Gemeinsam stark: Langfristige Kooperation fördert MINT-Talente
Die Stadtbibliothek Salzkotten und das zdi-Zentrum Paderborn beweisen mit ihrer Kooperation, dass gemeinsames Engagement nachhaltige Erfolgsgeschichten schreibt. Seit Mai 2022 findet dort der beliebte "MINT-Mach-Mittwoch" statt – eine Veranstaltungsreihe, die Kinder und Jugendliche für Technik und Naturwissenschaften begeistert und ihnen praktische Einblicke bietet. "Unsere Bibliothek ist längst mehr als ein Ort für Bücher. Wir möchten ein Wohnzimmer für die Stadt sein, ein Raum für Begegnungen und Inspiration," erklärt Maike Sprenger, Leiterin der Stadtbibliothek Salzkotten. "Durch die Zusammenarbeit mit dem zdi-Zentrum können wir spannende MINT-Angebote bereitstellen, die wir allein nicht stemmen könnten."
Die Partnerschaft begann mit der Vorstellung des Projekts "MINT 4.OWL" auf der Bibliothekskonferenz in Düsseldorf durch die OWL GmbH. Daraus entwickelte sich der Kontakt von der Stadtbibliothek Salzkotten zum zdi-Zentrum Paderborn und eine regelmäßige Zusammenarbeit: Der MINT-Mach-Mittwoch lockt inzwischen konstant viele junge Teilnehmende an. Laut Beate Wilper vom zdi-Zentrum Paderborn ist dies kein Zufall: "Durch die zentrale Lage der Bibliothek und das Engagement des Teams vor Ort können wir Kinder und Jugendliche direkt erreichen und ihnen niedrigschwellige Zugänge zu technischen Themen bieten." Der MINT-Mach-Mittwoch richtet sich vor allem an Kinder der vierten bis sechsten Klasse und erfreut sich großer Beliebtheit. Die Themen reichen von Robotik über 3D-Druck bis hin zu Programmierung. Maike Sprenger berichtet: "Unsere Veranstaltungen sind schnell ausgebucht. Besonders schön finde ich, dass wir viele Mädchen dabei haben, die in diesen Bereichen oft unterrepräsentiert sind. Wir zeigen ihnen: Ihr könnt das!" Auch die Eltern reagieren positiv auf das Angebot. Viele melden ihre Kinder regelmäßig an und schätzen die lokalen Möglichkeiten: "Es ist eine echte Erleichterung für Familien, dass solche hochwertigen Angebote direkt vor Ort stattfinden und nicht mit weiten Wegen verbunden sind," ergänzt Sprenger.
Die Zusammenarbeit zwischen der Bibliothek und dem zdi-Zentrum geht weit über die Bereitstellung eines Raums hinaus. Beide Partner bringen ihre Stärken ein: Das zdi-Zentrum liefert das technische Know-how und die Materialien, während die Bibliothek für die Organisation und Bewerbung sorgt. Beate Wilper fasst es zusammen: "Es ist eine gemeinsame Aufgabe und eine Gemeinschaftsreihe, die wir hier anbieten. Ohne die Unterstützung der Bibliothek wäre das so nicht möglich." Die Veranstaltungsreihe wird auch in Zukunft fester Bestandteil des Programms der Stadtbibliothek bleiben. Mit großer Begeisterung blicken die Partner auf kommende Termine und weitere spannende Projekte. Beide Seiten sind sich einig: Die Zusammenarbeit ist ein Gewinn für alle Beteiligten und ein wichtiger Beitrag zur Förderung von MINT-Talenten in der Region. "Hand in Hand schaffen wir etwas Großes," resümiert Maike Sprenger. Und die Zahlen sprechen für sich: Bereits über 200 Kinder und Jugendliche konnten seit Beginn des Projekts erreicht werden. Ein Erfolg, der zeigt, wie wichtig Kooperationen für die regionale MINT-Förderung sind.
Die MINT Community 4.OWL ist eines von über 70 deutschlandweiten MINT-Clustern, bestehend aus der OstWestfalenLippe GmbH, der Universität Paderborn mit dem Schülerlabor coolMINT.paderborn, den Netzwerken der NRW-weiten MINT-Initiative zdi in Ostwestfalen-Lippe sowie dem Bildungswerk der ostwestfälisch-lippischen Wirtschaft. Gefördert wird das Projekt durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung. Ziel ist es, die Veränderungen der digitalen Arbeitswelt für Jugendliche in Ostwestfalen-Lippe mithilfe von niedrigschwelligen und interaktiven Mitmach-Angeboten erlebbar zu machen.
Weitere Informationen unter www.mint4owl.de.
60 Schülerinnen und Schüler erkunden Berufsbilder und Technik im Stadion.
Wie viel Technik steckt in einem Fußballstadion? Und wie könnte die Home Deluxe Arena klimaneutral betrieben werden? Und was hat das mit modernen naturwissenschaftlich-technischen Berufen zu tun? Diese Fragen standen im Mittelpunkt des diesjährigen Aktionstags „MINT@Stadion“, der am 12. November 2024 stattfand. 60 Schülerinnen und Schüler der 9. und 10. Klassen von vier Schulen aus dem Kreis Paderborn erhielten Einblicke in die technische Infrastruktur und verschiedene Nachhaltigkeitsprojekte des Stadions. Teilnehmende waren Schülerinnen und Schüler der Lise-Meitner-Realschule Paderborn, der Krollbachschule Hövelhof, der Mastbruchschule und der Gesamtschule Elsen. Organisiert wurde der Aktionstag von der Nullsieben Bildungszone des SC Paderborn 07 in Zusammenarbeit mit INTILION, dem ersten Nachhaltigkeitspartner des Vereins, sowie der Romberg Group, der OstWestfalenLippe GmbH und dem zdi.Paderborn der Wirtschaftsförderung Paderborn (WFG) im Rahmen des Projektes MINT 4.OWL.
