Rückschau | Online-Netzwerktreffen Big-Sister-Mentoring-Programm 2026
Es ist Halbzeit im Big-Sister-Mentoring-Programm 2026
Am 6. und 16. Oktober 2026 kam das Big-Sister-Mentoring-Programm für Gründerinnen zu zwei Online-Netzwerktreffen zusammen – einmal im Kreis der Mentees, einmal im Kreis der Mentorinnen. Zur Halbzeit des Programms ging es darum, Bilanz zu ziehen: Was hat bisher getragen, wo stehen die Teilnehmerinnen, und welche Themen prägen die zweite Programmhälfte?
Rückblick, Reflexion, Neuausrichtung
Für die Mentees verband das Treffen einen strukturierten Rückblick mit Selbstreflexion und einer bewussten Neuausrichtung der eigenen Ziele. Ebenso wichtig war der Austausch untereinander: Die Gründerinnen berichteten von ihren Erfahrungen aus den Tandems, teilten Hürden und Fortschritte und nahmen neue Motivation für die kommenden Monate mit. Gerade als Solo-Selbstständige ist der Austausch untereinander besonders wohltuend und hilfreich.
Inhaltlich zeichneten sich klare Schwerpunkte ab. Neben dem Zugang zu Netzwerken und der Unterstützung bei Entscheidungsprozessen standen vor allem operative Fragen im Mittelpunkt: Kundenakquise, Vertriebsstrategien und Preispolitik. Als wirksamster Faktor erwies sich dabei weniger das einzelne Fachthema als der regelmäßige Austausch selbst und die Arbeit am unternehmerischen Mindset.
Die Perspektive der Mentorinnen
Im separaten Treffen der Mentorinnen bestätigte sich dieses Bild, zugleich verschob sich der Fokus. Mentoring, so der Tenor, ist weit mehr als Hilfe bei Struktur und Planung. Entscheidend sei die kontinuierliche Begleitung auf dem Weg von der Gründerin zur Unternehmerin. Zur Sprache kamen dabei strukturelle Hürden, das Impostor-Syndrom, der ungleiche Zugang zu etablierten Systemen sowie tradierte soziale Rollenbilder.
Eine Mentorin brachte es so auf den Punkt: „Es fehlt noch eine kollektive Lösung. Das Programm hat mir gezeigt, wie tief das Problem eigentlich geht – auf dem Weg, die Rolle anzunehmen: Ich bin Unternehmerin. Der Ansatz, Frauen müssten sich einfach besser strukturieren, greift schlicht zu kurz.“
Learnings zur Halbzeit
Zum Abschluss vereinbarten beide Gruppen, weiter eng in Kontakt zu bleiben und die angesprochenen Themen in der zweiten Programmhälfte gezielt weiterzuverfolgen.
Was wäre, wenn Mitarbeitende montags nicht aus Pflichtgefühl zur Arbeit kämen, sondern weil sie an einer gemeinsamen Sache bauen wollen? Mit dieser positiven Utopie startete unser Webinar „Von der erlebnisbasierten Berufsorientierung zum Kulturscan – Wie Unternehmen für Nachwuchstalente zum Magneten werden" mit rund 35 Teilnehmenden. Die Referentin Lisa Wetzel, Expertin für Nachwuchsgewinnung und -bindung, wurde dabei von Eberhard Scharpf, Geschäftsführer von Scharpf Holzbau, unterstützt, der konkrete Einblicke aus der betrieblichen Praxis beisteuerte.
Zum Einstieg richtete Lisa Wetzel den Blick auf die junge Nachwuchsgeneration. Mit aktuell fast sechs Generationen am Arbeitsmarkt treffen unterschiedliche Prägungen und Wertehaltungen aufeinander. Sie wies darauf hin, das Ziel sollte dabei immer ein besseres Miteinander sein, nicht das Denken in Schubladen. Besonders differenziert fiel der Blick auf die Generation Z aus, die so viel arbeitet wie nie, zugleich aber häufig mit innerem Druck in die Ausbildung startet. Wer junge Menschen – und gerade junge Frauen – für sich gewinnen möchte, so Wetzel, muss diesen inneren Druck verstehen.
Wie moderne Berufsorientierung gelingt, zeigte sie anhand zweier Praxisbeispiele – praxisnah statt als reine Informationsweitergabe. Im Mittelpunkt stand das mit dem bundesweiten SCHULEWIRTSCHAFT-Preis 2025 ausgezeichnete Konzept von Scharpf Holzbau, das über mehrere Erlebnisstationen Berührungsängste abbaut und männlich geprägte Berufsbilder gezielt auch für weibliche Nachwuchskräfte attraktiv macht – mit einer jungen Auszubildenden als Anleiterin und Markenbotschafterin. Dass dieser Ansatz wirkt, zeigte die Evaluation eindrucksvoll: Dem Angebot eines Praktikums stimmten am Ende sogar mehr Mädchen als Jungen zu. Ein zweites Beispiel richtete den Blick darauf, wie sich Berufsbilder auch digital erlebbar machen lassen.
Doch wie gelingt es, dass Nachwuchskräfte – und insbesondere weibliche Fachkräfte – auch bleiben? Die Antwort von Lisa Wetzel war eindeutig: „Der Klebstoff ist Unternehmenskultur. Immer." Weil Kultur oft abstrakt bleibt, stellte sie ein selbst entwickeltes Tool vor, mit dem sich die gelebte Kultur im Team sichtbar und besprechbar machen lässt. Zum Abschluss blieb wie immer Zeit für Fragen und Austausch in der Diskussionsrunde.

