Kompetenzentwicklung in Ostwestfalen-Lippe: Gute Bildung als Fundament für nachhaltige Transformation
Bildung und die Entwicklung spezifischer Kompetenzen ist Voraussetzung für gesellschaftliche Teilhabe, wirtschaftliche Innovationskraft und nachhaltige Entwicklung. In Ostwestfalen-Lippe zeigt sich das besonders deutlich: Die Region verfügt über ein starkes und vielfältiges Bildungssystem mit 14 Hochschulen an 19 Standorten, rund 69.000 Studierenden sowie fast 36.000 Auszubildenden. Gleichzeitig bleibt die Herausforderung bestehen, mehr junge Menschen zu einem erfolgreichen Schulabschluss zu führen und ganztägige Bildungs- und Betreuungsangebote weiter auszubauen. Nationale und internationale Leitbilder wie SDG 4 und SDG 10 (hochwertige, inklusive und chancengerechte Bildung) prägen den Rahmen, innerhalb dessen in OWL-Initiativen wie die BBNE-Hubs für nachhaltige Berufsbildung wirken. Auch Unternehmen integrieren zunehmend Nachhaltigkeit in ihre Aus- und Weiterbildungsstrategien. Dennoch braucht es mehr strategische Vernetzung, innovative Projekte und gezielte Förderung benachteiligter Gruppen.
Die Potenzialanalyse zeigt: Kompetenzentwicklung ist ein zentraler Hebel für die nachhaltige Transformation. OWL bietet mit Hochschulen, dualen Studiengängen, beruflichen Bildungseinrichtungen und einer engen Vernetzung von Wirtschaft und Wissenschaft hervorragende Voraussetzungen – ein echtes regionales Alleinstellungsmerkmal. Neben regionalen Lernplattformen, flexiblen Qualifizierungsmodellen und sozialraumorientierten Bildungsangeboten, um Fachkräfte in OWL für diesen Transformationsprozess vorzubereiten und auszustatten, fordert der Wandel auch neue Kompetenzen. Digitalisierung, Treibhausgasneutralität, technologische Innovationen und der demografische Wandel verändern die Inhalte und Formate, über die wir an Wissen gelangen und wie wir Wissen nutzen. Um aktiv die Transformation gestalten zu können, müssen strategische Kompetenzen, Reflexionsfähigkeit und Lernbereitschaft der ausführenden Akteur:innen gefördert und Räume geschaffen werden.
Hürden auf dem Weg: Soziale Ungleichheit und digitale Lücken
Gleichzeitig werden strukturelle Risiken sichtbar. Soziale Ungleichheiten im Zugang zu Bildung bestehen fort – besonders für Kinder und Jugendliche aus sozioökonomisch benachteiligten Familien oder mit Migrationsgeschichte. Auch die digitale Kluft bleibt ein Problem: fehlende Endgeräte, ungleiche Medienkompetenzen und eingeschränkte Internetzugänge erschweren eine gleichberechtigte Teilhabe. Zusätzlich belasten Fachkräftemangel und Überlastung im frühkindlichen Bereich sowie im inklusiven und digitalen Unterricht die Weiterentwicklung des Systems. Diese Faktoren gefährden langfristig die Transformationsfähigkeit der Region.
Bildung als Querschnittsaufgabe
Damit OWL diese Herausforderungen bewältigen kann, braucht es integrierte Strategien: Kompetenzentwicklung muss Raum bekommen in Kommunalentwicklungen, in der Arbeitsmarkpolitik, Integration, digitaler Infrastruktur und sozialen Räumen. Regionale Allianzen und eine vernetzte Bildungsstrategie können sicherstellen, dass Innovation nicht nur wirtschaftlich wirksam, sondern auch sozial gerecht wird. OWL verfügt über starke strukturelle Grundlagen – doch erst durch strategische Investitionen und die gezielte Förderung benachteiligter Gruppen kann die Region ihre Rolle als Vorreiter der nachhaltigen Transformation voll entfalten.
Weitere Informationen finden Sie unter www.green-owl.eu.
Die Circular Economy gewinnt in Ostwestfalen-Lippe zunehmend an Bedeutung. Sie ist nicht nur ökologisch notwendig, sondern auch ein strategischer Wettbewerbsvorteil für die regionalen Unternehmen und die nachhaltige Entwicklung der Region. Im Kern zielt Circular Economy darauf ab, Materialien und Produkte so lange wie möglich im Wirtschaftskreislauf zu halten – durch Teilen, Wiederverwenden, Reparieren, Aufarbeiten und Recyceln. Auf diese Weise werden Ressourcen geschont, Abfall reduziert und die Umwelt entlastet. Welche Möglichkeiten ergeben sich daraus für OWL und wo stehen wir aktuell?
Im Jahr 2022 wurden in OWL insgesamt 827.422 Tonnen Abfall erzeugt – das entspricht einem Pro-Kopf-Aufkommen von 396,8 kg pro Einwohner:in. Damit zeigt sich ein leichter Rückgang gegenüber dem Vorjahr, was erste Fortschritte in Richtung ressourcenschonender Produktion und Konsumation signalisiert.
Unternehmen der Region integrieren zunehmend Prinzipien der Circular Economy in ihre Geschäftsmodelle. Eine Analyse zeigt, dass 20,9 % der erfassten Unternehmen konkrete zirkuläre Maßnahmen umgesetzt haben. Dabei dominieren klassische Recyclingprozesse (über 50 %), gefolgt von Abfallreduktion (42,6 %), Materialsubstitution durch umweltfreundlichere Alternativen (21,05 %), Materialwiederverwendung (16,7 %) und Mehrwegsysteme (6,7 %). Zahlreiche Betriebe verfügen bereits über innerbetriebliche Kreislaufsysteme, etwa durch die Granulierung von Kunststoffen oder die getrennte Rückführung von wertvollen Metallen wie Aluminium, Edelstahl und Kupfer.
Dennoch bestehen strukturelle Hemmnisse: Bürokratische Anforderungen, wirtschaftliche Herausforderungen kleinerer Betriebe sowie fehlende strategische Implementierung bremsen die konsequente Umsetzung zirkulärer Modelle. Circular Economy-Ansätze sind also bereits integriert, jedoch nicht flächendeckend verankert.