„Für viele moderne Berufsbilder sind Fähigkeiten in Mathe, Informatik, Naturwissenschaften und Technik – kurz MINT – wesentliche Bausteine. Mit MINT@Stadion bringen wir diese Themen an einen Ort, mit dem die Jugendlichen Sport und Freizeit verbinden, an dem sie aber gleichzeitig digitale Technologien auch direkt hautnah erleben können. Das macht diese Berufe greifbarer und gibt hilfreiche Orientierung“, erklärt Beate Wilper von zdi.Paderborn.
Im Rahmen des Aktionstags arbeiteten die Schülerinnen und Schüler in vier praxisnahen Workshops, die MINT-Themen mit direktem Berufsbezug kombinierten. Im „Design-Thinking“-Workshop von INTILION entwickelten sie Ideen für ein klimaneutrales Stadion und beschäftigten sich mit nachhaltigen Energiequellen. In der Heimkabine des SCP07 programmierten und steuerten sie Roboterbälle, während im Dreihasen Club Brückenmodelle mit 3D-Druck Stiften entstanden. Eine technische Führung durch das Stadion bot zudem Einblicke in die Stromversorgung und andere infrastrukturelle Aspekte, verbunden mit einer Vorstellung des Berufsbilds des Elektrikers durch Volker Rath, Geschäftsführer der Romberg Projekttechnik GmbH. Abgerundet wurde das Programm durch ein Gespräch mit SCP07-Geschäftsführer Martin Hornberger.
„Ostwestfalen-Lippe benötigt dringend mehr motivierte junge Menschen mit Interesse an MINT-Themen. Mit Veranstaltungen wie MINT@Stadion wollen wir dieses Interesse wecken und zeigen, wie die Verbindung von Technik, Berufsorientierung und regionalen Perspektiven gelingt“, betont Melissa Richter von der OstWestfalenLippe GmbH. Martin Hornberger, Geschäftsführer beim SC Paderborn 07, ergänzt: „Der Aktionstag MINT@Stadion ist für uns eine großartige Möglichkeit, junge Menschen für Technik und Nachhaltigkeit zu begeistern und gleichzeitig unsere Rolle als Bildungs- und Innovationspartner der Region zu unterstreichen.“
Die MINT Community 4.OWL ist eines von über 70 deutschlandweiten MINT-Clustern, bestehend aus der OstWestfalenLippe GmbH, der Universität Paderborn mit dem Schülerlabor coolMINT.paderborn, den Netzwerken der NRW-weiten MINT-Initiative zdi in Ostwestfalen-Lippe sowie dem Bildungswerk der ostwestfälisch-lippischen Wirtschaft. Gefördert wird das Projekt durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung. Ziel ist es, die Veränderungen der digitalen Arbeitswelt für Jugendliche in Ostwestfalen-Lippe mithilfe von niedrigschwelligen und interaktiven Mitmach- Angeboten erlebbar zu machen. Weitere Informationen unter www.mint4owl.de.
Interkulturelle Kompetenz kann man nur schwer auf einer sachlichen Ebene diskutieren, da auch immer persönliche Erfahrungen und Hintergründe eine Rolle spielen. Das erläuterte Dr. Mariya Lorke am 05.12.2024 vor rund 60 Personalverantwortlichen und Führungskräften anhand ihrer eigenen Erfahrungen, die sie als Studentin ohne Kenntnisse der deutschen Sprache gemacht hat. Sie zeigte auf, wie vielfältig die kulturellen Unterschiede in der Welt sind und dass wir Menschen uns nicht kultur-neutral verhalten können, sondern alle durch eine Brille der eigenen Kultur schauen. Sich das immer wieder bewusst zu machen, sei sehr wichtig und hilfreich im Kontext interkultureller Kompetenzen.
Im weiteren Verlauf ging Mariya Lorke auf die gängigsten kulturellen Unterschiede ein, die häufig zu Missverständnissen führen. Dazu gehört, dass die deutsche Kultur eine Kultur ist, in der sehr direkt und offen kommuniziert wird. In anderen Kulturkreisen trifft diese Art der Kommunikation oftmals auf Unverständnis und wird als Kritik wahrgenommen. An dieser Stelle betonte sie, dass die direkte Ansprache wie sie in Deutschland üblich ist, die Minderheit ausmacht und dass man sich dessen bewusst sein sollte.
Im weiteren Verlauf ihres Vortrags ging es um psychologische und soziologische Anpassungsprozesse, die im Umgang mit Fremdheit auftreten und zu Stress führen. Anpassung und Integration in der Fremde laufen meistens in fünf Phasen ab: auf anfängliche Euphorie folgt eine Phase der Entfremdung, geprägt durch Selbstzweifel bis hin zur Eskalation, in der Mitarbeitende sich abkapseln, krankmelden und fehleranfällig sind. Es kann auch zu Missverständnissen kommen, die aber durch Austausch und Verständnis füreinander schließlich in einer Verständigungsphase mündet. Lorke betonte, dass dieser Prozess des sogenannten Kulturschocks auch mehrere Jahre dauern kann.
