Vier Innovative Geschäftskonzepte ausgezeichnet
Unchained Robotics, Robomantic, Formfreund Holzmanufaktur und Voltfang überzeugen beim Businessplan-Wettbewerb starklar OWL
Bielefeld, 19. Juni 2020. Am Donnerstagabend wurden die Gewinner des Businessplan-Wettbewerbs startklar OWL 2020 bekanntgegeben, der von der OstWestfalenLippe GmbH in Kooperation mit 22 Partnern durchgeführt wurde. Gesamtsieger ist Unchained Robotics. Das Start-up hat eine Steuerungssoftware für kollaborative Roboter in der industriellen Fertigung auf den Markt gebracht. Dafür erhalten die Paderborner Gründer ein Preisgeld in Höhe von 10.000 Euro. Der Preis in der Kategorie „Hightech und Forschung“ geht an Robomantic (Bielefeld) für einen taktil-sensitiven Handschuh, mit dem Bewegungen und Berührungen der menschlichen Haut gemessen werden können. In der Kategorie „Industrie, Handwerk, Handel und Dienstleistungen“ überzeugte Formfreund aus Steinhagen die Jury mit dem Konzept einer nachhaltigen und individuellen Möbelmanufaktur. Voltfang wurde mit dem Preis in der Kategorie „Zukunft und Gesellschaft“ ausgezeichnet. Das Aachener Team hat einen Hausspeicher für Photovoltaik entwickelt, der aus wieder aufbereiteten Batterien von Elektroautos hergestellt wird. Die Gewinner in den drei Kategorien erhalten jeweils ein Preisgeld in Höhe von 5.000 Euro. Insgesamt hatten sich 59 Gründerteams an der diesjährigen Wettbewerbsrunde beteiligt, von denen 30 einen Businessplan eingereicht haben.
Rudolf Delius, stellvertr. Vorsitzender der Gesellschafterversammlung der Ostwest-falenLippe GmbH, zeigte sich sehr zufrieden mit den Ergebnissen: „Wir freuen uns, dass so viele Gründerinnen und Gründer ihre Geschäftskonzepte ausgearbeitet und trotz der schwierigen Situation aufgrund der Corona-Krise den Sprung in die Selbständigkeit anstreben. Anzahl und Qualität der Wettbewerbsbeiträge zeigen, dass die Region ein gutes Ökosystem für Unternehmensgründungen bietet. startklar schafft wirkungsvolle Angebote, um Gründerinnen und Gründer bei der Ausarbeitung ihres Geschäftskonzepts zu unterstützen. Das unterstreichen die positiven Rückmeldungen der Teilnehmerinnen und Teilnehmer.“ Die OstWestfalenLippe GmbH führt den Wettbewerb gemeinsam mit 22 Partnern durch, darunter die IHKs und die Handwerkskammer, die Wirtschaftsförderungsrichtungen der Kreise sowie der Städte Bielefeld und Paderborn sowie die Hochschulen der Region und weitere Organisationen. Hauptsponsoren von startklar sind die Sparkassen in OWL.
Jury lobt Pioniergeist, Kreativität und Leidenschaft
Die besten elf Teams hatten am Donnerstag der Jury ihr Konzept präsentiert. „Die Jury war begeistert von der Vielzahl hochkarätiger Geschäftskonzepte. Die Geschäftsideen decken ein breites Themenspektrum ab: Dazu gehören beispielsweise digitale Lösungen für IT-Security, agile Zusammenarbeit und Prozessoptimierung im sozialen Bereich. Aber auch Speicher für regenerative Energien und elektrische Lastenfahrzeuge, individuelle Designmöbel, eine Yoga-Plattform und intelligente Fertigungslösungen sind im Teilnehmerfeld. Die Gründerinnen und Gründer treiben ihre Ideen mit viel Pioniergeist, Kreativität und Leidenschaft voran“, erläutert Jurysprecher Hubert Böddeker, Vorstand der Sparkasse Paderborn-Detmold. „Vor diesem Hintergrund ist der Jury die Entscheidung sehr schwer gefallen. Die Sieger haben insbesondere durch ihr Alleinstellungsmerkmal, einen großen Kundennutzen, ein hohes Marktpotenzial und ein gutes Vertriebskonzept überzeugt. Wir sind uns aber sicher, dass sich viele weitere Geschäftskonzepte erfolgreich am Markt behaupten und den Wirtschaftsstandort OWL bereichern werden“, so Böddeker.