Referentin: Lisa Wetzel, Expertin für Nachwuchsgewinnung, Projektmanagerin Kompetenzzentrum Frau und Beruf: Kim Lasche, unten: Eberhard Scharpf
Vierte Arbeitsmarktkonferenz in Bielefeld
Im Rahmen seiner landesweiten Arbeitsmarktkonferenzen hat sich Arbeitsminister Karl-Josef Laumann am Freitag, 9. Oktober 2026, mit Unternehmen, Sozialpartnern, Wirtschaftsorganisationen und weiteren Arbeitsmarktakteurinnen und -akteuren aus Ostwestfalen-Lippe in Bielefeld getroffen. Im Mittelpunkt des Austauschs standen die Auswirkungen der Transformation auf Beschäftigung, die daraus entstehenden Qualifizierungsbedarfe sowie die Frage, wie Fachkräfte auch in Veränderungsprozessen möglichst in der Region gehalten werden können.
„Der Arbeitsmarkt in Nordrhein-Westfalen ist regional sehr unterschiedlich. Mir ist es deshalb wichtig, vor Ort mit Unternehmen, Beschäftigten und den weiteren Akteuren über ihre spezifische Situation und ihre Bedürfnisse zu sprechen. Ich will wissen: Wo gibt es Probleme und welche genau, aber auch, wo Chancen und Wachstumspotential liegen. Nur so können wir zu konkreten Ergebnissen kommen, was wir gemeinsam anpacken können – für einen Arbeitsmarkt, der Beschäftigten und Unternehmen Perspektiven bietet“, so Arbeitsminister Karl-Josef Laumann.
Ostwestfalen-Lippe ist eine wirtschaftsstarke Region mit einer ausgeprägten industriellen Basis und einem starken Mittelstand. Zugleich stehen viele Unternehmen vor tiefgreifenden Veränderungen. Digitalisierung und Automatisierung, veränderte Produktionsprozesse und wirtschaftlicher Anpassungsdruck verändern Tätigkeiten und Kompetenzanforderungen. Gleichzeitig bleibt die Sicherung von Fachkräften eine zentrale Herausforderung.
Arbeitsminister Laumann: „Die Beschäftigung in Ostwestfalen-Lippe ist im vergangenen Jahr leicht gestiegen. Gleichzeitig spürt diese starke Industrieregion den wirtschaftlichen und technologischen Wandel besonders. Teil dieser Entwicklung ist, dass Unternehmen geeignete Fachkräfte suchen. Wir müssen diese beiden Seiten des Arbeitsmarktes zusammenbringen. Wenn in einem Betrieb Stellen wegfallen, müssen wir frühzeitig klären: Welche Fähigkeiten bringen die Beschäftigten mit, was müssen sie dazulernen und wo werden sie gebraucht? Unser Ziel muss sein, Übergänge von Arbeit in Arbeit zu ermöglichen, bevor Arbeitslosigkeit entsteht. Dafür brauchen wir heute konkrete Verabredungen zwischen Unternehmen, Arbeitsverwaltung und regionalen Partnern.“
In Ostwestfalen-Lippe sind rund 891.000 Menschen sozialversicherungspflichtig beschäftigt. Gegenüber dem Vorjahr ist die Beschäftigung trotz der schwierigen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen um rund 3.000 Personen beziehungsweise 0,3 Prozent gestiegen. Besonders deutlich fiel der Zuwachs im Kreis Gütersloh mit 1,5 Prozent und im Kreis Lippe mit 1,2 Prozent aus.
Knapp 240.000 Menschen arbeiten in Ostwestfalen-Lippe im verarbeitenden Gewerbe. Damit entfällt gut jeder vierte sozialversicherungspflichtige Arbeitsplatz in der Region auf die Industrie. Während die Gesamtbeschäftigung gegenüber dem Vorjahr leicht gestiegen ist, sind im verarbeitenden Gewerbe innerhalb eines Jahres rund 1.500 sozialversicherungspflichtige Arbeitsplätze verloren gegangen.