Potenziale: Chancen für die Region OWL
OWL bietet für die Etablierung einer zirkulären Wirtschaft günstige Ausgangsbedingungen. Die Region zeichnet sich durch ein innovatives produzierendes Gewerbe aus – insbesondere in Maschinenbau, Möbel- und Lebensmittelindustrie sowie Kunststoffverarbeitung. Diese Branchen eröffnen vielfältige Möglichkeiten für zirkuläre Produktionsprozesse, etwa durch modulare Produktgestaltung, Rücknahme- und Reparaturkonzepte oder den Einsatz recycelter Materialien.
Zudem existieren bereits Pilotprojekte und Unternehmensnetzwerke, die gemeinsam mit wissenschaftlichen Einrichtungen wie den Universitäten und Hochschulen in Bielefeld, Paderborn, Lemgo und Minden Ansätze der zirkulären Wertschöpfung erproben. Neue Technologien wie digitale Produktpässe, Materialtracking mittels IoT, KI-gestützte Sortierung oder 3D-Druck eröffnen zusätzliche Chancen, Materialkreisläufe zu schließen.
Die erfolgreiche Umsetzung zirkulärer Geschäftsmodelle erfordert jedoch nicht nur technische Lösungen, sondern auch kulturellen Wandel bei Unternehmen und Konsument:innen. Kooperationen zwischen Industrie, Entsorgern, Start-ups und kommunaler Wirtschaftsförderung sind entscheidend, um sektorübergreifende Synergien zu schaffen.
Herausforderungen und Handlungsfelder
Trotz hoher Potenziale bestehen auch substanzielle Hürden. So erscheinen bestehende lineare Geschäftsmodelle kurzfristig oft wirtschaftlich attraktiver als die komplexeren Kreislaufansätze. Außerdem erschweren technische und rechtliche Restriktionen mitunter die Wiederverwendung und Rücknahme von Materialien. Ebenfalls bremsend wirkt der Fachkräftemangel im Bereich zirkulärer Produktionstechnologien.
Passende politische Rahmenbedingungen, koordinierende Institutionen und gezielte Förderprogramme sind daher unverzichtbar. Instrumente wie kreislauforientierte Industrieparks, regionale Stoffstrommanagementsysteme und Wissensplattformen können helfen, Circular Economy systematisch zu verankern.
Ausblick: OWL als Vorreiterregion
Die Region Ostwestfalen-Lippe verfügt über zentrale Potenziale, um Zirkularität als Leitprinzip wirtschaftlicher Entwicklung zu etablieren. Voraussetzung ist eine konsequente strategische Ausrichtung, die technologische Innovation, institutionelle Unterstützung und kulturellen Wandel miteinander verbindet. Mit seiner industriellen Stärke, vernetzten Wertschöpfungsketten und technologischen Infrastruktur kann OWL eine Vorreiterrolle im Übergang zur Circular Economy einnehmen – sowohl national als auch europäisch.
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In der MINT Community 4.OWL ist das Netzwerk der zdi-Zentren (zdi = „Zukunft durch Innovation“) eine tragende Säule unseres Ansatzes. Doch was genau verbirgt sich hinter den zdi-Zentren, welche Rolle spielen sie – und wie wirkt insbesondere das zdi-Zentrum Herford (experiMINT e.V.) in unserem gemeinsamen Projekt mit?
Was sind eigentlich zdi-Zentren — und warum sind sie so wichtig?
Die zdi-Zentren (zdi = „Zukunft durch Innovation“) sind regionale MINT-Netzwerke in Nordrhein-Westfalen und Teil der landesweiten Initiative zdi.NRW, einer der größten Gemeinschaftsoffensiven zur Nachwuchsförderung in Europa. Mit Partnern aus Wissenschaft, Wirtschaft, Schulen, Kommunen und Zivilgesellschaft sind sie flächendeckend in allen Kreisen und kreisfreien Städten NRWs aktiv. Ihr gemeinsames Ziel: Kinder und Jugendliche frühzeitig für Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik begeistern. Schüler:innenlabore, mobile Lernangebote und außerschulische Workshopformate ermöglichen jungen Menschen einen direkten, handlungsorientierten Zugang zu MINT-Themen. Besonders im Fokus stehen dabei auch Berufs- und Studienorientierung, Mädchenförderung sowie neue Themenfelder wie KI-Bildung. Eine Übersicht der Kontaktpersonen zu den zdi-Zentren in der Region Ostwestfalen-Lippe gibt es hier: https://www.mint4owl.de/wer-steckt-hinter-mint-4-owl/
Das zdi-Zentrum Herford / experiMINT e.V.
Der experiMINT e.V ist Träger der zdi-Netzwerke Kreis Herford und Bielefeld. Der Verein bietet schülernahe, praxisorientierte MINT-Angebote – von technischen Experimenten über digitale Bildung bis hin zu Themen rund um erneuerbare Energien.
Die Angebote sind dabei vielfältig. Den eigenen Wetterballon starten, spannende Unternehmensprojekte durchführen und hinter die Kulissen blicken, die Welt der Naturwissenschaften erforschen oder programmieren lernen. Ob im Unterricht, nach der Schule oder in den Ferien, im Unternehmen oder im Schülerlabor… bei experiMINT können Unternehmen und Hochschulen sich vorstellen und faszinierende Einblicke in die Berufswelt bieten. Schüler*innen können ihre Talente ausprobieren, neue Perspektiven entdecken und sich mit anderen MINT-Interessierten austauschen. Das zdi-Zentrum Herford ist zudem eines von acht Projektpartnern in MINT 4.OWL. Durch die intensive Zusammenarbeit im Netzwerk tragen die Herforder Aktivitäten dazu bei, unsere MINT-Community in OWL weiter zu stärken.