Im Rahmen des Wettbewerbs konnten die Gründungsteams verschiedene Angebote zur Ausarbeitung ihres Geschäftskonzepts nutzen. In Workshops und Themenspecials haben sie das Nutzenversprechen ihres Produkts entwickelt und ihr Geschäftsmodell strukturiert. Lotsinnen und Lotsen unterstützten mit Expertenwissen rund um die Gründung. Beraterinnen und Berater der Sparkassen gaben Empfehlungen für die Finanzierung. Und der Erfahrungsaustausch mit anderen Gründerinnen und Gründern half bei vielen Fragen des unternehmerischen Alltags.
Der Businessplan-Wettbewerb startklar OWL wurde zum sechsten Mal durchgeführt. Insgesamt haben an den sechs Wettbewerbsrunden 429 Teams teilgenommen, 225 davon haben einen Businessplan zur Bewertung eingereicht.
Gesamtsieger: Unchained Robotics, Paderborn
Mit einer Steuerungssoftware für kollaborative Robotik verfolgt Unchained Robotics das Ziel, industrielle Fertigungsprozesse für kleine und mittelständische Unternehmen flexibel und kostengünstig zu optimieren. Die aus Cobot, Industriekamera, Greifer sowie der entwickelten Software bestehende Komplettlösung automatisiert Pick & Place-Vorgänge im Produktionsprozess oder in der Logistik einfach und sicher. Auf Basis von Bilderkennung und Künstlicher Intelligenz kann das System auf beliebige Bauteile und Objektgrößen trainiert werden und ermöglicht den Unternehmen die größtmögliche Flexibilität. Aufträge bis hin zur Losgröße 1 können ohne aufwendige und kostenintensive Anpassungsmaßnahmen erledigt werden. Unchained Robotics versteht sich als Full-Service-Anbieter und bietet neben der Softwarelösung auch deren Implementierung in den Produktionsprozess sowie die Montage und Wartung der mitgelieferten Systemkomponenten an.
Kevin Freise, Mladen Milicevic & Anton Veynshter, www.unchainedrobotics.de
Kategorie „Hightech und Forschung“: Robomantic, Bielefeld
Das Team von Robomantic hat in seiner Forschungsarbeit am CITEC der Universität Bielefeld eine neuartige berührungsempfindliche Taktilsensorik auf der Basis von Hightech-Textilien entwickelt. Ihre Besonderheit liegt in der durchgängigen Elastizität der Sensorzellen, womit sie sich gut als künstliche Haut oder Roboterhaut beschreiben lässt. Die Sensoren lassen sich somit erstmals auch auf beweglichen weichen Objekten einsetzen und wie Textilien verarbeiten. Auf Basis dieser neuen Technologie bringt Robomantic einen Datenhandschuh auf den Markt, der als Messinstrument für Bewegungen und Berührungen der menschlichen Hand dient. Die hiermit lösbaren Aufgabenstellungen reichen von der Erforschung des haptischen Verhaltens von Menschen bis zur praxisbezogenen Verbesserung von Produkt- und Arbeitsplatzergonomie in der Industrie. Auf Grundlage der Taktilsensorik von Robomantic werden außerdem innovative Produkte in den Bereichen Robotik und Prothetik entwickelt und angeboten um Roboter sicherer zu machen und Prothesenträgern Fingerspitzengefühl zu verleihen.
Julia Niermann, Gereon Büscher & Alexander Jacob, www.robomantic.de
Kategorie „Industrie, Handwerk und Dienstleistungen“: FORMFREUND Holzmanufaktur, Steinhagen
Mit dem Aufbau der Formfreund Holzmanufaktur ist dem Tischlermeister und Produktdesigner Tim Brüggemann die erfolgreiche Übernahme einer traditionellen Bau- und Möbeltischlerei sowie deren Neuausrichtung in eine Manufaktur für hochwertige Designermöbel gelungen. Das Geschäftskonzept stützt sich auf ein breites Produkt- und Dienstleistungsangebot. Dieses umfasst neben klassischen Bereichen wie der individuellen Anfertigung von Möbeln, der Montage von Fertigbauteilen oder dem Innenausbau auch neu erschlossene Tätigkeitsfelder. Unter dem Dach des eigenen Labels FORMFREUND konnte beispielsweise eine eigene Möbelkollektion auf dem Markt etabliert werden. Diese beinhaltet hochwertige Designmöbel, die zumeist aus Massivholz gefertigt sind. Dabei werden Kunden aktiv eingebunden – vom Fällen des Baumes über das Zuschneiden der Teile bis zur Produktion des Möbelstücks. Vertrieben werden die Möbelstücke über verschiedene Onlineportale sowie den regionalen Einzelhandel. Über eine innovative Unternehmenskultur und umfangreiche Social Media-Aktivitäten begeistert das Unternehmen viele junge Menschen für das Tischlerhandwerk und wächst kontinuierlich.