Dirk Strangfeld, Geschäftsführer Regionaldirektion Nordrhein-Westfalen der Bundesagentur für Arbeit: „Ostwestfalen-Lippe ist traditionell eine starke Wirtschaftsregion. Dennoch zeigt sich, dass immer mehr Unternehmen Beschäftigung abbauen und gleichzeitig händeringend gefragte Fachkräfte suchen. Was auf den ersten Blick widersprüchlich erscheint, ist ein typisches Merkmal eines sich wandelnden Arbeitsmarktes. In einer immer komplexer werdenden Arbeitswelt brauchen die Unternehmen zunehmend sehr spezifisches Knowhow. Der Wandel der Arbeit ist daher in erster Linie ein Thema der beruflichen Bildung. Als Arbeitsagentur können wir hier Unternehmen, Beschäftigte und Arbeitsuchende gezielt beraten und mit Förderungen unterstützen. Der heutige Austausch mit den Arbeitgebenden liefert uns weitere wertvolle Informationen darüber, wie Ausbildungs- und Qualifizierungsinhalte in der Zukunft aussehen könnten und wie wir gemeinsam die Unterstützungsangebote in der Region noch besser an den Bedürfnissen der Unternehmen und der Menschen in Ostwestfalen-Lippe ausrichten können.“
Peter Eul, Präsident der Handwerkskammer Ostwestfalen-Lippe: „Im Handwerk wissen wir: Für qualifizierte Fachkräfte brauchen wir ein geeignetes und zukunftsfestes Bildungsangebot. Und deshalb bauen wir unsere Bildungsstätten in OWL kontinuierlich aus. Das beste Beispiel hierfür ist der Campus Handwerk in Bielefeld, den wir mit großzügiger Unterstützung der Landesregierung deutlich erweitern. Handwerkliche Bildung im Herzen des Oberzentrums Ostwestfalen-Lippes. Darauf können wir stolz sein. Denn mit unserem Lehrangebot erreichen wir nicht nur junge Menschen in Bielefeld und Umgebung, sondern wirken auch über die regionalen Grenzen hinaus.“
Clea Stille, Geschäftsführung der DGB-Region Ostwestfalen-Lippe: „Der Arbeitsmarkt in Ostwestfalen-Lippe steht vor großen Herausforderungen und wir brauchen die richtigen Rahmenbedingungen und politischen Impulse, um unsere Region zukunftsfest zu gestalten damit nachhaltige Perspektiven für Beschäftigte und Betriebe entstehen. Wir müssen uns stark machen für eine höhere Tarifbindung, bessere Ausbildungsbedingungen und der Ausbeutung von Menschen weiterhin den Kampf ansagen. Für Arbeitnehmende sind aber nicht nur die Arbeitsbedingungen in einer Region entscheidend, sondern auch die Lebensbedingungen. Damit Arbeitnehmende langfristig eine Perspektive in Ostwestfalen-Lippe sehen, braucht es auch bezahlbaren Wohnraum, eine gut ausgebaute Infrastruktur und verlässliche Betreuungsstrukturen für Kinder und pflegebedürftige Angehörige.“
Hintergrundinformationen
Arbeitsminister Laumann besucht im Rahmen seiner Arbeitsmarktkonferenzen sechs Arbeitsmarktregionen Nordrhein-Westfalens: das Bergische Land, das Rheinland, das Ruhrgebiet, Ostwestfalen-Lippe, Südwestfalen und das Münsterland. Die gemeinsam mit der Regionaldirektion der Bundesagentur für Arbeit organisierten Austauschformate haben das Ziel, mit den Akteuren vor Ort frühzeitig Veränderungen am Arbeitsmarkt zu besprechen und auf diese zu reagieren. Im Mittelpunkt stehen die Themen Ausbildung, Qualifizierung und Weiterbildung, Fachkräftesicherung, Beschäftigtentransfer sowie eine bessere Verzahnung bestehender Unterstützungs- und Vermittlungsangebote für arbeitslose und von Arbeitslosigkeit bedrohte Menschen. Mit allen Arbeitsmarktkonferenzen will das Ministerium von einer Bestandsaufnahme zu konkreten Verabredungen für den Arbeitsmarkt der jeweiligen Region kommen. Die Konferenzen sind Teil der Fachkräfteoffensive NRW.
Die Arbeitsmarktkonferenz für Ostwestfalen-Lippe wurde von der Regionalagentur OWL organisiert.
Erfolgreiches Reboarding beginnt lange vor dem ersten Arbeitstag
Wie gelingt der Wiedereinstieg nach einer längeren Abwesenheit – und wie können Unternehmen Mitarbeitende dabei gut begleiten? Mit diesen Fragen beschäftigte sich unser Webinar zum Thema Wiedereinstieg nach der Elternzeit: Beziehung halten, Fachkräfte binden, am 15.09.2026.
Während einer Elternzeit verändern sich nicht nur die Mitarbeitenden, sondern auch das Unternehmen, das Team und der Arbeitsmarkt. Fehlt der Austausch, kann dadurch Unsicherheit entstehen: Ist noch Anschluss an das Team da? Welche Rolle habe ich? Gibt es für meine neuen Fähigkeiten und Perspektiven überhaupt noch Platz?
Die Referentin Klara Vierneisel zeigte anhand eines strukturierten Vier-Phasen-Modells, wie Unternehmen Reboarding gestalten können:
1. Vorbereiten: Bereits vor der Elternzeit sollten Rückkehr, Arbeitszeit, Aufgaben und Übergabe besprochen und möglichst verbindlich festgehalten werden.
2. Verbunden bleiben: Auch während der Abwesenheit kann der Kontakt aufrechterhalten werden – beispielsweise durch einen Elternbuddy als feste Ansprechperson.
3. Rückkehr gestalten: Besonders die Zeit rund um die Rückkehr ist sensibel. Rolle, Arbeitszeit, Zusammenarbeit, Veränderungen und gegenseitige Erwartungen sollten frühzeitig geklärt werden.
4. Entwicklung sichern: Nach der Rückkehr darf der Prozess nicht enden. Gerade die weitere berufliche Entwicklung wird im Reboarding häufig zu wenig berücksichtigt.
Anhand eines Fallbeispiels wurde deutlich: Reboarding ist mehr als die Organisation des Wiedereinstiegs – es ist ein wichtiger Baustein für Mitarbeitendenbindung und Unternehmenskultur.