Blick nach vorne: Der neue MINT.raum in Herford
Ein besonders spannender Meilenstein in der Entwicklung von experiMINT ist der geplante MINT.raum, der im Kreis Herford bald als zentraler Lernort für Jugendliche entstehen soll. Geplant ist ein moderner Lern- und Werkstattort an der Ravensberger Straße in Herford. In 2026 soll hier eine Werkstatt, Schulungsräume und Co-Working-Flächen für die Partner aus Unternehmen, Schulen und Hochschulen eingerichtet werden. Der MINT.raum soll regelmäßig praxisorientierte Angebote für Schulklassen, Nachmittags- und Ferienprogramme bieten. Unternehmen in der Region bekommen so eine neue Plattform, um sich den Jugendlichen vorzustellen – mit möglichst geringer organisatorischer Belastung.
„Der neue MINT.raum wird für uns ein echter Quantensprung. Wir schaffen einen Ort, an dem Jugendliche mit Unternehmen, neuen Technologien und realen Zukunftsthemen in Kontakt kommen – niedrigschwellig, praxisnah und inspirierend. Damit können wir die Erfahrungen aus Projekten wie MINT 4.OWL verstetigen und langfristig in die Region hineintragen.“, betont Dennis Niewiadomsky, Projektkoordinator bei experiMINT e.V.
Das zdi-Netzwerk in Ostwestfalen-Lippe ist ein zentraler Impulsgeber für das Projekt der MINT Community 4.OWL. Mit Partnern wie experiMINT Herford schaffen wir nicht nur Angebote für außerschulische Lernorte und Jugendliche, sondern bauen nachhaltige Bildungsstrukturen.
Weitere Informationen zum Projekt unter www.mint4owl.de.
Wie Unternehmen ihre Arbeitsumgebungen so gestalten können, dass sie in Zeiten von Digitalisierung, KI und hybrider Zusammenarbeit attraktiv und zukunftsfähig bleiben, erläuterte die Referentin, Zuzana Blazek am 04.12.2025 in der Online-Veranstaltung „Das Büro der Zukunft – in Zeiten von KI und Digitalisierung“. Die selbständige Unternehmensberaterin gab rund 80 Personalverantwortlichen und Führungskräften aus kleinen und mittleren Unternehmen zahlreiche praktische Tipps, wie das Büro der Zukunft gestaltet werden könnte.
Zu Beginn nahm sie die Teilnehmenden mit auf eine „Zeitreise“ und ging auf die unterschiedlichen Bedürfnisse der Generationen ein – von Boomer bis Gen Z – und deren Einfluss auf Erwartungen an Arbeitsplätze. Besonders die jüngste Generation sei stark von Krisen geprägt und suche im Job Sinn, Stabilität, Gesundheit und Zugehörigkeit. Sie zeigte auf, dass das Büro heute weit mehr ist als nur Arbeitsplatz: Es dient der Bindung, schafft Gemeinschaft und macht Unternehmenskultur sichtbar. Um der Vielfalt der Generationen in den Unternehmen gerecht zu werden, sei es unerlässlich, die Arbeitsplatzgestaltung strategisch zu planen und an seine Mitarbeitenden individuell anzupassen.
Blasek betonte außerdem die Bedeutung von Resilienz im Team und stellte heraus, dass Bindung einer der wichtigsten Schutzfaktoren für psychisches Wohlbefinden sei. Das Büro könne hierzu wesentlich beitragen, indem es Räume für Begegnung, Fokus, Regeneration und Lernen bietet.
Praktische Empfehlungen umfassten u. a. gute Akustik, durchdachte Zonen für verschiedene Arbeitsmodi, gesundheitsfördernde Elemente, Services zur Entlastung sowie ein warmes, einladendes Design. Besonders für Frauen sei eine gelungene Bürogestaltung wichtig, da sie im Homeoffice stärker an Sichtbarkeit und Vernetzung verlieren.
Ihr Fazit: Ein psychologisch intelligentes Büro stärkt Resilienz, unterstützt Gesundheit und macht Unternehmen für qualifizierte Mitarbeitende attraktiv.


Oben: Referentin - Zuzana Blazek, Expertin für Employer Branding, Unternehmensberaterin und Speakerin mit eigener psychotherapeutischer Praxis in Köln | Petra Mattes - Projektmanagerin, Kompetenzzentrum Frau und Beruf OWL
Unternehmen sind komplexe Systeme, ganz gleich, ob internationaler Konzern oder mittelständischer Betrieb. Viele Faktoren – etwa interne Prozesse, externe Einflüsse, Mitarbeitende, Technologien, Kunden und andere Stakeholder – greifen ineinander. Die nachhaltige Transformation ist eine wirtschaftliche Chance, sie umzusetzen aber aufgrund dieser Komplexität eine anspruchsvolle Aufgabe. Wo liegen die größten Chancen? Welche Maßnahmen bieten sich an? Und wie kann die Transformation wirkungsvoll gesteuert werden? Das Fraunhofer Institut für Entwurfstechnik Mechatronik IEM hat im Projekt Green.OWL ein Modell entwickelt, mit dem sich Unternehmen einen Überblick verschaffen können.
„Uns war wichtig, dass unser Modell auf möglichst viele Betriebe im verarbeitenden Gewerbe anwendbar ist. Auch wenn es in der Industrie viele verschiedene Branchen gibt – Chemie, Metall, Maschinenbau, Kunststoff etc.: Die sieben Bereiche, die wir jetzt definiert haben, gibt es überall“, erläutert Dr. Daniela Vogel, Gruppenleiterin Strategy and Transformation Management am Fraunhofer IEM. Ausgangspunkt war eine umfangreiche Basisforschung zur Transformation von Unternehmen, auch Experten aus Wirtschaft und Wissenschaft wurden in die Entwicklung des Modells eingebunden. Demnach besonders dringend: Jedes Unternehmen sollte eine Nachhaltigkeitsstrategie erstellen und seine Unternehmenskultur, sein Geschäftsmodell und seine Prozesse darauf ausrichten. Wichtige Grundlagen für die Umsetzung dieser Strategie für mehr Nachhaltigkeit ist das Themenfeld Infrastruktur & Ressourcen, etwa durch eine Restrukturierung der Finanzierungs-, Investitions- und Personalplanung. „Wer zusätzlich alle relevanten Stakeholder-Gruppen einbindet – Kunden, Mitarbeitende, Investoren, Gesellschaft usw. – und Fortschritte transparent nach außen kommuniziert, ist auf dem besten Weg zum Nachhaltigkeitspionier“, so Dr. Vogel weiter.