Tim Brüggemann, www.formfreund-design.de
Kategorie „Zukunft und Gesellschaft“: Voltfang, Aachen
Durch den Ablauf der EEG-Förderung im Jahr 2021 fehlt Solaranlagenbetreibern der wirtschaftliche Anreiz, ihren durch Photovoltaik produzierten Strom in das Netz einzuspeisen. Stattdessen suchen sie nach Lösungen, die gewonnene Energie zu speichern und für den eigenen Bedarf zu nutzen. Zu diesem Zweck bietet Voltfang einen umweltfreundlichen und preiswerten Hausspeicher an. Dieser besteht aus wiederaufbereiteten Batterien von Elektroautos. Neben der Bereitstellung einer effizienten Speicherlösung adressiert Voltfang also auch das bisher wenig beachtete Entsorgungsproblem alter Autobatterien und umgeht gleichzeitig die Produktion komplett neuwertiger Akkumulatoren. Bei der Vermarktung seines Produkts setzt das Unternehmen auf eine Komplettlösung: neben der Produktion und Lieferung der Hausspeicher übernimmt es auch die Montage vor Ort.
Roman Alberti, David Oudsandji & Afshin Doostdar, www.voltfang.de
Die Jury
JProf. Dr. Sabrina Backs, Universität Bielefeld
Hubert Böddeker, Vorstand Sparkasse Paderborn-Detmold (Sprecher der Jury)
Sebastian Borek, Geschäftsführer Founders Foundation
Nico Clasing, Vorstand Stadtsparkasse Rahden
Prof. Dr. Anne Dreier, Rektorin Fachhochschule des Mittelstands
Volker Ervens, Vorsitzender des Vorstands Wirtschaftsinitiative Kreis Gütersloh
Peter Eul, Präsident Handwerkskammer Ostwestfalen-Lippe zu Bielefeld
Oliver Flaskämper, Mitglied des Präsidiums IHK Ostwestfalen zu Bielefeld
Dr. Yvonne Gröning, Geschäftsführerin myconsult GmbH
Prof. Dr. Eckhard Koch, Vizepräsident Fachhochschule der Wirtschaft
Günter Korder, Geschäftsführer it‘s OWL Clustermanagement GmbH
Prof. Dr. Dennis Kundisch, Universität Paderborn (zugeschaltet über Video)
Maren Lampe, Vizepräsidentin IHK Lippe zu Detmold
Prof. Dr. Birka von Schmidt, VDI Ostwestfalen-Lippe Bezirksverein e. V.
Prof. Dr. Ingeborg Schramm-Wölk, Präsidentin Fachhochschule Bielefeld
Petra Spier, Unternehmensberaterin
Susanne Sorg, Vorstand EK/servicegroup eG
Prof. Dr. Andreas Welling, Technische Hochschule Ostwestfalen-Lippe
startklar-Partner
Fachhochschule Bielefeld, Fachhochschule des Mittelstands, Fachhochschule der Wirtschaft, Founders Foundation, Gesellschaft für Wirtschaftsförderung im Kreis Höxter, Handwerkskammer Ostwestfalen-Lippe, Industrie- und Handelskammer Ostwestfalen, Industrie- und Handelskammer Lippe, Interkommunale Wirtschaftsförderung Kreis Herford, it´s OWL, Kreis Lippe, Kreis Minden-Lübbecke, Kreis Paderborn, Pro Wirtschaft GT, OstWestfalenLippe GmbH, Technische Hochschule Ostwestfalen-Lippe, TecUp Universität Paderborn, Universität Bielefeld, VDI Bezirksverein OWL, Wirtschaftsentwicklungsgesellschaft WEGE Bielefeld, Wirtschaftsförderungsgesellschaft Paderborn.