Für kleine und mittlere Unternehmen gilt dabei vor allem: Frühzeitig ins Gespräch kommen, Verbindlichkeit schaffen und auch nach der Rückkehr im Austausch bleiben.

Referentin: Klara Vierneisel: Business Coach, Projektmanagerin Kompetenzzentrum Frau und Beruf: Kim Lasche
Bielefeld, 14. September 2026. Digitalisierung, Künstliche Intelligenz und der Fachkräftemangel verändern die Anforderungen an Unternehmen und Beschäftigte. Gerade in wirtschaftlich herausfordernden Zeiten gewinnt die Frage an Bedeutung, wie vorhandene Kompetenzen weiterentwickelt und neue Fähigkeiten aufgebaut werden können. Antworten erhielten über 160 Teilnehmende am Montag in der Bielefelder Wissenswerkstadt. Bei der Zukunftswerkstatt Weiterbildung OWL tauschten sie sich über aktuelle Herausforderungen, konkrete Weiterbildungsmöglichkeiten und erfolgreiche Ansätze für die berufliche Entwicklung aus. Impulse kamen unter anderem von NRW-Arbeitsminister Karl-Josef Laumann und Bildungsexperte Dr. Martin Noack von der Bertelsmann Stiftung. Im Mittelpunkt stand eine zentrale Erkenntnis: Weiterbildung ist ein wichtiger Schlüssel, damit Beschäftigte und Unternehmen den Wandel der Arbeitswelt aktiv gestalten können. Veranstaltet wurde die Zukunftswerkstatt von der Regionalagentur OWL, der OstWestfalenLippe GmbH und dem Netzwerk Vernetzte Bildungsräume OWL.
„In der sich aktuell rasant wandelnden Arbeitswelt ist Weiterbildung ein zentrales Instrument. Denn sie hilft Beschäftigten, mit Transformationsprozessen wie Digitalisierung oder KI Schritt zu halten und dient so der Fachkräftesicherung in den Betrieben. Dafür gibt es hier in Ostwestfalen-Lippe bereits viele gute, erreichbare und praxisnahe Weiterbildungsangebote“, sagt Karl-Josef Laumann, Minister für Arbeit, Gesundheit und Soziales des Landes Nordrhein-Westfalen.
Unternehmen brauchen gut qualifizierte Beschäftigte
Auch aus Sicht der Wirtschaft ist Weiterbildung längst mehr als ein zusätzliches Angebot. Jörg Timmermann, Vorsitzender der Gesellschafterversammlung der OWL GmbH und Geschäftsführer der Kraft Gruppe aus Rietberg, betont „Die Fähigkeiten und das Wissen unserer Beschäftigten sind eine der wichtigsten Ressourcen unserer Unternehmen. Gerade für die mittelständisch geprägte Wirtschaft in Ostwestfalen-Lippe ist es entscheidend, diese Potenziale zu entwickeln und zu nutzen. Weiterbildung ist deshalb eine Investition in die Innovationskraft einzelner Unternehmen – und zugleich in die Zukunftsfähigkeit unseres gesamten Wirtschaftsstandorts. Dafür brauchen wir gute Angebote und eine enge Zusammenarbeit von Unternehmen, Bildungsanbietern und regionalen Akteuren.“ Wie Unternehmen Weiterbildung konkret umsetzen können, zeigten Praxisbeispiele der Wilhelm Böllhoff GmbH & Co. KG und der v. Bodelschwinghschen Stiftungen Bethel.
Weiterbildung gemeinsam gestalten
Dass es bei Weiterbildung nicht nur um das Angebot, sondern auch um den Zugang dazu geht, betonte Dr. Martin Noack von der Bertelsmann Stiftung in seiner Keynote. Entscheidend seien gute Orientierung und einfache Zugänge: „Weiterbildung muss für Unternehmen und Beschäftigte leichter zugänglich sein. Dafür braucht es gute Orientierung und einen einfachen Zugang zu passenden Angeboten. Zentrale Weiterbildungs-Anlaufstellen in den Kommunen OWL könnten Informationen bündeln, Orientierung geben und Menschen und Unternehmen mit den richtigen Angeboten zusammenbringen“, so Dr. Noack.
Ansatzpunkte dafür gibt es bereits in den regionalen Strukturen. „Wir haben in Ostwestfalen-Lippe ein starkes Netzwerk aus Unternehmen, Bildungsträgern, Kommunen und Arbeitsmarktakteuren. Diese Strukturen bieten eine gute Grundlage, um die vorhandenen Weiterbildungsangebote noch besser zu vernetzen und für Beschäftigte und Unternehmen leichter zugänglich zu machen. Die Zukunftswerkstatt hat gezeigt: Wenn wir unsere Kräfte bündeln, können wir gemeinsam gute Lösungen für die Region entwickeln“, sagt Michael Stolte, Vorsitzender des Lenkungskreises der Regionalagentur OWL und Geschäftsführer der Gesellschaft für Wirtschaftsförderung im Kreis Höxter mbH.
