im ländlichen Raum: Am 24. Mai 2024 fand die MINT 4.OWL Netzwerkveranstaltung auf der Ausbildungsmesse Azubi Vibes in Minden statt. 20 Teilnehmende waren zu Gast auf dem Gelände der DB Systemtechnik, haben sich über die Ergebnisse von drei Jahren „MINT Community 4.OWL“ informiert und spannende Einblicke in die Welt der Ausbildung und der MINT-Berufe im Kreis Minden-Lübbecke erhalten.
800 durchgeführte mobile MINT-Workshops mit mehr als 15.000 Kindern und Jugendlichen – die MINT Community 4.OWL konnte in den letzten drei Jahren eine beachtliche Reichweite erzielen. Neben 79 außerschulischen Lernorten in der Region Ostwestfalen-Lippe sind auch 43 Unternehmen Teil der MINT Community. Zusammen mit den über 160 Kooperationspartnern in der Region und den Teilnehmenden der Netzwerkveranstaltung soll diese Arbeit in den nächsten zwei Jahren weiter ausgebaut und versteigt werden.
Mit seinem Vortrag „Von der Tafel zum Algorithmus: KI als Werkzeug in der Bildung“ hat Tobias Schröder vom Bielefelder Start-up „DigitalErleben“ die Gruppe in die Welt der Künstlichen Intelligenz eingeführt. DigitalErleben stattet Lehrkräfte, Schulen und Bildungseinrichtungen in Deutschland mit KI-Tools aus und baut damit eine Brücke zwischen traditionellen und digitalen Lehrmethoden, um so die Effizienz, Qualität und Zugänglichkeit von Bildung zu verbessern. Zusammen mit den Teilnehmenden wurden die Chancen und Herausforderungen künstlicher Intelligenz in der Schule diskutiert, bevor es zu einer Tour über die Ausbildungsmesse ging.
Vorgestellt wurde das Konzept der Messe von Stefan Kiel, zdi-Zentrum Minden-Lübbecke, und Jürgen Tuscher, Geschäftsführer RailCampus OWL. Über 130 Unternehmen haben sich und ihre Ausbildungsangebote an drei Tagen interaktiv vorgestellt. Highlight war dabei die Maker Faire mit spannenden Experimenten, Mitmach-Angeboten und dem 3D-Druck-Workshop von MINT 4.OWL.
Das Projekt MINT Community 4.OWL ist eines von 53 bundesweiten MINT-Clustern, die vom Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördert werden. In dem Projekt arbeiten die OstWestfalenLippe GmbH, die zdi-Zentren Gütersloh, Herford, Lippe, Minden-Lübbecke und Paderborn, die Universität Paderborn sowie das Bildungswerk der ostwestfälisch-lippischen Wirtschaft e.V. zusammen.
Mehr Informationen unter www.mint4owl.de.
„Am Gehalt manifestieren sich oft Konflikte, die über Gehalt gar nicht gelöst werden können“ erklärte Nadine Nobile in unserem Online-Seminar „Entlohnung neu gedacht – Wie New Pay Unternehmen transformiert“ rund 100 Personalverantwortlichen am 12. Juni 2024.
Zu Beginn gab Nobile einen Einblick in die aktuellen Entscheidungsfaktoren von Arbeitnehmenden. Nach diversen Krisen und der Inflation ist es nicht verwunderlich, dass nach der Arbeitsplatzsicherheit ein attraktives Gehalt und Sozialleistungen an zweiter Stelle der wichtigsten Faktoren stehen. Vor ein paar Jahren sah dies noch anders aus, so Nobile. Doch was verstehen wir unter Gehalt? Was kann alles dazu gehören und vor allem: wie kann es fair gestaltet werden? Konflikte würden sich oft in dem Wunsch nach höherem Gehalt äußern, dahinter wurden sich jedoch oft andere unerfüllte Bedürfnisse verbergen, wie Wertschätzung und Zeitsouveränität. Eine Lohnerhöhung würde dementsprechend als „Schmerzensgeld“ nur kurzzeitig Linderung verschaffen. Langfristig hielte die ursprüngliche Unzufriedenheit jedoch an. Die daraus resultierenden psychologischen Effekte seien gravierend und sollten nicht außer Acht gelassen werden. Es braucht daher einen ganzheitlichen Blick auf Entlohnung. Die Thematik sei nicht zu unterschätzen, da Vergütungssysteme viel über die Kultur- und Zukunftsfähigkeit eines Unternehmens aussagen würden. Nobile beschrieb einen Zeitenwandel: Gehaltstabus gehören der Vergangenheit an. Über Entlohnung zu sprechen, wird immer mehr zum Wettbewerbsvorteil. Insbesondere, da in Kürze neue EU-Richtlinien zur Gehaltstransparenz neue Maßstäbe setzen werden und Unternehmen verpflichtet nachzuziehen.
Nobile erläuterte, dass New Pay kein fixes Gehaltsmodell sei, sondern vielmehr ein Prozess und Gestaltungsansatz ist. Um dies zu verdeutlichen, erarbeitete das New Pay Collective sieben Dimensionen:
Der Dreh- und Angelpunkt dieser Dimensionen ist die Fairness. Diesbezüglich lohne es sich die Verfahrens- und Verteilungsgerechtigkeit des Unternehmens genauer unter die Lupe zu nehmen. Nobile erläuterte auch zu dieser Thematik verschiedene relevante Dimensionen. Anschließend beleuchtete sie die Gestaltung einer ganzheitlichen Vergütung. Neben den monetären Aspekten und Benefits stehen hier vor allem immaterielle Güter im Mittelpunkt. Nach Nobile handelt es sich hierbei um ein konstantes Wirk- und Entwicklungsfeld, das nicht statisch festgelegt werden kann und sollte. Ausgangspunkt der verschiedenen Faktoren sei die Selbstwirksamkeit der Mitarbeitenden. Unternehmen sollten sich die Frage stellen, wie sie die Aufgaben, Strukturen und Prozesse sowie die Resonanz des sozialen Umfelds optimal an die individuellen Bedürfnisse der Mitarbeitenden anpassen könnten. Das gelingt nicht von oben herab, sondern durch Partizipation. Erste mögliche Schritte für die New Pay Journey rundeten den Impulsvortrag ab. Die Reise kann mitunter anstrengend sein – aber wenn ein Berg erklommen wurde, lohnt sich die Aussicht.
Zum Ausklang hatten die Teilnehmenden der Veranstaltung wie immer die Möglichkeit, Fragen zu stellen, und Nadine Nobile gab wertvolle Anwendungstipps.

Oben: Petra Mattes - Kompetenzzentrum Frau und Beruf OWL / Kim Lasche - Kompetenzzentrum Frau und Beruf OWL / Unten: Nadine Nobile - CO:X GmbH