Hauptsponsor
Sparkassen in OstWestfalenLippe
Weitere Sponsoren
BDO Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, Handwerkskammer OWL, HLB Stückmann & Partner, IHK Ostwestfalen, IHK Lippe, IKK classic, Schüco, WAGO, Wortmann & Partner Rheda-Wiedenbrück
| Vertreter der Jury nach der digitalen Preisverleihung mit den vier Gewinnerteams (v.l.n.r.): Nico Clasing (Stadtsparkasse Rahden), Oliver Flaskämper (Dienstleistungsausschuss IHK Ostwestfalen), Prof. Dr. Anne Dreier (Fachhochschule des Mittelstands), Petra Spier, Prof. Dr. Birka von Schmidt (VDI OWL), Hubert Böddeker (Sparkasse Paderborn-Detmold), Sonja Pult (Founders Foundation), Yvonne Groening (my consult), Prof. Dr. Ingeborg Schramm-Wölk (Fachhochschule Bielefeld) und Herbert Weber (OstWestfalenLippe GmbH). |
Wie können Service-Leistungen von Unternehmen im Maschinenbau revolutioniert werden? Eine Antwort auf diese Frage hat am Freitagabend einem Team beim Finale des it’s OWL Makeathon #horizonteOWL den Sieg beschert. Die sechs Studierenden und Experten aus Forschungseinrichtungen und Unternehmen hatten sich gegen knapp 200 Teilnehmer und 30 weitere Teams durchgesetzt. Bei der Online-Veranstaltung ging es darum, Lösungen für konkrete Herausforderungen zu erarbeiten, denen sich Unternehmen durch die Corona-Krise stellen müssen. Die Gewinneridee soll nun mit bis zu einer Million Euro Förderung umgesetzt werden.
„Das ist der Wahnsinn. Wir freuen uns riesig, dass wir mit diesem tollen Team an der Idee weiterarbeiten können. Es war eine unglaubliche Erfahrung und wir glauben an die Idee“, freut sich Teilnehmerin Caroline Junker vom Fraunhofer IEM. Soeben hat ihr Team den it’s OWL Makeathon #horizonteOWL gewonnen. Im Finale setzten die sechs kreativen Köpfe sich gegen vier weitere Finalisten-Teams durch. Ihre Idee: Die App „ServiceNavigator“. Tritt ein Problem an einer Maschine auf, hilft die App dank einem Diagnosetool unter anderem den Fehler zu kategorisieren und bietet direkt Lösungen für das Problem an.
Die Herausforderung hatten die Unternehmen GEA (Oelde), Kraft Maschinenbau und WP Kemper (beide Rietberg) für den Makeathon gestellt. Im Team hat Caroline Junker zusammen mit Matthias Kreinjobst, Maximilian Bersch (Werkstudent GEA), Patrick Deutschmann (Student), Sina Kämmerling (Unity AG) und Alexander Diedrich (Fraunhofer IOSB-INA) gearbeitet.
„Wir sind begeistert von den hervorragenden Ideen, die im Rahmen des Makeathons entstanden sind. Alle Präsentationen haben überzeugt und verdeutlicht, wieviel Knowhow, Kreativität und Leidenschaft die Teilnehmerinnen und Teilnehmer investiert haben. Ich bin überzeugt, dass wir neben dem Gewinner noch viele weitere Ideen in die Umsetzung bringen werden“, sagt Günter Korder, Geschäftsführer it’s OWL Clustermanagement GmbH. it‘s OWL hat den Makeathon in Kooperation mit dem Fraunhofer IEM und der OstWestfalenLippe GmbH organisiert, um neue Impulse für die Wirtschaft zu entwickeln. Knapp 200 Teilnehmer waren vom 27. bis 29. Mai dem Aufruf gefolgt und haben in 31 Teams insgesamt 15 Herausforderungen aus Unternehmen bearbeitet. Wirtschafts- und Digitalminister Prof. Dr. Andreas Pinkwart, der das Finale am Freitag ebenfalls verfolgte, lobte das Engagement der Teilnehmer*innen: „Der Makeathon ist ein toller Wettbewerb. Denn hier soll die Gewinneridee direkt in die Umsetzung gebracht werden. Dafür stellen wir gerne Fördermittel des Landes bereit. it´s OWL leistet mit dem Makeathon wieder Pionierarbeit für Nordrhein-Westfalen.“
Eine hochkarätige Jury hat die Konzepte der Finalisten, unter anderem nach deren Mehrwert für die Region und Beitrag zur Krisensicherheit, bewertet und den Sieger gekürt.