Vielfältige Angebote für die Region
Neben den Impulsen und Diskussionen bot die Zukunftswerkstatt konkrete Möglichkeiten zur Information und zum Austausch. In der Ausstellung präsentierten Weiterbildungsanbieter aus OWL ihre Angebote, Themen und Fördermöglichkeiten. In neun Fachforen konnten die Teilnehmenden einzelne Aspekte vertiefen – von KI-Kompetenzen und Talententwicklung über Fördermöglichkeiten und Umschulungen bis hin zur Gewinnung internationaler Fachkräfte. So wurde Weiterbildung an konkreten Angeboten und Fragen aus der Praxis erlebbar.
„Die Zukunftswerkstatt zeigt eindrucksvoll, wie vielfältig die Weiterbildungslandschaft in OWL ist und wie viel Kompetenz in unserer Region vorhanden ist. Mit den Vernetzten Bildungsräumen OWL haben wir eine gute Grundlage geschaffen, um diese Stärken zusammenzuführen. Jetzt geht es darum, die Zusammenarbeit weiter auszubauen und Weiterbildung noch stärker als gemeinsamen Standortfaktor für OWL zu entwickeln“, sagt Wolfgang Marquardt, Geschäftsführer der OstWestfalenLippe GmbH.
Weitere Informationen zur Zukunftswerkstatt Weiterbildung OWL finden Sie unter www.regionalagentur-owl.de.
Bildunterzeile: Setzen sich für Weiterbildung ein (v.l.): Michael Stolte (Geschäftsführer Gesellschaft für Wirtschaftsförderung im Kreis Höxter mbH), Wolfgang Marquardt (Geschäftsführer OstWestfalenLippe GmbH), Karl-Josef Laumann (NRW-Arbeitsminister), Jörg Timmermann (Geschäftsführer Kraft Gruppe und Vorsitzender Gesellschafterversammlung der OstWestfalenLippe GmbH), Caroline Wilke (Leiterin Regionalagentur OWL) und Frank Strothmann (1. Bürgermeister Stadt Bielefeld). (Foto: OstWestfalenLippe GmbH)
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Über die OstWestfalenLippe GmbH – Gesellschaft zur Förderung der Region
Die OstWestfalenLippe GmbH ist ein Gemeinschaftsunternehmen der Kreise Gütersloh, Herford, Höxter, Lippe, Minden-Lübbecke und Paderborn und der kreisfreien Stadt Bielefeld sowie von Wirtschaft und Wissenschaft in OWL. Aufgabe ist es, die Region Ostwestfalen-Lippe, mit Blick auf den nationalen und internationalen Wettbewerb, als eine bekannte Marke und als führender Wirtschafts- und Transformationsstandort mit hoher Lebensqualität zu positionieren. Um dies zu erreichen, wird Standort-, Marken-, Fachkräfte- und Tourismusstrategie in Form einer langfristigen Strategie konsequent zusammengebracht. Die OWL GmbH ist zudem Trägerin der Regionalagentur OWL, die im Auftrag des Ministeriums für Arbeit, Gesundheit und Soziales zentrale Koordinierungsaufgaben bei der Umsetzung der Landesprogramme des Europäischen Sozialfonds auf regionaler Ebene übernimmt. Damit trägt die Regionalagentur OWL dazu bei, die Wettbewerbsfähigkeit von kleinen und mittleren Unternehmen zu unterstützen, Qualifikationen und Kompetenzen von Beschäftigten zu erhöhen, die berufliche Integration von Jugendlichen zu verbessern, der Ausgrenzung von besonders Benachteiligten am Arbeitsmarkt entgegenzuwirken und die Erwerbsbeteiligung von Frauen zu erhöhen.
Welche Benefits brauchen Beschäftigte wirklich – und wann wird aus einem attraktiven Angebot eine Selbstverständlichkeit? Mit diesen Fragen beschäftigte sich unser Webinar mit Maren Fischer rund 165 Personalverantwortlichen und Führungskräften.
In den vergangenen Jahren haben Unternehmen ihre betrieblichen Benefits deutlich ausgebaut: Jobräder, betriebliche Altersvorsorge, flexible Arbeitszeiten, Homeoffice, Weiterbildungen oder Gesundheitsangebote gehören vielerorts inzwischen zum Standard. Gleichzeitig zeigen Studien, dass nur rund 10 Prozent der Beschäftigten eine hohe emotionale Bindung an ihren Arbeitgeber aufweisen.
Maren Fischer machte deutlich: Mehr Benefits bedeuten nicht automatisch mehr Motivation. Entscheidend ist, die unterschiedlichen Bedürfnisse der Mitarbeitenden zu kennen und zwischen intrinsischer und extrinsischer Motivation zu unterscheiden. Was zunächst als attraktives Angebot gedacht ist, kann schnell zur Erwartung werden. Wird ein gewohnter Benefit anschließend gestrichen, wird dies häufig als Verlust oder sogar als Vertragsbruch wahrgenommen.
Im Mittelpunkt sollten deshalb andere Faktoren stehen: Zugehörigkeit, nachvollziehbare Veränderungen, sinnvolle Arbeit sowie Fairness und Verlässlichkeit. Gemeinsame Erlebnisse, gute Kommunikation und ein klares Verständnis der eigenen Arbeit können dabei oft mehr bewirken als ein weiterer Benefit.
Mit Hinblick auf weibliche Beschäftigte ist es wichtig beim Rückzug von Benefits vor allem Elemente, die zu einer guten Vereinbarkeit beitragen abzuwägen. Wer von heute auf Morgen wieder zurück ins Büro ruft und Homeoffice-Vereinbarungen streicht, kann Chaos verursachen, was Absprachen und Organisation im Bereich Care-Arbeit angeht. Hier kann es im schlimmsten Fall zu einer Abwanderung von Fachkräften kommen.