Abschließend gab die Referentin den Teilnehmenden zahlreiche Hinweise zu diversitätssensibler Kommunikation nach innen wie außen. So sei die schriftliche Kommunikation in Deutschland viel ausführlicher und formeller, wodurch in der Übersetzung eine große Distanz entstehen kann. Deshalb riet sie allen Teilnehmenden, ihre Stellenanzeigen kultursensibel zu gestalten und auch die verwendete Bildsprache zu überprüfen.

Oben: Petra Mattes - Kompetenzzentrum Frau und Beruf OWL | Kim Lasche - Kompetenzzentrum Frau und Beruf OWL
Unten: Dr. Mariya Lorke, Referentin
Die Schüler:innen arbeiten zusammen an dem Umbau des VW T2 Bullis im Maßstab 1:14 und werden von Auszubildenden und Experten des Unternehmes SH Wire dabei angeleitet.
Die Bulli Challenge, organisiert vom BOW e.V. im Rahmen der MINT Community 4.OWL, bietet Jugendlichen eine einzigartige Gelegenheit, technische Berufe hautnah zu erleben und ihre Fähigkeiten zu entdecken. In Zusammenarbeit mit Unternehmen wie SH Wire aus Lügde weckt die Challenge nicht nur Begeisterung für Technik, sondern motiviert die Teilnehmenden, ihre Zukunft aktiv zu gestalten. Die Schüler:innen arbeiten in Teams an technischen Aufgaben rund um den Umbau eines VW-Busses im Maßstab 1:14. Dabei lernen sie handwerkliche Fähigkeiten, wie Löten und Verdrahten, sowie Teamarbeit. Teilnehmen können Schüler:innen mit Interesse an technischen Berufen sowie regionale Unternehmen.
Technik erleben und Talente entdecken
SH Wire ist international führend in der Herstellung von Kupferlackdrähten für Elektromotoren und andere industrielle Anwendungen. Die Ausbildung spielt dabei eine zentrale Rolle, um den Fachkräftebedarf zu decken und das Unternehmen zukunftssicher aufzustellen. Ausbildungsleiter Herr Kowalsky erklärt: „Durch die Challenge sehe ich schnell, wo die Potenziale der Schülerinnen und Schüler liegen.“ Das Projekt bietet jungen Menschen die Möglichkeit, sich praktisch auszuprobieren und erste Erfahrungen in Berufen wie Elektronik und Mechatronik zu sammeln. Das Ergebnis spricht für sich: Fünf Teilnehmende haben sich nach der Challenge für eine Praktikum oder Ausbildung bei SH Wire entschieden. Besonders erfreulich ist, dass in den letzten Jahren auch zunehmend weibliche Auszubildende gewonnen werden konnten.
Vom Schüler zum Azubi – persönliche Erfolgsgeschichten
Dabei profitieren nicht nur die Schüler, sondern auch die Auszubildenden selbst, die die Bulli Challenge als Mentoren unterstützen. Die Geschichten der aktuellen Auszubildenden Domenik und Jannes zeigen, wie nachhaltig die Bulli Challenge wirkt. Beide waren als Schüler Teil des Projekts und fanden darüber den Weg in ihre Ausbildungsberufe. Domenik beschreibt den Moment, als er das erste Mal an der Bulli Challenge teilnahm: „Man hat viel Hilfe bekommen, aber sich nie überfordert gefühlt – es war eine perfekte Balance.“ Diese Erfahrung bestärkte ihn, ein Schulpraktikum bei SH Wire zu absolvieren und sich schließlich für eine Ausbildung zum Elektroniker für Betriebstechnik zu entscheiden. Auch Jannes hat die Challenge in guter Erinnerung: „Besonders beeindruckt haben mich die vielen neuen Eindrücke – es war etwas ganz anderes als Schule. Diese Begeisterung hat mich motiviert, in die technische Richtung zu gehen.“
Die Bulli Challenge bleibt vielen Teilnehmenden nicht nur wegen der technischen Aspekte in Erinnerung, sondern auch wegen der besonderen Atmosphäre. Domenik und Jannes betonen, wie motivierend das Teamgefühl und die Zusammenarbeit waren. „Es war toll zu sehen, wie alle an einem Strang ziehen, um ein gemeinsames Ziel zu erreichen“, erzählt Domenik. Für Herrn Kowalsky ist klar: Die Bulli Challenge ist ein Erfolgsmodell, das sowohl Schülerinnen und Schüler als auch das Unternehmen bereichert. „Wir können die Stärken der Teilnehmenden über einen längeren Zeitraum beobachten und lernen sie besser kennen, als es bei einer klassischen Bewerbung möglich wäre.“ Projekte wie die Bulli Challenge zeigen, wie innovative Berufsorientierung funktioniert. Junge Menschen werden nicht nur für Technik begeistert, sondern auch gezielt auf ihren Berufsweg vorbereitet – ein Gewinn für alle Beteiligten!
Die MINT Community 4.OWL ist eines von über 70 deutschlandweiten MINT-Clustern, bestehend aus der OstWestfalenLippe GmbH, der Universität Paderborn mit dem Schülerlabor coolMINT.paderborn, den Netzwerken der NRW-weiten MINT-Initiative zdi in Ostwestfalen-Lippe sowie dem Bildungswerk der ostwestfälisch-lippischen Wirtschaft. Gefördert wird das Projekt durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung. Ziel ist es, die Veränderungen der digitalen Arbeitswelt für Jugendliche in Ostwestfalen-Lippe mithilfe von niedrigschwelligen und interaktiven Mitmach-Angeboten erlebbar zu machen.
Weitere Informationen unter www.mint4owl.de.