„Alle fünf Teams haben in kurzer Zeit unter enormen Druck tolle Lösungen entwickelt. Das war Innovation zum Quadrat und hat uns sowohl inhaltlich als auch von der Arbeitsweise überzeugt. In unserer Bewertung lagen die fünf Teams eng beieinander. Das Gewinnerteam hatte den besten Fit aus Innovationsgrad, Mehrwert für den Kunden, Resilienz, Geschäftsmodell und Monetarisierung“, sagt Jurymitglied Dr. Stefan Breit, Geschäftsführer Miele. Zuvor hatte Breit zusammen mit den weiteren Jurymitgliedern Roland Bent (Geschäftsführer Phoenix Contact), Sebastian Borek (Geschäftsführer Founders Foundation), Prof. Dr. Otthein Herzog (Professor Universität Bremen) und Prof. Ingeborg Schramm-Wölk (Präsidentin Fachhochschule Bielefeld und Vorsitzende Campus OWL) drei Finalisten bestimmt. Zwei weitere Teams sind durch eine öffentliche Abstimmung ins Finale gekommen. Ihre Videos wurden am häufigsten angesehen. Dabei stoßen die Ideen der Teilnehmer auf großes Interesse. Zuschauer hatten die 31 Ideen insgesamt über 35.000 Mal aufgerufen und knapp 800 Stunden angeschaut.
Von der digitalen Maschinensteuerung bis zum kontaktlosen Kassensystem
Die Bandbreite der Themen deckte dabei viele Aspekte ab, die für Unternehmen bundesweit während der Corona-Krise in den Fokus gerückt sind: von digitalen Services und Vertriebsmodellen über die Neugestaltung von Zuliefernetzwerken und autonomen Warentransport bis hin zu kontaktlosen Kassiersystemen und sicheren Desinfektionsmaßnahmen. Aber auch um die Vereinbarkeit von Homeoffice und Kinderbetreuung, sowie neue Formen der digitalen Zusammenarbeit und Qualifizierung, ging es.
Die Themen waren von 18 Unternehmen entwickelt worden. Darunter waren die Clusterunternehmen Benteler, Bette, Claas, GEA, KEB Automation, Miele, Kraft Maschinenbau, Phoenix Contact, S & N Invent und WP Kemper. Aber auch Start-ups wie Coverno, Unchained Robotics und Two Pillars haben sich beteiligt, genauso wie die Bielefelder Stadtwerke und die Brancheninitiativen.

59 Gründerteams hatten sich beim Businessplan-Wettbewerb startklar OWL beteiligt, um aus ihrer Idee ein erfolgreiches Geschäftskonzept zu machen. Eine Expertengruppe hat jetzt die elf besten Teams ausgewählt, die am 18. Juni 2020 ihr Geschäftskonzept vor der Jury präsentieren. Zu gewinnen gibt es Preisgelder von bis zu 10.000 Euro.
Insgesamt haben 30 Teams ihre Businesspläne zur Bewertung eingereicht, nachdem sie die startklar-Workshops und die individuellen Beratungsangebote der Lotsinnen und Lotsen genutzt hatten. Wolfgang Marquardt, Prokurist der OstWestfalenLippe GmbH, ist zufrieden mit dem Ergebnis: „Wir freuen uns, dass so viele Gründerinnen und Gründer ihre Geschäftskonzepte ausgearbeitet und trotz der schwierigen Situation durch die Corona-Krise den Sprung in die Selbständigkeit anstreben. Die Geschäftsideen decken ein breites Themenspektrum ab: Dabei sind beispielsweise digitale Lösungen für IT-Security, agile Zusammenarbeit und Prozessoptimierung im sozialen Bereich. Aber auch Speicher für regenerative Energie und elektrischen Lastenfahrzeuge, zu individuelle Designmöbeln und intelligente Fertigungslösungen. Das zeigt die Innovationskraft und den Gründerspirit in OstWestfalenLippe“
startklar ist eine Gemeinschaftsaktion der Wirtschaftsförderungseinrichtungen der Kreise und der Städte Bielefeld und Paderborn, der Kammern, der Hochschulen und weiterer Organisationen unter der Koordination der OstWestfalenLippe GmbH: Hauptsponsoren sind die Sparkassen in OWL. Experten aus den Partnerorganisationen hatten die Businesspläne für die Jury vorbewertet. Bewertet wurden unter anderem das Alleinstellungsmerkmal der Geschäftsidee, der Kundennutzen, die Marktfähigkeit sowie das Finanzierungskonzept.