Referentin: Maren Fischer von workfive, Projektmanagerin Kompetenzzentrum Frau und Beruf: Kim Lasche
Projektassistenz Kompetenzzentrum Frau und Beruf, Astrid Lonnemann
Im Rahmen seiner landesweiten Ausbildungstour hat Arbeitsminister Karl-Josef Laumann am Montag die Ludwig Weinrich GmbH & Co. KG in Herford, die SOLLICH KG in Bad- Salzuflen und die Kramp & Kramp GmbH & Co. KG in Lemgo besucht. Die Unternehmen engagieren sich als Ausbildungsbetriebe und qualifizieren damit die Fachkräfte des Landes von morgen. „Bei meiner Ausbildungstour durch Nordrhein-Westfalen komme ich mit Auszubildenden, Ausbilderinnen und Ausbildern sowie Unternehmensführungen und weiteren Beschäftigten ins Gespräch. Ich möchte zuhören, mir vor Ort anschauen, was gut und was vielleicht weniger gut läuft und mit den Menschen darüber sprechen, was sie brauchen. Eine gute Ausbildung ist eine wichtige Grundlage für den weiteren Berufsweg. Mein Ziel ist es, die Rahmenbedingungen für eine starke und zukunftsfähige Ausbildung in Nordrhein-Westfalen Schritt für Schritt zu verbessern – damit junge Menschen gute Perspektiven erhalten und Betriebe auch künftig die Fachkräfte finden, die sie brauchen,“ erklärt Arbeitsminister Laumann.
Die Regionalagentur OWL bei der OstWestfalenLippe GmbH hat die Ausbildungstour in OWL gemeinsam mit den IHKs Ostwestfalen und Lippe sowie der Handwerkskammer OWL organisiert. „Wir freuen uns sehr über das Engagement von Minister Karl-Josef Laumann. Die Ausbildung von qualifizierten Fachkräften für Industrie und Handwerk ist eine wichtige Grundlage für die wirtschaftliche Zukunft unserer Region – und damit auch für uns ein Schwerpunkt“, sagt Wolfgang Marquardt, Geschäftsführer der OstWestfalenLippe GmbH. „Wir arbeiten etwa daran, Jugendliche für Berufe im MINT-Bereich zu begeistern und machen neue Technologien in über 80 außerschulischen Lernorten in der ganzen Region erlebbar. So wollen wir dazu beitragen, dass Unternehmen gute und engagierte Auszubildende finden.“
Ludwig Weinrich GmbH & Co. KG ist ein traditionsreiches Familienunternehmen aus Ostwestfalen, das seit mehr als 125 Jahren Schokolade produziert. Als Ausbildungsbetrieb bietet das Unternehmen Einblicke in vielfältige Bereiche wie Produktion, Logistik, Qualitätssicherung, Technik, Verkauf und Verwaltung. Aktuell absolvieren 21 junge Menschen eine Ausbildung in dem Unternehmen.
Cord Budde, Geschäftsführer: „Seit 1895 steht das Familienunternehmen Ludwig Weinrich für höchste Schokoladenkunst. Dazu gehört für uns auch die Verantwortung, auszubilden und vielfältige Entwicklungsperspektiven zu bieten. Ausbildung ist ein zentraler Baustein, um qualifizierte Fachkräfte für die Zukunft unseres Unternehmens zu gewinnen. Gleichzeitig erleben wir, dass es zunehmend anspruchsvoller wird, geeignete Nachwuchskräfte zu finden. Deshalb setzen wir nicht nur auf attraktive Ausbildungsbedingungen und Weiterentwicklungsmöglichkeiten, sondern auch darauf, über Praktika und direkte Einblicke in unseren Arbeitsalltag frühzeitig Interesse zu wecken. Umso mehr begrüßen wir den Besuch im Rahmen der Ausbildungstour 2026. Der direkte Austausch bietet die Gelegenheit, die Bedürfnisse von Auszubildenden und Unternehmen sichtbar zu machen und gemeinsam die Ausbildung von morgen zu gestalten."
Die SOLLICH KG aus Bad Salzuflen ist ein international tätiges mittelständisches Familienunternehmen. Seit mehr als 100 Jahren stellt das Unternehmen Maschinen und Anlagen für die Süßwarenindustrie her. Als Ausbildungsbetrieb bietet die SOLLICH KG jungen Menschen Möglichkeiten in technischen Berufen. Derzeit sind 24 Auszubildende in dem Unternehmen beschäftigt.