Auf dem Reiterhof Wortmann in Spenge entwirft Johanna mit einem 3D-Druckerstift eine Brücke, die anschließend mit kleinen Gewichten auf ihre Stabilität getestet wird.
Auf dem Reiterhof Wortmann in Spenge verschmelzen zwei Welten, die auf den ersten Blick kaum miteinander zu tun haben: Pferdeliebe und Technik. Seit Sommer 2024 besteht diese einzigartige Kooperation zwischen dem zdi-Netzwerk experiMINT Kreis Herford und dem Reiterhof. Im Rahmen des Projekts „MINT Community 4.OWL“ begeistern mobile Workshops auf dem Reiterhof speziell Mädchen für die sogenannten MINT-Fächer – Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik. Diese Workshops finden in einer Umgebung statt, die für viele Mädchen eine besondere Anziehungskraft hat. So gelingt es, Freizeitspaß und spannendes Lernen auf einzigartige Weise zu verbinden.
Ein zentraler Bestandteil des Workshops „Brücken aus dem Drucker“ ist der kreative Einsatz von 3D-Druck. Die Teilnehmerinnen gestalten mit einem 3D-Druckstift Objekte wie z.B. Pferde oder kleine Brücken. Ganz Ingenieurlike wird anschließend das Eigengewicht der Brücke in Relation zur Tragkraft getestet, indem sie gewogen und danach kleine Gewichte auf die Brücken gelegt werden. Der Einsatz von 3D-Druckstiften ermöglicht einen niedrigschwelligen Zugang zur Technologie, während gleichzeitig kreative Fähigkeiten gefördert werden. Christine Parusel, die den Reiterhof mit ihrem Mann Stefan Parusel in zweiter Generation führt, freut sich über die positive Resonanz: „Es ist unglaublich, mit wie viel Freude die Mädchen an die Aufgaben herangehen. Für viele ist es der erste Kontakt mit solchen Technologien, und es ist schön zu sehen, wie schnell sie die Scheu davor verlieren.“ Maya Stute, vom zdi-Netzwerk experiMINT Kreis Herford, die die Idee hatte, MINT-Erlebnisse auf dem Reiterhof anzubieten, ist glücklich: „Mit der Idee, MINT-Themen an Orte zu bringen, wo Mädchen sich wohl fühlen, eröffnen sich einmal mehr Chancen für Mädchen sich erfolgreich auszuprobieren und zu erfahren, wie viel Spaß es macht, sich mit oft als komplex wahrgenommenen Themen wie Technik zu beschäftigen.“
Der Reiterhof zieht eine bunt gemischte Zielgruppe aus allen gesellschaftlichen Schichten an. Diese Diversität spiegelt sich auch in den Workshops wider, wo die Teilnehmerinnen voneinander lernen und gemeinsam Lösungen entwickeln. Christian Schmidt, MINT-Coach im Schülerlabor coolMINT.paderborn, erklärt. „Die Kombination aus Reiterhof und Technik macht es leichter, ihr Interesse zu wecken und ihnen zu zeigen, dass sie genauso gut in MINT-Fächern sind wie die Jungs.“ Die Erfolgserlebnisse, die die Mädchen dabei sammeln, stärken nicht nur ihr Selbstbewusstsein, sondern auch ihre Begeisterung für technische Themen.
Neben den eigentlichen Inhalten der Workshops spielt die außergewöhnliche Kulisse des Reiterhofs eine wichtige Rolle. Sie sorgt für eine entspannte Atmosphäre, die es den Mädchen ermöglicht, unbefangen an die Aufgaben heranzugehen. „MINT kann den Mädchen zeigen, dass sie mehr können, als sie sich oft selbst zutrauen“, ist sich Christine Parusel sicher. Sie sieht das Projekt als wichtigen Schritt, um Mädchen für Berufe und Studiengänge zu interessieren, in denen Frauen bisher unterrepräsentiert sind.
Die MINT Community 4.OWL ist eines von über 70 deutschlandweiten MINT-Clustern, bestehend aus der OstWestfalenLippe GmbH, der Universität Paderborn mit dem Schülerlabor coolMINT.paderborn, den Netzwerken der NRW-weiten MINT-Initiative zdi in Ostwestfalen-Lippe sowie dem Bildungswerk der ostwestfälisch-lippischen Wirtschaft. Gefördert wird das Projekt durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung. Ziel ist es, die Veränderungen der digitalen Arbeitswelt für Jugendliche in Ostwestfalen-Lippe mithilfe von niedrigschwelligen und interaktiven Mitmach-Angeboten erlebbar zu machen.
Weitere Informationen unter www.mint4owl.de.

51% der unter 20-jährigen nutzen TikTok regelmäßig, 43% täglich. Lohnt es sich für Arbeitgeber, eine eigene TikTok-Strategie zu entwickeln, um potenzielle Nachwuchskräfte zu erreichen und zu gewinnen? Dieser zentralen Frage ging der Referent, Nils Bußmann, Marketingleiter von Curawork, am 27.11.2024 in der Präsenzveranstaltung „Personalverantwortliche.sprechen: Kurze Videos, große Wirkung“ nach, die das Kompetenzzentrum Frau und Beruf OWL in Kooperation mit der pro Wirtschaft Gütersloh durchführt. Im hochmodernen Kundenzentrum der HORA Holter Regelarmaturen GmbH in Schloß Holte-Stukenbrock gab er mehr als 50 Personalverantwortlichen und Führungskräften aus kleinen und mittleren Unternehmen zahlreiche praktische Tipps, wie Employer Branding im digitalen Zeitalter erfolgreich funktionieren kann und welche „goldenen Regeln“ es zu beachten gilt.