Gewinner erhalten Preisgeld von 10.000 Euro
Am 18. Juni werden die elf Gründungsteams ihr Geschäftskonzept der Jury präsentieren, die aus 20 Expertinnen und Experten aus Wirtschaft, Wissenschaft und Kapitalgebern besteht. Juryvorsitzender Hubert Böddeker, Vorstand Sparkasse Paderborn-Detmold erläutert: „Um das Gründungsgeschehen in der Breite abzudecken, vergeben wir Preise in den drei Kategorien „Hightech und Forschung“, „Industrie, Handwerk, Handel und Dienstleistung“ sowie „Zukunft und Gesellschaft“. Die Gewinner der drei Kategorien erhalten jeweils ein Preisgeld von 5.000 Euro. Darüber hinaus wird ein startklar-Gesamtsieger über alle drei Kategorien hinweg ausgezeichnet – dotiert mit einem Preisgeld von 10.000 Euro.“ Die Preisgelder werden von den Sparkassen in OWL bereitgestellt.
Die TOP 11 im Überblick:
Chakrana, Bielefeld
Das Unternehmen Chakrana bietet eine Plattform für die unterschiedlichsten Bedürfnisse von Yogatreibenden. Neben einem Onlineshop für nachhaltige Yoga-Mode bietet Chakrana eine Schnittstelle zwischen Yogaschulen und Kunden sowie ein Eventportal. Darja Noschenko, Sven Schipper
DEVITY, Paderborn
Das Start-up Devity bietet kleinen und mittelständischen Unternehmen eine Plattform für die unkomplizierte, sichere Integration von Geräten in das Internet of Things und schützt diese vor immer häufiger auftretenden Cyberangriffen. Christoph Milder, Sven Uthe, www.devity.eu
Formfreund Holzmanufaktur, Steinhagen
Nach der Übernahme einer traditionellen Bau- und Möbeltischlerei hat der Gründer Tim Brüggemann sein Unternehmen schrittweise in eine reine Möbelmanufaktur umgewandelt. Mittlerweile designt und produziert er erfolgreich nachhaltige Möbel- und Inneneinrichtungen. Tim Brüggemann, www.formfreund-design.de
Markus Vüllers Coaching, Borchen
Mit seiner über dreißigjährigen Praxiserfahrung unterstützt Markus Vüllers Auszubildende und Facharbeiter der Beschichtungsbranche, ihre Tätigkeiten optimal auszuführen und sich weiter zu qualifizieren. Hierzu setzt er neben klassischen Beratungsgesprächen vor Ort auch auf zukunftsträchtige digitale Angebote. Markus Vüllers, www.markus-vuellers-coaching.de
Momontum, Bielefeld
Gemeinsam mit sozialen Einrichtungen hat das Team von Momontum eine Software entwickelt, die die Dokumentation in der Jugendhilfe einfacher & effektiver gestaltet und die Partizipation der Jugendlichen an der eigenen Hilfeplanung ermöglicht. Markus Felk, Jakob Hase, www.momontum.de
notium, Bielefeld
notium bietet eine innovative Softwarelösung, die modernste Technologien in den Pflege- und psychosozialen Bereich einführt. Im Resultat wird der Alltag vereinfacht und bürokratische Tätigkeiten werden automatisiert, wodurch mehr Zeit fürs Wesentliche bleibt – die Arbeit mit Menschen. André Holthusen, Nicolas Plano, Philipp Poppe, www.notium.de
owltec®, Lemgo
Mit dem e-lifter entwickelt das Start-up owltec® eine innovative Lösung im Bereich der Elektromobilität. Hergestellt wird ein sich selbst antreibender, smarter Handwagen für umweltbewusste Stadtbewohner, die auch beim Transport schwerer Lasten auf ihren PKW verzichten möchten. Jan Krügermeier, Ralf Maschmann
Robomantic, Bielefeld
Das Start-up Robomantic entwickelt einen taktil-sensitiven Handschuh für den Einsatz in den Bereichen Prothetik, Robotik und die Industrieproduktion an. Gereon Büscher, Alexander Jacob, Julia Niermann, www.robomantic.de
Voltfang, Aachen
Zur hausinternen Speicherung selbstproduzierter Sonnenenergie bietet das Unternehmen seinen Kunden eine kostengünstige und ressourcenschonende Lösung aus wiederaufbereiteten Autobatterien. Roman Alberti, Afshin Doostdar, David Oudsandji
Unchained Robotics, Paderborn
Mit einer Systemlösung aus Kamera, Software und kollaborativem Roboter möchte Unchained Robotics bisher kostenintensive und aufwändige industrielle Fertigungsprozesse für kleine und mittelständische Unternehmen optimieren. Kevin Freise, Mladen Milicevic, Anton Veynshter, www.unchainedrobotics.de
derioXR, Paderborn
derioXR revolutioniert die Zusammenarbeit verteilt agierender Teams. Mit Hilfe einer Virtual Reality-basierten Plattform wird es Nutzern ermöglicht, standortübergreifend global miteinander in Teams zu agieren. Gregor Englert, Patrick Taplick, www.derioXR.com
startklar-Partner
Fachhochschule Bielefeld, Fachhochschule des Mittelstands, Fachhochschule der Wirtschaft, Founders Foundation, Gesellschaft für Wirtschaftsförderung im Kreis Höxter, Handwerkskammer Ostwestfalen-Lippe, Industrie- und Handelskammer Ostwestfalen, Industrie- und Handelskammer Lippe, Interkommunale Wirtschaftsförderung Kreis Herford, it´s OWL, Kreis Lippe, Kreis Minden-Lübbecke, Kreis Paderborn, Pro Wirtschaft GT, OstWestfalenLippe GmbH, Technische Hochschule Ostwestfalen-Lippe, TecUp Universität Paderborn, Universität Bielefeld, VDI Bezirksverein OWL, Wirtschaftsentwicklungsgesellschaft WEGE Bielefeld, Wirtschaftsförderungsgesellschaft Paderborn.