Thomas Sollich, Geschäftsführer: „Als Familienunternehmen denken wir nicht in kurzen Zeiträumen, sondern in Generationen. Dazu gehört für uns seit jeher, jungen Menschen eine berufliche Perspektive zu geben und unsere Fachkräfte von morgen selbst auszubilden. Wir investieren viel Zeit, Wissen und Vertrauen in unsere Auszubildenden und begleiten sie auf ihrem Weg. Sie müssen bei uns nicht schon alles können – wichtig sind Neugier, Lernbereitschaft und gute Grundlagen. Das Fachliche bringen wir ihnen bei. Unser Ziel ist, dass aus Auszubildenden qualifizierte Fachkräfte werden, die sich bei uns weiterentwickeln und dem Unternehmen lange verbunden bleiben.“
Die Kramp & Kramp GmbH & Co. KG aus Lemgo ist ein familiengeführter Handwerksbetrieb, der sich auf die Sanierung und Restaurierung von Altbauten und denkmalgeschützten Gebäuden spezialisiert hat. Das Unternehmen setzt dabei auf den eigenen Nachwuchs und bildet aktuell 14 junge Menschen im Tischler-, Zimmerer-, Maurer- sowie Maler- und Lackiererhandwerk aus.
Guido Kramp, Geschäftsführer: „Die meisten Unternehmen bauen Zukunft. Wir bauen Vergangenheit – und dafür brauchen wir Nachwuchs, der Geduld mitbringt und mit den Händen denkt. Deshalb bekommt bei uns jede Bewerberin und jeder Bewerber zuerst ein Praktikum im Wunschberuf: Wer den Beruf erlebt hat, entscheidet sich richtig. Das funktioniert – wir besetzen unsere Ausbildungsplätze jedes Jahr. Besonders freut uns, dass das Tischlerhandwerk bei jungen Frauen ankommt. Und dass Teilzeit bei uns seit Jahren selbstverständlich ist, damit Beruf und Familie zusammenpassen.“
Arbeitsminister Laumann: „Die vielen Gespräche und Eindrücke haben mir noch einmal deutlich gemacht, wie sehr die berufliche Bildung in Ostwestfalen-Lippe vom Engagement der Menschen vor Ort lebt. In den Betrieben wird mit großem Einsatz daran gearbeitet, jungen Menschen einen guten Start ins Berufsleben zu ermöglichen und ihnen echte Perspektiven zu eröffnen. Dafür gilt allen Beteiligten mein ausdrücklicher Dank.”
Hintergrund
Im Rahmen seiner Ausbildungstour besucht Minister Laumann in diesem Sommer Auszubildende in 25 Ausbildungsbetrieben in Nordrhein-Westfalen in den Regionen Bergisches Städtedreieck, Münsterland, Ostwestfalen-Lippe, Ruhrgebiet, Bonn/Rhein-Sieg und Mittlerer Niederrhein.
Im Mittelpunkt stehen Gespräche über Ausbildungsbedingungen, wie junge Menschen für die berufliche Ausbildung gewonnen werden können und die Bedarfe der Unternehmen und auch der Auszubildenden vor Ort. Die Tour ist Teil der Fachkräfteoffensive NRW und wird in Zusammenarbeit des Arbeitsministeriums mit den zuständigen Regionalagenturen und den Vorsitzenden der regionalen Ausbildungskonsense NRW organisiert.
Die berufliche Ausbildung ist eine tragende Säule der Fachkräftesicherung. Im Rahmen der Fachkräfteoffensive NRW bietet die Landesregierung mit finanzieller Unterstützung der europäischen Union mehrere Angebote, darunter „Ausbildungswege NRW“, „Teilzeitberufsausbildung: Einstieg begleiten - Perspektiven öffnen" (TEP), die „Aktion 100 zusätzliche Ausbildungsplätze für Jugendliche und junge Erwachsene mit Behinderung in NRW“ und das gemeinsam mit den Arbeitsagenturen und Jobcentern geförderte Werkstattjahr.
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Über die OstWestfalenLippe GmbH – Gesellschaft zur Förderung der Region
Die OstWestfalenLippe GmbH ist ein Gemeinschaftsunternehmen der Kreise Gütersloh, Herford, Höxter, Lippe, Minden-Lübbecke und Paderborn und der kreisfreien Stadt Bielefeld sowie von Wirtschaft und Wissenschaft in OWL. Aufgabe ist es, die Region Ostwestfalen-Lippe, mit Blick auf den nationalen und internationalen Wettbewerb, als eine bekannte Marke und als führender Wirtschafts- und Transformationsstandort mit hoher Lebensqualität zu positionieren. Um dies zu erreichen, wird Standort-, Marken-, Fachkräfte- und Tourismusstrategie in Form einer langfristigen Strategie konsequent zusammengebracht.
Über die Regionalagentur OWL
Die Regionalagentur OWL verbindet die die Region und ihre AkteurInnen mit dem Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales des Landes Nordrhein-Westfalen. Sie unterstützt im Rahmen der Arbeitspolitik und des Europäischen Sozialfonds die Umsetzung von arbeitspolitischen Instrumenten und Vorhaben vor Ort und informiert die regionale Öffentlichkeit. Die Regionalagentur OWL entwickelt gemeinsam mit Netzwerkpartnerinnen und -partnern Strategien, die sich an der Struktur, den Trends und der aktuellen Bedarfslage in OWL orientieren, z.B. das „Handlungskonzept Fachkräftesicherung OWL 2025“. Sie ist seit 2015 Geschäftsstelle des Fachkräftebündnisses OWL und seit 2017 Geschäftsstelle des Arbeitskreises Fachkräftesicherung OWL. Weitere Infos unter https://www.ostwestfalenlippe.de/owl-gmbh/regionalagentur-owl/.