Zunächst gab Bußmann einen Überblick über die relevanten Social-Media-Plattformen und ihre jeweiligen Zielgruppen und zeigte auf, dass es auf allen Kanälen einen Trend zum (endless-) Video Feed gebe. Da TikTok eine Vorreiterrolle auf diesem Gebiet einnimmt, sei es, so Bußmann, für Unternehmen eine einzigartige Chance, direkten Zugang zu jungen, engagierten Zielgruppe zu bekommen, die über traditionelle Medien nur schwer zu erreichen ist. Anschließend zeigte er anhand von mehreren Best-Practice-Beispielen, wie Unternehmen TikTok schon erfolgreich nutzen.
Anschließend ging Nils Bußmann auf die zahlreichen Fragen und Anregungen aus dem Publikum ein und es entstand ein reger Austausch, aus dem die Teilnehmenden viele neue Impulse mitnehmen konnten.

v.l.n.r. , Angela Wüllner, Dr. Marita Reinkemeier, Petra Mattes, Viktoria Kobusch, Nils Bußmann, Nicola Weber
Wie die Azubi-Rekrutierung erfolgreich gelingen kann und was sich junge Menschen wirklich wünschen, erläuterte Miriam Schöpp in einem Online-Seminar am 23.10.24. Die Referentin und Forscherin aus dem Kompetenzzentrum Fachkräftesicherung (KOFA), Ausbilderin und Business-Coachin gab rund 120 Personalverantwortlichen aus kleinen und mittleren Unternehmen einen informativen Rundumschlag von wissenschaftlich fundierten Erkenntnissen zu diversen Praxistipps.
Frau Schöpp begann ihren Vortrag mit einer Übersicht über die aktuelle Fachkräftesituation. Sie zeigte auf, dass die Zahl unbesetzter Ausbildungsstellen in den letzten zehn Jahren stark gestiegen ist. Junge Menschen können sich aufgrund des Arbeitnehmermarkts ihre Stellen zunehmend aussuchen, was auch zu Phänomenen wie „Ghosting“ führt. Schöpp stellte angesichts des Wechsels vom Arbeitgeber- zum Arbeitnehmermarkt die Frage auf, wie man zu einem attraktiven Ausbildungsbetrieb werden kann. Sie betonte, dass hierzu langfristige und strategische Veränderungen notwendig sind, um einen nachhaltigen Erfolg zu sichern. Als Basiselemente eines attraktiven Arbeitsgebers nannte sie wichtige Bereiche wie Sichtbarkeit, Zielgruppe, Arbeitgebermarke, Anziehungskraft und Ausbildungsqualität. Viel helfe zwar viel, jedoch riet Schöpp den Personalverantwortlichen im Zweifelsfall lieber auf Qualität, statt Quantität zu setzen.
In einer anschließenden Umfrage mit den Teilnehmenden wurden Herausforderungen und positive Erlebnisse im Umgang mit jungen Menschen im Ausbildungsbereich diskutiert. Schöpp hob hervor, wie wichtig es sei, den Fokus auf Gemeinsamkeiten zu legen anstatt auf die herausfordernden Unterschiede. Sie stellte des Weiteren eine Studie zur Typologie von Berufsstartern vor und verdeutlichte die Heterogenität der Generation Z, einschließlich geschlechterspezifischer Unterschiede. Unternehmen, die gezielt junge Frauen ansprechen wollen, müssten diese verstehen und im Employer Branding gezielt ansprechen.
Ein weiterer zentraler Punkt ist die Nutzung der richtigen Kanäle, um junge Menschen zu erreichen. Frau Schöpp zeigte auf, dass Social-Media eine Schlüsselrolle spiele und dass es entscheidend sei, auf den richtigen Plattformen präsent zu sein. Auch hier zeigen sich geschlechterspezifische Unterschiede in der Nutzung, die es bei der Ausrichtung der Kommunikationsstrategie zu beachten gilt. Zudem seien auch Eltern wichtige Multiplikatoren, jedoch fehle ihnen häufig das Wissen über die Berufe der Zukunft – hier sei eine gezielte Elterninformationsarbeit notwendig.
Sie betonte zudem die Bedeutung von weiblichen Vorbildern, um mehr junge Frauen für Ausbildungsberufe zu gewinnen und stellte das Potenzial von Ausbildungsbotschaftern vor. Zum Abschluss sprach sie über die Wichtigkeit eines guten Onboarding-Prozesses und beantwortete die Fragen der Teilnehmenden.

Oben: Miriam Schöpp, Referentin und Forscherin aus dem Kompetenzzentrum Fachkräftesicherung (KOFA)
Kim Lasche - Kompetenzzentrum Frau und Beruf OWL | Unten: Petra Mattes - Kompetenzzentrum Frau und Beruf OWL
Wie können Unternehmen eine Arbeitskultur schaffen, die den vielfältigen Ausprägungen von Vereinbarkeit von Beruf- und Privatleben gerecht wird? Dieser zentralen Frage ging Michael Kubina, Coach und Diversity-Management Berater, am 22.10.2024 in der Präsenzveranstaltung „Familienfreundliche Unternehmen im Gespräch“ in der Vereinigten Volksbank eG in Warburg nach. Er gab rund 30 Personalverantwortlichen und Führungskräften aus kleinen und mittleren Unternehmen zahlreiche praktische Tipps, zur Etablierung einer gesprächsoffenen und beteiligungsorientierten Unternehmenskultur.