Hauptsponsor
Sparkassen in OstWestfalenLippe
Weitere Sponsoren
BDO Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, Handwerkskammer OWL, HLB Stückmann & Partner, IHK Ostwestfalen, IHK Lippe, IKK classic, Schüco, WAGO, Wortmann & Partner Rheda-Wiedenbrück
Paderborn, 15. Mai 2020. Wie können Unternehmen ihre Lieferketten unabhängiger aufstellen? Wie gelingt es, Vertrieb und Maschinen aus dem Home Office zu steuern? Und wie können ortunabhängige/mobile Arbeitsbedingungen verbessert werden? Innovative Lösungen für diese Herausforderungen zu entwickeln: Darum geht es vom 27. bis 29. Mai im Makeathon #horizonteOWL des Spitzenclusters it´s OWL. Dafür werden kreative und engagierte Köpfe aus Hochschulen, Forschungseinrichtungen, Unternehmen, Start-ups und Kreativszene gesucht. Sie arbeiten zwei Tage lang digital an 15 konkreten Challenges, die 19 Unternehmen gemeinsam entwickelt haben. Die beste Idee soll mit bis zu 1 Mio. Euro Förderung umgesetzt werden.
„Gerade in Krisen brauchen Unternehmen innovative Ideen, um für die Zukunft robust und sicher aufgestellt zu sein“, erläutert Günter Korder, Geschäftsführer it’s OWL Clustermanagement GmbH die Zielsetzung der Aktion, die it´s OWL in Kooperation mit dem Fraunhofer IEM und der OstWestfalenLippe GmbH organisiert. Schirmherr ist Wirtschafts- und Digitalminister Prof. Dr. Andreas Pinkwart. Innerhalb von wenigen Tagen haben 19 Unternehmen konkrete Herausforderungen für den Makeathon entwickelt. Darunter sind beispielsweise Benteler, Bette, Claas, GEA, KEB Automation, Miele, Kraft Maschinenbau, Phoenix Contact, S & N Invent und WP Kemper.
Remote Services und Vertrieb, autonomes Fahren, Home Office
Die Bandbreite der Themen deckt dabei viele Aspekte ab, die für Unternehmen bundesweit während der Corona-Krise in den Fokus gerückt sind. So geht es beispielsweise in einer Challenge darum, Lösungen für digitale Services zu entwickeln, da während der Pandemie Dienstleistungen wie eine Inbetriebnahme von Maschinen aufgrund von Reisebeschränkungen und Kontaktverbot kaum möglich sind. Weitere Themen sind die Neugestaltung von Zuliefernetzwerken, die Digitalisierung des Vertriebs, Datentransparenz in der Produktion, autonomes Fahren für die Optimierung des Warenverkehrs und neue Kassensysteme für den Handel. Wie man Desinfektionsmaßnahmen sicher und komfortabel für viele Anwender bereitstellen kann, ist Thema einer weiteren Challenge. Darüber hinaus werden Ansätze gesucht, wie Home Office und Kinderbetreuung besser vereinbart und die Zusammenarbeit in der Produktentwicklung über unterschiedliche Standorte optimiert werden können. Zudem geht es darum, digitalisierte Unternehmensprozesse nachhaltig zu etablieren werden und junge Menschen für technische Berufe im industriellen Mittelstand zu gewinnen.