Das Netzwerk „Weiterbildung to go“ war wieder mitten im Geschehen: Am 15.07. hat sich das Netzwerk im Foyer der Bielefelder Volkshochschule präsentiert. Ganz im Sinne des Konzeptes, kam die Beratung dahin, wo sich die Menschen befinden. So standen wir von der Regionalagentur mit Rat und Tat zur Verfügung. Es sind tiefe Diskussionen rund um das Thema berufliche Weiterbildung entstanden. Wunderbar zu beobachten war, dass das Konzept aufgeht: Das Netzwerk „Weiterbildung to go“ hat sich bewährt, denn Interessierte konnten sich mit verschiedenen Anliegen an eine Anlaufstelle richten und direkt eine kompetente Beratung durch den jeweils zuständigen Netzwerk-Partner erhalten.
Neben der Regionalagentur OWL und der VHS Bielefeld waren auch die weiteren Partner des Netzwerkes „Weiterbildung to go“ vertreten: die Agentur für Arbeit Bielefeld, Handwerkskammer Ostwestfalen-Lippe zu Bielefeld, Industrie- und Handelskammer Ostwestfalen zu Bielefeld, das Jobcenter Bielefeld und die REGE mbH Bielefeld.

Mit dem Kick-off im Pioneers Club in Bielefeld ist das Big Sister Mentoring Programm offiziell gestartet. Sechs der insgesamt acht Mentoring-Tandems lernten sich erstmals persönlich kennen und legten den Grundstein für ihre gemeinsame Mentoring-Reise. Zwei weitere Tandems werden in der kommenden Woche zusammenfinden.
In einer offenen und wertschätzenden Atmosphäre kamen Mentorinnen und Mentees miteinander ins Gespräch und erhielten die Gelegenheit, sich kennenzulernen und erste Erwartungen an die Zusammenarbeit auszutauschen. Bereits beim ersten Treffen wurde deutlich, wie vielfältig die Erfahrungen und Perspektiven innerhalb der Tandems sind und wie bereichernd der Austausch zwischen erfahrenen Unternehmerinnen und Gründerinnen sein kann. Dieser wurde von einer Teilnehmerin als „elektrisierend im positiven Sinn“ beschrieben.
Die Gespräche drehten sich unter anderem um unternehmerische Herausforderungen, die Bedeutung des richtigen Mindsets und die Frage, was das Unternehmerinnensein ausmacht. Dabei standen Offenheit, gegenseitiges Vertrauen und das Lernen voneinander im Mittelpunkt – wichtige Voraussetzungen für eine erfolgreiche Mentoring-Beziehung.
Mit dem persönlichen Kennenlernen ist der Grundstein für die kommenden Monate gelegt. Nun beginnt die eigentliche Mentoring-Phase, in der sich die Tandems regelmäßig austauschen, Erfahrungen teilen und gemeinsam an den individuellen Zielen der Mentees arbeiten werden.
Wir freuen uns auf die kommenden Monate und wünschen allen Mentorinnen und Mentees viele inspirierende Gespräche, neue Perspektiven und eine bereichernde gemeinsame Zeit.


Am 14. Juli 2026 referierte Anna Mücklich von der co:nufactur München vor rund 110 Personalverantwortlichen zum Thema „Teams ins KI-Zeitalter führen – Künstliche Intelligenz als Chancengeber für Frauen im Berufsalltag.“
Zu Beginn zeigte die Referentin anhand von vier Leitgedanken auf, wie KI erfolgreich in Unternehmen eingeführt und genutzt werden kann. Im Mittelpunkt standen das richtige Mindset, die Bedeutung von Experimentierfreude, die Einführung auf verschiedenen Ebenen sowie die Rolle von Kultur und Führung.
Sie machte deutlich, dass die technischen Möglichkeiten bereits vorhanden sind, der Erfolg von KI jedoch vor allem von Qualifizierung, Unternehmenskultur und der Bereitschaft zur Veränderung abhängt. Häufig seien nicht technische Hürden das Problem, sondern Unsicherheiten und Vorbehalte gegenüber der neuen Technologie. In diesem Zusammenhang wurde auch die Bedeutung der KI-Nutzung für Frauen hervorgehoben. Da rund 29 Prozent der weiblich dominierten Tätigkeiten durch KI unterstützt werden können, gegenüber 16 Prozent der männerdominierten Tätigkeiten, sei es besonders wichtig, Hemmschwellen abzubauen und Frauen für den praktischen Einsatz von KI zu gewinnen.
Ein weiterer Schwerpunkt lag auf den psychologischen Faktoren bei der KI-Nutzung. Anna Mücklich betonte, dass KI-Kompetenz vor allem durch Ausprobieren entsteht und nicht durch perfektes Vorwissen. Gleichzeitig gewinnen menschliche Fähigkeiten wie kritisches Denken, Kreativität, Urteilsvermögen und Kommunikation zunehmend an Bedeutung.
Zum Abschluss wurde die Bedeutung einer positiven Fehlerkultur hervorgehoben. Da Veränderungen heute zum Arbeitsalltag gehören, seien Offenheit, Lernbereitschaft und die Möglichkeit, neue Wege ohne Angst vor Fehlern auszuprobieren, zentrale Voraussetzungen für eine erfolgreiche KI-Transformation.

Projektmanagerinnen Kompetenzzentrum Frau und Beruf: Petra Mattes und Kim Lasche
Referentin: Anna Mücklich von co:nufactur München