Zu jedem der Themenfelder finden Interessierte außerdem weiterführende Informationen und Handlungsempfehlungen. So erfahren User:innen nicht nur, welche Transformationsfelder es gibt, sondern auch welche besonders dringend angegangen werden sollten und wie man hier erste Schritte geht. So wird auch die Rolle der regionalen Wirtschaft als Teil der nachhaltigen Transformation der Region insgesamt deutlich, erklärt Wolfgang Marquardt, Prokurist der OstWestfalenLippe GmbH: „Mit seinem starken Mittelstand ist OWL ein Hotspot für Technologie und Innovation – geschafft haben wir das durch die starken Netzwerke hier vor Ort, die exzellente Forschung, die innovativen Hochschulen. Und genauso machen wir OWL insgesamt auch nur dann wirklich nachhaltig, wenn wir unsere Kräfte bündeln. Dafür entwickeln wir im Projekt Green.OWL einen Masterplan, für dessen Umsetzung die Industrie eine zentrale Rolle spielt.“
Großer Veränderungsdruck für den regionalen Mittelstand
Aber warum ausgerechnet beim Thema Nachhaltigkeit ansetzen? „Wir sehen eine sehr dynamische Entwicklung, insbesondere durch externe Treiber. Wesentlich sind dabei globale Krisen und Herausforderungen, etwa durch Zölle oder unsichere Lieferketten, aber auch das enge Netz aus Regularien und Gesetzgebungen, von dem Unternehmen in Deutschland und Europa betroffen sind“, erläutert Dr. Daniela Vogel die Hintergründe. Dadurch verändern sich auch die Erwartungen der Kunden – und damit auch die Anforderungen des Marktes.
Wollen B2B-Kunden etwa CO2 in ihrer vorgelagerten Wertschöpfungskette einsparen, greifen sie eher zu klimaschonend hergestellten Produkten und verringern so wiederum den CO2-Fußabdruck ihrer eigenen Geschäftstätigkeit. Wenn Hersteller hier keine Alternativen bieten, werden Einkäufer:innen bald womöglich andere Lieferanten in Betracht ziehen. Durch stetige technologische Entwicklungen entstehen hier aber auch einzigartige Chancen für neue Produkte und Geschäftsmodelle – wenn man denn up-to-date bleibt und der Komplexität trotzt, etwa mithilfe des Unternehmensmodells Green.OWL und der anderen Angebote aus dem Projekt, so Wolfgang Marquardt: „Wir haben hier Partner an Bord, die umfangreiche Erfahrung in der Begleitung von Unternehmen bei Veränderungsprozessen mitbringen. Dadurch stärken wir sowohl die heimischen Betriebe als auch die Region an sich.“
Das Unternehmensmodell und weitere Informationen finden Sie unter www.green-owl.eu.
Mobilität bedeutet heute weit mehr als den Transport von Menschen und Gütern. Sie entscheidet über Zugang zu Arbeit, Bildung und Gesundheitsversorgung – und damit über soziale Teilhabe. Sie beeinflusst Klimaschutz, Energieverbrauch und Lebensqualität, wird zunehmend digital organisiert und reicht inzwischen bis in virtuelle Räume hinein. Nachhaltige Mobilitätssysteme sollen deshalb umweltfreundlich, zugänglich und sozial ausgewogen sein. Besonders der Verkehrssektor steht unter Druck: Er muss seinen CO₂-Ausstoß senken und stärker auf emissionsarme Verkehrsträger wie ÖPNV, Rad- und Fußverkehr setzen. In Ostwestfalen-Lippe (OWL) zeigt sich diese Transformation besonders vielschichtig: Die Region ist logistischer Knotenpunkt für Deutschland und Europa, zugleich aber geprägt durch starke Unterschiede zwischen urbanen Zentren und ländlichen Räumen.
Während Städte und Umland vielerorts gut an Bus und Bahn angebunden sind, kämpfen ländliche Kommunen mit eingeschränkten Mobilitätsangeboten. Zahlen unterstreichen diese Diskrepanz: Zwar entspricht der Anteil an Siedlungs- und Verkehrsflächen mit 23,5 % dem NRW-Schnitt, doch die PKW-Dichte liegt mit 618 Fahrzeugen pro 1.000 Einwohner:innen deutlich über den Landes- und Bundeswerten. Das zeigt die strukturelle Abhängigkeit vom Auto als wichtigstem Verkehrsmittel. Elektromobilität gewinnt zwar an Bedeutung – gut vier Prozent der zugelassenen Autos in OWL fahren elektrisch – die Ladeinfrastruktur bleibt jedoch hinter NRW und Bund zurück. Genau diese Bedingungen prägen den Alltag vieler Menschen und stellen die Mobilitätswende vor große Herausforderungen.
Gleichzeitig tragen Unternehmen in OWL bereits aktiv zur Transformation bei: Sie bieten E-Bike-Leasing an, bauen Ladestationen auf Firmengeländen, testen Carsharing oder elektrifizieren ihre Flotten. Dennoch bleibt das Auto – besonders im ländlichen Raum – dominierend. ÖPNV-Angebote und Jobtickets werden oft aus mangelnder Attraktivität oder schlechter Taktung kaum angenommen. Unternehmen stehen zudem vor Zielkonflikten: Klimaschutzmaßnahmen wie Parkraumbewirtschaftung können zwar nachhaltig wirken, wirken aber auf Beschäftigte mitunter einschränkend und sind daher oft unpopulär. Hier zeigt sich, wie sehr Mobilitätsverhalten an Alltagsstrukturen und Infrastruktur gebunden ist.
Multimodale Angebote als Lösungsansatz
Um diese strukturellen Probleme zu adressieren, entstehen in OWL innovative Projekte, die Mobilität neu denken – besonders im ländlichen Raum. Ziel sollte eine flexible Mobilitätslandschaft sein, die Stadt und Land gleichermaßen stärkt.