Zunächst stellte Michael Kubina die besonderen Herausforderungen und Belastungen der unterschiedlichen Lebensphasen vor. Angefangen mit der Familiengründung und Kinderbetreuung, über Sinnkrisen und schweren Krankheiten bis hin zur Pflege von Angehörigen. Er betonte, dass es ähnliche Lösungsansätze für die unterschiedlichen Probleme der verschiedenen Lebensphasen gibt. Der zentrale Punkt für Führungskräfte sei, einen gesprächsoffenen und vertrauensvollen Umgang mit den Beschäftigten zu pflegen. Nur dann kämen die Mitarbeitenden mit ihren Problemen auf ihre Vorgesetzten zu und gemeinsame Lösungen können gefunden werden. Als Beispiel führte er das plötzliche Auftreten einer schweren Erkrankung an, die dazu führen kann, dass Mitarbeitende langfristig ausfallen und die Stelle neu ausgeschrieben werden muss. Seiner Erfahrung nach kann das für Betroffene oftmals eher ent- als belastend sein. Zentraler Punkt sei aber auch hier die offene und vertrauensvolle Kommunikation mit Betroffenen und dem Team.
Dem stimmten auch Sascha Hofmann, Geschäftsleiter der Vereinigten Volksbank eG und Jennifer Rühl, Personalverantwortliche und Ausbildungsleiterin der Vereinigten Volksbank eG zu. Wir haben das Ohr immer sehr nah an unseren Beschäftigten und stellen uns immer wieder die Frage, was sie als Menschen ausmacht und bewegt.
Die Vereinigte Volksbank eG war nicht nur ein toller Gastgeber, Sascha Hofmann und Jennifer Rühl, gaben einen authentischen Einblick, wie vielfältig Angebote zur Vereinbarkeit gestaltet werden können.
Mit diesen Impulsen gingen Michael Kubina und Jennifer Rühl anschließend in den Austausch mit der Moderatorin Grit Wunderlich und beantworteten die Fragen und Anregungen aus dem Publikum. Es entstand ein reger Austausch, aus dem die Teilnehmenden viele neue Impulse mitnehmen konnten.

BUZ: Freuten sich über einen interessanten Austausch (v.l.): Sascha Hofmann, Tatjana Disse, Michael Kubina, Petra Mattes, Uta Hartmann, Grit Wunderlich, Jennifer Rühl
Paderborn, 30. September 2024 – Die Bedürfnisse der Beschäftigten über Generationen hinweg in den Blick nehmen gehört zu einer verantwortungsvollen Unternehmensführung. Denn wer zufrieden ist, bleibt länger, ist stärker motiviert und identifiziert sich mit dem Unternehmen. Wie lebensphasenorientierte Personalpolitik gelingen kann, dazu tauschten sich am vergangenen Montag knapp 50 Personal- und Führungsverantwortliche aus kleinen und mittleren Unternehmen des Kreises Paderborn im AIRPORT-FORUM des Flughafens Paderborn/Lippstadt aus. Organisiert wurde die Veranstaltung vom Kompetenzzentrum Frau und Beruf OWL, dem Amt für Wirtschaft und Tourismus Paderborn sowie der Gleichstellungsstelle des Kreises Paderborn.
Landrat Rüther: Familienfreundlichkeit als Herzensangelegenheit
Der Landrat des Kreises Paderborn begrüßte die Teilnehmenden und betonte in seiner Eröffnungsrede die Bedeutung einer lebensphasenorientierten Unternehmenskultur: „Als Führungskraft ist es essenziell sich auf seine Beschäftigten einzustellen. Das Erkennen von individuellen Sorgen und Nöten ist Grundvoraussetzung für den Erfolg eines Unternehmens.“ In diesem Zusammenhang betonte Landrat Rüther, dass die Vereinbarkeit von Familie, Pflege und Beruf für ihn eine Herzensangelegenheit ist, die er unter anderem durch die Auszeichnung „Familienfreundliches Unternehmen im Kreis Paderborn“ im nächsten Jahr weiter voranbringen möchte.
Erfolgsmodelle aus Theorie und Praxis: Wie eine lebensphasenorientierte Personalpolitik gelebt werden kann
Der Diversity-Coach und Berater Michael Kubina führte in seinem Impulsvortrag aus, wie Unternehmen durch eine lebensphasenorientierte Personalpolitik auf die unterschiedlichen Bedürfnisse ihrer Mitarbeitenden eingehen können. Der zentrale Punkt für Führungskräfte sei, einen gesprächsoffenen und vertrauensvollen Umgang mit den Beschäftigten zu pflegen. Nur dann kämen die Mitarbeitenden mit ihren Problemen auf ihre Vorgesetzten zu und gemeinsame Lösungen können gefunden werden.
Wie das konkret aussehen kann, präsentierte Florian Meier, Geschäftsführer der LST-Laserschneidtechnik GmbH aus Hövelhof. Das plötzliche Auftreten einer schweren Erkrankung kann dazu führen, dass Mitarbeitende langfristig ausfallen und die Stelle neu besetzt werden muss. Nach der Genesung wieder ins Unternehmen zurückkehren zu können kann für Betroffene eine große Unterstützung sein.