Insgesamt zeigt OWL, wie komplex die Transformation des Mobilitätssystems ist. Sie erfordert technische Lösungen, aber ebenso politische Rahmenbedingungen, Investitionen in Infrastruktur, Veränderungen im Nutzerverhalten und eine enge Zusammenarbeit vieler Akteure. Die Region steht beispielhaft für das Spannungsfeld zwischen urbanen Mobilitätsoptionen und ländlichen Strukturen – und zugleich für innovative Ansätze, die bundesweit Aufmerksamkeit gewinnen können.
Potenziale für die Zukunft der Mobilität in OWL
Diese Herausforderungen spiegeln sich auch in der aktuellen Potenzialanalyse der Region wider. Obwohl OWL über eine sehr gute Grundinfrastruktur verfügt, erschweren hohe PKW-Abhängigkeit, Netzlücken im ÖPNV und geringe Anteile emissionsfreier Antriebe die Transformation. Demografische Entwicklungen, steigende Mobilitätsbedarfe und der Anspruch, Mobilität sozial gerecht zu gestalten, erhöhen den Handlungsdruck. Gleichzeitig verfügt OWL über starke industrielle und digitale Kompetenzen, die entscheidend für die Mobilität der Zukunft sind: Automatisierung, Fahrzeugtechnik, Logistik, KI, Sensorik und Datenanalyse. Projekte wie NeMo.bil können als „Leuchttürme“ der regionalen Mobilitätswende fungieren und Wege aufzeigen, wie nachhaltige Verkehrssysteme im ländlichen Raum funktionieren können.
Neben Chancen und Stärken treten Risiken deutlich hervor: Flächenverbrauch, CO₂-Emissionen, ungleiche Erreichbarkeit und hohe Investitionsbedarfe zählen zu den größten Herausforderungen. Damit die Transformation gelingt, muss OWL Mobilität als gemeinsame Aufgabe von Kommunen, Wirtschaft, Forschung und Zivilgesellschaft begreifen. Eine integrierte, multimodale Mobilitätsstrategie – abgestimmt auf urbane und ländliche Bedingungen – kann einen entscheidenden Beitrag leisten, um ökologische, soziale und wirtschaftliche Ziele zu verbinden. Gerade die Etablierung starker regionaler Innovationsnetzwerke wird dafür ein zentraler Baustein sein.
Mobilität wird damit zu einem Schlüsselthema der regionalen Transformation: OWL muss Wege finden, wie Menschen und Unternehmen in Zukunft klimafreundlich, barrierefrei, effizient und vernetzt unterwegs sein können. Die Region hat die Voraussetzungen, um genau das zu erreichen – und einen sichtbaren Beitrag zur nachhaltigen Entwicklung in Nordrhein-Westfalen und Deutschland zu leisten.
Weitere Informationen finden Sie unter www.green-owl.eu.
Die Stadtbibliothek Detmold hat im Rahmen der MINT Community 4.OWL eindrucksvoll gezeigt, wie außerschulische Lernorte zu lebendigen Orten der Wissenschaft werden können. Als Partnerin der Initiative bot sie über mehrere Jahre hinweg regelmäßig Workshops für Kinder und Jugendliche zwischen 10 und 16 Jahren an – und stieß dabei auf großes Interesse.
Unter dem Motto „Entdecken, Forschen, Ausprobieren“ verwandelten sich die Räumlichkeiten der Bibliothek in einen kreativen Lernraum: Ob beim Programmieren kleiner Roboter, beim Experimentieren mit KI oder beim Bau einer Brücke mit dem 3D-Druckerstift – die Teilnehmerinnen und Teilnehmer konnten MINT-Themen auf spielerische Weise kennenlernen. Besonders beliebt war der Workshop „Kollege Roboter“, in dem die Jugendlichen einen Kugelroboter steuern konnten, sich mit Sensoren und Programmierung auseinandersetzen.
„Wir waren überrascht, wie groß die Nachfrage war“, berichtet die Leiterin Manuela Kohl der Stadtbibliothek Detmold. „Viele Familien kamen gezielt wegen der MINT-Angebote zu uns – und die Kinder waren mit Begeisterung dabei.“
Durch die Zusammenarbeit mit der MINT Community 4.OWL erhielt die Stadtbibliothek nicht nur fachliche Unterstützung bei der Durchführung der Workshops, sondern auch Zugang zu einem regionalen Netzwerk aus Schulen, Vereinen und Bildungseinrichtungen. Das stärkte ihre Rolle als moderner Lernort und Treffpunkt für junge Entdeckerinnen und Entdecker.
Dank des Erfolgs plant die Stadtbibliothek Detmold, auch künftig regelmäßig MINT-Workshops in ihr Veranstaltungsprogramm aufzunehmen – ein nachhaltiges Beispiel dafür, wie außerschulische Lernorte zur Begeisterung für Mathe, Informatik, Naturwissenschaften und Technik beitragen können.
Mehr Informationen zum Projekt unter www.mint4owl.de.
Eine sichere, effiziente, kostengünstige und gleichzeitig saubere Energieversorgung ist ein wichtiger Erfolgsfaktor für die Transformation des Wirtschaftsstandorts. Ostwestfalen-Lippe (OWL) gehört zu den Regionen in Deutschland, die beim Umbau des Energiesystems besonders schnell voranschreiten.
Eine sichere, effiziente, kostengünstige und gleichzeitig saubere Energieversorgung ist ein wichtiger Erfolgsfaktor für die Transformation des Wirtschaftsstandorts. Ostwestfalen-Lippe (OWL) gehört zu den Regionen in Deutschland, die beim Umbau des Energiesystems besonders schnell voranschreiten. Mit einem Anteil von 62,5 % erneuerbarer Energien am Stromverbrauch liegt OWL deutlich über dem Bundesdurchschnitt. Der größte Teil stammt aus Windenergie, gefolgt von Photovoltaik und biogenen Quellen. Allein durch den Einsatz dieser Technologien konnten 2024 fast drei Millionen Tonnen CO₂ eingespart werden – ein spürbarer Beitrag zum Klimaschutz. Das theoretische Potenzial ist dabei weitaus größer: Mit über 43,8 TWh pro Jahr könnte die Region langfristig mehr Energie erzeugen, als sie selbst verbraucht, und damit zu einem Nettoexporteur grüner Energie werden.