Voneinander lernen: Familienfreundliche Unternehmen im Austausch
Im Mittelpunkt der Veranstaltung stand der offene Austausch zwischen den Personalverantwortlichen der Unternehmen. Viele sind bereits mit der Auszeichnung „Familienfreundliches Unternehmen“ geehrt worden und haben zahlreiche Angebote zur Vereinbarkeit von Familie, Pflege und Beruf im Unternehmen fest etabliert. Im AIRPORT-FORUM des Flughafens Paderborn/Lippstadt hatten sie nun die Gelegenheit zum Netzwerken und so neue Impulse für die Weiterentwicklung der eigenen Unternehmenskultur mitzunehmen.
Verpflichtung zu einer transparenten Wirtschaftsförderung
Im Rahmen der Veranstaltung betonte Landrat Christoph Rüther außerdem die Verpflichtung des Kreises Paderborn zu Planungssicherheit und Transparenz für die Unternehmen vor Ort. Als Mitglied der RAL Gütegemeinschaft Mittelständische Kommunalverwaltung e.V. setzt der Kreis Paderborn auf regelmäßigen und offenen Austausch mit der regionalen Wirtschaft, um deren Bedürfnisse frühzeitig zu erkennen und zu unterstützen.
Auszeichnung „Familienfreundliches Unternehmen im Kreis Paderborn 2025“
Auch kommenden Jahr können sich kleine und mittlere Unternehmen aus dem Kreis Paderborn für die Auszeichnung „Familienfreundliches Unternehmen 2025“ bewerben. Alle zwei Jahre wird diese an Unternehmen verliehen, die sich beim Thema Vereinbarkeit von Beruf, Familie und Pflege engagieren. Organisator ist das Kompetenzzentrum Frau und Beruf OWL gemeinsam mit seinen Kooperationspartnerinnen und -partnern, dem Kreis Paderborn, der Industrie- und Handelskammer Ostwestfalen zu Bielefeld sowie der Handwerkskammer Ostwestfalen-Lippe zu Bielefeld.

BUZ: Freuen sich auf den Austausch (v.l.): Christoph Rüther (Landrat des Kreises Paderborn), Karin Wiemers (Amt für Wirtschaft & Tourismus des Kreises Paderborn), (Edith Rehmann-Decker (Leiterin des Amtes für Wirtschaft & Tourismus des Kreises Paderborn), Florian Meier (LST-Laserschneidtechnik GmbH), Michael Kubina (Geschäftsführer, Coach und Berater, Mars Venus Coaching), und Petra Mattes (Projektmanagerin Kompetenzzentrum Frau und Beruf OWL).
Freuen sich auf den Fachkräftekongress (v.l.): Carl-Christian Goll (Handwerkskammer Ostwestfalen-Lippe zu Bielefeld), Landrat Jürgen Müller (Kreis Herford), Björn Böker (OWL GmbH), Ministerin Rajan Sawhney (Provinz Alberta, Kanada), Melanie Taube (Regionalagentur OWL, OWL GmbH), Uwe Bergmann (Bergmann & Steffen GmbH), Minister Karl-Josef Laumann (Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales des Landes NRW).
Herford, 16.09.2024. Im Rahmen seiner landesweiten Fachkräftetour hat Arbeitsminister Karl-Josef Laumann am Montag, 16. September 2024, den Handwerksbetrieb Bergmann & Steffen GmbH in Spenge besucht. Das Familienunternehmen wurde 1970 gegründet und ist im Bereich Schweiß- und Verbindungstechnik tätig. Bergmann & Steffen hat sich auf die Entwicklung und den Bau von Laser-Schweißanlagen spezialisiert und betreibt ein eigenes Laserzentrum. Dabei engagiert sich der Betrieb in besonderem Maße für die Ausbildung jugendlicher Fachkräfte. Rund 70 Mitarbeitende konstruieren und fertigen bei Bergmann & Steffen Schweißanlagen und Schweißwerkzeuge für verschiedene Industriezweige mit Schwerpunkt Automobil. Durchschnittlich werden in dem anerkannten Ausbildungsbetrieb der Handwerkskammer zwei bis drei Auszubildende in den Berufen Feinwerkmechaniker/in, Technische Produktdesigner/in, Mechatroniker/in und/oder Zerspanungsmechaniker/in ausgebildet. Aktuell sind drei Azubis bei der Handwerkskammer erfasst. Mit Hilfe von regionalen Partnerschaften und anderen gezielten Maßnahmen möchte das Handwerksunternehmen kontinuierlich neue Auszubildende gewinnen.
Arbeitsminister Karl-Josef Laumann: „Über eine Million Beschäftigte arbeiten in den nordrheinwestfälischen Handwerksbetrieben. Das Handwerk ist zudem einer der wichtigsten Ausbilder in unserem Land. Das ist gut, weil wir ein starkes Handwerk brauchen, um die Herausforderungen unserer Zeit zu meistern. Nur mit gut ausgebildeten Handwerkerinnen und Handwerkern werden wir den Klimaschutz, die Digitalisierung und die Erneuerung unserer Infrastruktur erfolgreich umsetzen können. Dass mehr ältere Menschen aus dem Berufsleben ausscheiden und weniger junge Menschen nachfolgen, trifft auch das Handwerk. Damit es weiterhin ausreichend Fachkräfte gibt, treiben wir gemeinsam mit Arbeitgebern, Arbeitnehmern und Sozialverbänden die Fachkräfteoffensive NRW voran. Ich freue mich daher sehr, dass sich ein Betrieb wie Bergmann & Steffen, der mit modernster Technologie arbeitet, mit Partnerschaften vor Ort aktiv um Nachwuchskräfte bemüht. Nur gemeinsam können wir die Fachkräftesicherung schaffen.“
Uwe Bergmann, Geschäftsführer der Bergmann & Steffen GmbH: „Wir sehen, das junge und motivierte Auszubildende der Erfolgsfaktor von Morgen sind. In den letzten Jahren stellen wir fest, dass es schwieriger wird, geeignete Auszubildende zu finden. Deshalb engagieren wir uns sehr für unseren Nachwuchs. Wir beteiligen uns z.B. am regionalen Matching-Portal „beAzubi“, machen mit bei Aktionstagen für Ausbildung und haben sogar einen eignen Kino-Werbe-Trailer entwickelt.“
Im Anschluss an den Besuch bei Bergmann & Steffen nahm Minister Laumann am Fachkräftekongress der Regionalagentur Ostwestfalen-Lippe zum Thema „Zukunft der Ausbildung in OWL“ teil. Der Kongress fand im Marta Museum in Herford statt. Arbeitsminister Laumann diskutierte dort mit Vertreterinnen und Vertretern aus Ostwestfalen-Lippe über Herausforderungen und Chancen des Fachkräftemangels in der Region. Dabei ging es auch um Best-Practice-Beispiele der Nachwuchsgewinnung.
Jürgen Müller, Landrat des Kreises Herford erklärt: „Eine starke berufliche Orientierung und Ausbildung sind der Grundstein dafür, dass wir in OWL wichtige Transformationsprozesse bewältigen und unseren Wohlstand sichern können. Deshalb sind wir hier sehr aktiv. Ein Beispiel dafür ist die Lehrfabrik Möbel, die der Verband der Holz- und Möbelindustrie gemeinsam mit der ZEUS GmbH, namhaften Unternehmen und vielen Partnerinnen und Partnern mitentwickelt und vorangetrieben hat.“
Der Fachkräftekongress war zugleich die Auftaktveranstaltung für das Aktionsprogramm „Fachkräfte für OWL“, mit dem vom 16. bis 29. September 2024 Unternehmen, junge Nachwuchskräfte und Menschen, die sich beruflich verändern möchten, gezielt mit vielen Formaten rund um die regionale Fachkräftesicherung angesprochen werden. So werden zum Beispiel Workshops für Personalverantwortliche, Popup-Beratung für Jugendliche, Sprechstunden, Messen, Vorträge zur Fachkräftegewinnung und Informationen zu Förderprogrammen für kleine und mittelständische Unternehmen angeboten.
Melanie Taube, Leiterin der Regionalagentur OWL dazu: „Fachkräftesicherung kann nur gelingen, wenn alle Akteure und Partner zusammenarbeiten und für die Region passende und tragfähige Lösungen erarbeiten. Diesen Prozess unterstützen wir gern. Ich freue mich, dass wir mit der Entwicklung regionaler Konzepte und Initiativen – wie dem „Aktionsprogramm Fachkräfte für OWL“ - zeigen können, wie gut wir Dinge gemeinsam bewegen!“
Björn Böker, Geschäftsführer der OWL GmbH, ergänzt: „Wir wollen OWL als Vorreiter in der Nachwuchsgewinnung positionieren und die Attraktivität als Ausbildungsregion steigern. Durch ein strategisches Regionalmarketing möchten wir die besten Talente für unseren Wirtschaftsstandort gewinnen, begeistern und langfristig binden.“
Bis 2030 werden in der Region Ostwestfalen-Lippe allein in Industrie und Handwerk mehr als 100.000 Fachkräfte fehlen. In vielen Berufsfeldern gibt es heute schon Engpässe und Stellen können nicht mehr besetzt werden. Um solchen Herausforderungen zu begegnen, hat die Landesregierung eine umfassende Fachkräfteoffensive gestartet. Im Rahmen dieser wurden verschiedene Programme und Maßnahmen ins Leben gerufen, darunter das Programm “Ausbildungswege NRW”. Mithilfe von Coaches sollen unversorgte, ausbildungsinteressierte junge Menschen für eine berufliche Ausbildung gewonnen und bei der Suche nach einem Ausbildungsplatz unterstützt werden. Im Handwerk gibt es die Meisterprämie in Höhe von 2.500 €, die jährlich mit 11 Millionen Euro gefördert wird. Seit Juli 2023 wurden fast 4.000 Prämien vergeben (Stand: 31. August 2024). Zudem stellt NRW jährlich 8 Millionen Euro für die Modernisierung der Überbetrieblichen Bildungszentren zur Verfügung. Gemeinsam mit dem Bund und den Eigenmitteln der Träger werden dadurch Investitionen von bis zu 40 Millionen Euro jährlich in eine zeitgemäße Infrastruktur für eine attraktive Ausbildung der Fachkräfte von morgen ermöglicht.
Der Besuch in der Region Ostwestfalen-Lippe im Rahmen der Fachkräftetour ist Teil der “Fachkräfteoffensive NRW“. Ziel der Tour ist es, sich ein noch besseres Bild von den teils sehr unterschiedlichen Fachkräftesituation in ganz Nordrhein-Westfalen zu verschaffen und sich gemeinsam mit den regionalen Akteuren über die aktuellen Herausforderungen und erforderlichen Maßnahmen auszutauschen. Mit der Fachkräfteoffensive NRW koordiniert und bündelt die Landesregierung ihre Maßnahmen zur Fachkräftesicherung und bindet die entscheidenden Akteure des Arbeitsmarkts mit ein.
Weitere Informationen zur Fachkräfteoffensive NRW und der Fachkräftetour finden Sie hier.
Pressekontakt:
OstWestfalenLippe GmbH
Ayse Acikel
0521 967 331 60
a.acikelnoSpam@owl.gmbh
www.ostwestfalenlippe.de