Doch der Weg dorthin bleibt anspruchsvoll. Das Energiesystem ist im Wandel – vom zentralen zum dezentralen, vom linearen zum vernetzten. Windräder, Solaranlagen und Speicher erzeugen Energie dort, wo sie verbraucht wird. Diese neue Logik fordert die bestehende Netz- und Speicherinfrastruktur heraus. Um Schwankungen auszugleichen und Versorgungssicherheit zu gewährleisten, sind Investitionen in Netzausbau, Speichertechnologien und intelligente Steuerungssysteme entscheidend.
Dezentral, innovativ, vernetzt
Besonders dynamisch entwickelt sich die Photovoltaik: Innerhalb eines Jahres – von 2023 auf 2024 – stieg die Zahl der Anlagen um ein Viertel auf fast 150.000 Systeme, die inzwischen über 11 % des regionalen Stromverbrauchs decken. Im Kreis Höxter erreichen einige Gemeinden Spitzenwerte von mehr als 3.000 kWh Solarstrom pro Kopf. Auch die Windkraft bleibt ein zentraler Pfeiler der Energiewende. Der Kreis Paderborn erzeugt bereits seit 2018 bilanziell mehr Strom aus erneuerbaren Quellen, als vor Ort verbraucht wird.
Parallel dazu setzen immer mehr Unternehmen auf Eigenversorgung, Power Purchase Agreements und Energiemanagementsysteme nach ISO 50001. Effizienztechnologien wie Wärmerückgewinnung, Geothermie, LED-Beleuchtung und smarte Verteilersysteme sind längst Standard. Quartierslösungen, in denen Energie gemeinschaftlich erzeugt, gespeichert und genutzt wird, gewinnen zunehmend an Bedeutung – sie mindern Netzlasten und schaffen lokale Wertschöpfung.
Potenziale und Herausforderungen
OWL profitiert nicht nur von seiner Energieerzeugung, sondern auch von seiner starken Forschungs- und Technologiebasis. Mit Kompetenzen in Automatisierung, Elektrotechnik, Maschinenbau und IT verfügt die Region über ideale Voraussetzungen für die Entwicklung intelligenter Energiesysteme, Smart Grids und sektorübergreifender Innovationen. Initiativen wie it’s OWL oder Green.OWL wirken dabei als Beschleuniger, indem sie Wissen aus Forschung und Praxis zusammenführen. Projekte wie der Schlafende Riese, im Rahmen dessen eine bestehende Erdgas-Hochdruckoptimierungsleitung in Lichtenau zur Speicherung von grünem Wasserstoff eingesetzt werden soll, weisen den Weg.
Doch es bleiben Aufgaben: Netzengpässe, fehlende Speicher, Fachkräftemangel und Akzeptanzprobleme beim Ausbau erneuerbarer Energien bremsen die Dynamik. Verlässliche Rahmenbedingungen, planbare Förderung und eine enge Abstimmung zwischen Wirtschaft, Wissenschaft, Politik und Gesellschaft sind daher unerlässlich.
Mit seiner hohen Ausbauleistung, der technologischen Exzellenz und einem klaren strategischen Kompass – dem Masterplan Green.OWL – ist Ostwestfalen-Lippe jedoch hervorragend aufgestellt, um als Modellregion für nachhaltige Energie und wirtschaftliche Transformation voranzugehen.
Weitere Informationen finden Sie unter www.green-owl.eu.
Neun Teams aus ganz OWL haben an Herausforderungen gearbeitet, die von den Verwaltungen der regionalen Kreise und Kommunen eingereicht wurden. Das Finale fand am Fraunhofer IEM in Paderborn statt.
Paderborn, 13. November 2025. Bekannte Probleme mal ganz neu denken: Beim Makeathon „Akte Y“ haben rund 50 Teilnehmende aus Verwaltung, Wissenschaft und Politik zwei Tage lang in neun Teams an konkreten Lösungen für verschiedene Herausforderungen im öffentlichen Sektor gearbeitet. Die Herausforderungen wurden dabei im Vorfeld von kommunalen und Kreisverwaltungen aus OWL eingereicht. Im IoT Xperience Center an der Zukunftsmeile Paderborn wurden gestern die besten Ideen ausgezeichnet. Mit dabei: Eine App zur Koordination von Helfern bei Naturkatastrophen, ein KI-Assistent für den Wissenstransfer im öffentlichen Dienst und ein neues Konzept für Mitarbeitende an der Schnittstelle zwischen Fachabteilungen und Digitalisierungsstellen von Kommunen und Kreisen. Veranstaltet wurde der Makeathon– zusammengesetzt aus den Worten „Make“ und „Marathon“ – vom DigitalBüro OWL, der OstWestfalenLippe GmbH und dem Fraunhofer IEM.
Aus Sicht des DigitalBüros OWL ist das Event für die öffentliche Verwaltung ein entscheidender Schritt nach vorn. „Verwaltung kann Innovation – wenn wir ihr die richtigen Räume dafür geben“, sagt Rainer Vidal, Leiter des DigitalBüros OWL. „Der Makeathon war genau ein solcher Raum, in dem interdisziplinäre Teams mutige Ideen entwickeln, die nicht im Workshop-Ordner verschwinden, sondern in der Praxis erprobt werden können – mit Signalwirkung für die ganze Region.“
Ausgezeichnete Ideen mit Umsetzungsanspruch
Die Gewinnerteams überzeugten mit umsetzbaren Ansätzen, die nicht nur auf technologische Lösungen setzten, sondern den Menschen in den Mittelpunkt stellten. Gewonnen hat der Online-Dienst „KoNoWL“, der es in Krisenfällen erlaubt, Spontanhilfe zu koordinieren. Kommt es etwa in Folge von Starkregenereignissen zu Überschwemmungen und vollgelaufenen Kellern, könnten hier entsprechende Hilfegesuche auf einem schwarzen Brett veröffentlicht werden. So gelangen freiwillige Helfer:innen direkt und mit der richtigen Ausrüstung zu den Einsatzstellen. Entwickelt wurde die Lösung von Katharina Meier (Bezirksregierung Detmold), Franziska Leifeld (Stadt Detmold), Celine Heinze und Maximilian Schüttenmeyer (beide Stadt Bielefeld). Als Preis honoriert die Bilster Berg GmbH diese besondere Leistung und lädt das Gewinner-Team an einem Nachmittag im kommenden Frühjahr zu einem Mobilitäts-Event auf die Test- und Präsentationsstrecke ein. Ebenfalls aufs Treppchen gelangte der KI-Assistent Karli. Bis 2035 geht ein Viertel der Beschäftigten im öffentlichen Dienst in den Ruhestand. Um den damit einhergehenden Wissensverlust auszugleichen, könnten Mitarbeitende durch einen KI-Chatbot zu ihren Herangehensweisen an gewisse Aufgaben befragt werden. Die so gesammelten Informationen würden dann an die Nachfolge weitergereicht werden und so als Wissensspeicher fungieren, so die Idee von Jessica Wulf (Fraunhofer IEM), Elias Ahlenheimer (Stadt Bünde), Simon Peters (Kreis Lippe) und Theresa Stolp (Stadt Paderborn). Beide Herausforderungen waren von der Stadt Detmold eingereicht worden.
Außerdem unter die Top 3 schaffte es ein neues Schnittstellenkonzept zwischen Fachabteilungen und Digitalisierungsstellen der Kommunen und Kreise, die sogenannten „DigiLeader“. Gerade in kleineren Städten und Gemeinden sind die Digitalisierungsstellen oder -beauftragten häufig überlastet. Mit dem Konzept der „DigiLeader“ würden in jeder Fachabteilung besonders digital-affine und kreative Mitarbeitende zu Experten qualifiziert, die ihrer Abteilung bei Digitalisierungsfragen mit Rat und Tat zur Seite stehen und selbst vorbildhaft vorangehen. Das Konzept erarbeitet haben Rosalia Broton, Nikola Müller (beide Kreis Herford), Leonie Winter (Bezirksregierung Detmold) und Lisa Kersting (Kreis Gütersloh).
Die Ideen werden jetzt von den Kommunen geprüft, die die Herausforderungen eingereicht haben. Ziel ist es, dass die Lösungsansätze aus dem Makeathon nicht in der Schublade verschwinden, sondern schnell in Pilotprojekte überführt werden. „Wir haben gesehen, dass die besten Ideen dort entstehen, wo Verwaltung und Innovation, Praxis und Vision, Realität und Experimentierfreude zusammenkommen“, sagt Prof. Dr. Laban Asmar vom Fraunhofer IEM, der als Moderator durch das Programm führte. „Mit dem Makeathon konnten wir die Zusammenarbeit über Stadt- und Verwaltungsgrenzen hinweg fördern und zeigen, wie aus regionalem Miteinander konkrete Impulse für die Zukunft entstehen.“
Vom Formular zum Flow: So soll Verwaltung neu gedacht werden
Insgesamt neun Herausforderungen aus dem Verwaltungsalltag wurden beim Makeathon zur Grundlage für neue Lösungsansätze – von überbordender Bürokratie über fehlende Datenstandards bis hin zu ungenutzten digitalen Services. Nach einem intensiven Auftakttag mit Keynote, Team-Sprints und Zwischenpitches gipfelte das Event am zweiten Tag in einem öffentlichen Finale: Die überzeugendsten Ideen wurden präsentiert, vom Publikum bewertet und von einer hochkarätigen Jury aus Netzwerken, Verwaltung und Wissenschaft ausgezeichnet.
Pressekontakt:
OstWestfalenLippe GmbH
Marius Vinnemeier
Tel. 0521 96733 231
m.vinnemeiernoSpam@owl.gmbh
www.ostwestfalenlippe.de
Über die OstWestfalenLippe GmbH – Gesellschaft zur Förderung der Region
Die OstWestfalenLippe GmbH ist die Agentur für innovative Regionalentwicklung der Stadt Bielefeld, der Kreise Gütersloh, Herford, Höxter, Lippe, Minden-Lübbecke und Paderborn sowie von Wirtschaft und Wissenschaft in OWL. Wir treten dafür an, dass die Region OWL zur stärksten Wirtschaftsregion Deutschlands wird. Dabei konzentrieren wir uns mit dem Verbund aus Wirtschaft, Wissenschaft, Politik und Gesellschaft auf die Fokusfelder „Nachhaltigkeitstransformation”, „Arbeitskräftesicherung & Bildung” sowie „Regionalmarketing & Strategie”.
Die Energiewende ist mehr als eine ökologische Notwendigkeit – sie ist ein wirtschaftlicher Erfolgsfaktor. Beim ersten Green.OWL Summit im Miele Experience Center wurde deutlich: Ostwestfalen-Lippe geht voran.
Gütersloh, 7. November 2025. Die Energiewende ist mehr als eine ökologische Notwendigkeit – sie ist ein wirtschaftlicher Erfolgsfaktor. Beim ersten Green.OWL Summit im Miele Experience Center wurde deutlich: Ostwestfalen-Lippe geht voran. Mit konkreten Projekten, starker regionaler Zusammenarbeit und einem Masterplan zeigt die Region, wie der Wandel gelingen kann.
Rund 200 Entscheider:innen aus Wirtschaft, Wissenschaft, Politik und Verwaltung kamen auf Einladung der OstWestfalenLippe GmbH zusammen, um Perspektiven und Strategien für die Energiewende zu entwickeln. Unterstützt wurde die Veranstaltung von Gastgeber Miele und PwC Deutschland.
Das große Interesse zeigt: OWL ist bereit für den Wandel – ein wichtiges Signal, wie Björn Böker, Geschäftsführer der OstWestfalenLippe GmbH, betonte: „Die Energiewende entscheidet sich in den Regionen – dort, wo Wirtschaft, Wissenschaft und Kommunen gemeinsam Lösungen entwickeln und umsetzen. In Ostwestfalen-Lippe bringen wir alle Akteure an einen Tisch, um die Transformation konkret voranzubringen und sie zu einem echten Standortvorteil für unsere Region zu machen.”
Wirtschaft als Treiber – mit klaren politischen Rahmenbedingungen
Eine wichtige Initiative, lobte Staatssekretärin Silke Krebs aus dem NRW-Wirtschaftsministerium: Die Energiewende beginnt vor Ort und ist längst zu einem wichtigen Faktor für die Standortwahl geworden. Wer Klimaschutz und Wirtschaftlichkeit klug verbindet, schafft Arbeitsplätze, Investitionsimpulse und stärkt unsere Resilienz. Deshalb unterstützen wir als Landesregierung Regionen, wie Ostwestfalen-Lippe, die Verantwortung übernehmen und vorangehen: mit gezielter Förderung, Planungssicherheit und einem klaren industriepolitischen Kurs. OWL zeigt, wie die Energiewende gelingen kann.
Deutlich wurde beim Summit auch: In den Unternehmen der Region geschieht schon eine Menge. Beispiel Miele: „An unseren Standorten erzeugen wir bereits jede Menge Strom aus Sonnenkraft und Heizleistung aus Erdwärme. Wir bieten viele Geräte in der höchsten Energieeffizienzklasse an. Und wir setzen Konzepte zur Zirkularität schrittweise um“, so Rebecca Steinhage, Miele-Geschäftsführerin Human Resources & Corporate Affairs. Sie ergänzte: „Mit realistischen Zielen, klaren politischen Leitplanken und dem gemeinsamen Willen zur Umsetzung können wir alle etwas fürs Klima tun.“
Energiewende als Schlüsselbereich der Transformation
Der erste Green.OWL Summit bot ein dichtes Programm rund um die Energiewende. „Sie ist ein Schlüsselbereich, der Wirtschaft, Gesellschaft und Politik gleichermaßen bewegt”, erläuterte Björn Böker den gewählten Fokus. Es ging um Fragen der Bezahlbarkeit, Strategien und Chancen, aber auch um neue Narrative für die Energiewende. Fortschritt statt Verzicht, Mitgestalten statt abwarten. Eins machten alle Diskussionen deutlich: Die Verzahnung von Innovation, Infrastruktur und Akzeptanz ist entscheidend – ebenso wie lokale Lösungen und ein klarer Wille zum Handeln.
„Für Unternehmen und Investoren wird Nachhaltigkeit zunehmend zum entscheidenden Wettbewerbsfaktor“, betonte Marc Göbbels, Partner im ESG-in-Deals-Team bei PwC Deutschland. „Wer frühzeitig auf transparente ESG-Kriterien und wirksame Transformationsstrategien setzt, kann nicht nur regulatorischen Anforderungen gerecht werden, sondern auch echten Mehrwert für Wirtschaft und Gesellschaft schaffen.“
Ein Masterplan für die Modellregion OWL
Der auf dem Summit vorgestellte Masterplan Green.OWL soll künftig die Transformation unterstützen. Die Eckpfeiler des Plans wurden im Rahmen des Projekts Green.OWL von der OstWestfalenLippe GmbH gemeinsam mit der Universität Paderborn, dem Fraunhofer IEM und über 40 Partnern aus Wirtschaft, Wissenschaft und Zivilgesellschaft erarbeitet. Nun geht es um die Weiterentwicklung und Konkretisierung des Plans, auch auf Grundlage der Diskussionen beim Summit. Ziel ist es, mittelständische Unternehmen bei der Transformation zu unterstützen. Dazu definiert der Masterplan gemeinsame Ziele, gibt Handlungsempfehlungen und zeigt, wie nachhaltige Energieversorgung, Kreislaufwirtschaft und Mobilität in der Praxis zusammenwirken können.
„Wir wollen OWL zur Modellregion für nachhaltiges Wirtschaften machen – für ganz Deutschland”, sagte Björn Böker. „Der Green.OWL Summit spielt dabei eine zentrale Rolle, indem er Akteure zusammenführt, Impulse liefert und als Plattform dient, um den Masterplan mit konkreten Projekten und Ideen gemeinsam weiterzuentwickeln.”
Weitere Informationen zum Projekt Green.OWL finden Sie unter www.green-owl.eu.
Auf dem Foto: Teilnehmende des ersten Green.OWL Summit (1. Reihe v.l.): Dr. Clara Kühner (Universität Leipzig), Frank Pankoke (PwC Deutschland), Ina Laukötter (Landrätin Kreis Gütersloh), Dr. Markus Miele (Miele & Cie. KG), Jörg Timmermann (Kraft Group), Silke Krebs (Staatssekretärin MWIKE), Christoph Rüther (Landrat Kreis Paderborn), Björn Böker (OstWestfalenLippe GmbH), Dr. Stefan Breit (Miele & Cie. KG), Rebecca Steinhage (Miele & Cie. KG), Catiana Krapp (Moderation, Handelsblatt); (2. Reihe v.l.): Marc Göbbels (PwC), Jens Kronsbein (Bezirksregierung Detmold), Jürgen Noch (Westfalen Weser Energie), Mirco Schmidt (Landrat Kreis Herford), Thomas Begemann (Benteler) und Till Schlief (RetailSonar). / © Stork Media
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Über die OstWestfalenLippe GmbH – Gesellschaft zur Förderung der Region
Die OstWestfalenLippe GmbH ist die Agentur für innovative Regionalentwicklung der Stadt Bielefeld, der Kreise Gütersloh, Herford, Höxter, Lippe, Minden-Lübbecke und Paderborn sowie von Wirtschaft und Wissenschaft in OWL. Wir treten dafür an, dass die Region OWL zur stärksten Wirtschaftsregion Deutschlands wird. Dabei konzentrieren wir uns mit dem Verbund aus Wirtschaft, Wissenschaft, Politik und Gesellschaft auf die Fokusfelder „Nachhaltigkeitstransformation”, „Arbeitskräftesicherung & Bildung” sowie „Regionalmarketing & Strategie”.