Konkrete Lösungen für diese Herausforderungen werden in interdisziplinären Teams erarbeitet. „Dafür suchen und brauchen wir kreative und engagierte Köpfe: Forscherinnen und Forscher, Studierende, Experten und Nachwuchskräfte aus Unternehmen, Start-ups, Netzwerker, Maker und Kreative, die ihre Kompetenzen und Erfahrungen einbringen. Der Makeathon ist eine große Gemeinschaftsaktion und soll Mut machen. Daher hoffen wir auf eine breite Beteiligung“, sagt Prof. Dr. Roman Dumitrescu, Geschäftsführer it‘s OWL Clustermanagement GmbH und Direktor am Fraunhofer IEM.
Interessierte können sich bis zum 24. Mai online für den Makeathon anmelden. Dabei können sie drei Challenges auswählen, die sie interessieren, und auch Partner angeben, mit denen sie zusammenarbeiten wollen. Auf dieser Grundlage werden die Teams zusammengestellt. Nach einer Einführung am 27. Mai um 18:00 Uhr geht es los: Zweit Tage Ideen spinnen und daraus konkrete Lösungen entwickeln. Die Herausforderung: Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer sind zu Hause und können nicht real miteinander agieren. Kommunikation läuft über Videokonferenztools und Chats. Die Teams werden von Experten aus den beteiligten Unternehmen betreut, die Moderation übernehmen Fachleute von Fraunhofer IEM, OWL GmbH, owl maschinenbau und pro Wirtschaft GT.
1 Mio. Euro für die Umsetzung der besten Idee
Die Ergebnisse werden aufbereitet und von einer hochkarätigen Jury bewertet. Jurymitglieder sind Sebastian Borek (Founders Foundation), Dr. Stefan Breit (Geschäftsführer Miele), Roland Bent (Geschäftsführer Phoenix Contact), und Prof. Dr. Otthein Herzog (Professor Universität Bremen), Prof. Ingeborg Schramm-Wölk (Präsidentin Fachhochschule Bielefeld und Vorsitzende Campus OWL). „Das Beste ist, dass wir die Umsetzung der Gewinneridee mit bis zu einer Million Euro fördern und dadurch die Idee in die Tat umsetzten können“, erläutert Dumitrescu. Dazu wird im Rahmen der it´s OWL Förderrichtlinie ein Verbundprojekt beim Land NRW beantragt.
Aber nicht nur deswegen lohnt sich die Teilnahme am Makeathon: „Die Teams können neue Methoden der Innovationsentwicklung ausprobieren sowie Impulse und Erfahrungen für die berufliche Zukunft sammeln. Sie können interessante Unternehmen und andere Teilnehmerinnen und Teilnehmer kennen lernen. Und natürlich die eigene Innovationsfähigkeit und Kreativität an spannenden Herausforderungen beweisen“, ist sich Korder sicher.
Weitere Informationen zu den 15 Challenges sowie und Anmeldungen unter: www.its-owl.de/horizonteowl

Mit dem OWL Gemeinschaftsstand auf der Hannover Messe präsentiert sich OstWestfalenLippe als Hightech-Standort und Vorreiter für Industrie 4.0. Da die Messe abgesagt ist, zeigen über 40 Unternehmen, Forschungseinrichtungen, Start-ups und Netzwerke ihre Innovationen jetzt unter www.its-owl.de/hannovermesse. Die digitale Innovationsschau wurde von der OstWestfalenLippe GmbH und owl maschinenbau organisiert. Ab dem 11. Mai können sich Interessenten darüber hinaus in Vorträgen über neue Technologien und deren Anwendungsfelder informieren. IHK-Präsident Wolf Dietrich Meier-Scheuven machte den über 200 Teilnehmerinnen und Teilnehmern bei der digitalen Eröffnung Mut: Innovationen und Netzwerke seien der Schlüssel für neue Horizonte nach der Corona Krise.
Der OWL Gemeinschaftsstand auf der Hannover Messe ist für Vertreter*innen aus Wirtschaft, Wissenschaft und Politik ein fester Anlaufpunkt. „Mit dem Spitzencluster it‘s OWL positioniert sich OstWestfalenLippe immer stärker als Hightech-Standort und als Lösungsanbieter für die digitale Transformation im Mittelstand. Der Gemeinschaftsauftritt ist dafür eine hervorragende Visitenkarte. Mit unserer digitalen Innovationsschau wollen wir der nationalen und internationalen Fachwelt zeigen, wie Wirtschaft und Wissenschaft gemeinsam die Potenziale für Künstliche Intelligenz erschließen“, erläutert Herbert Weber, Geschäftsführer der OstWestfalenLippe GmbH, die Motivation der digitalen Innovationsschau.
Zu den über 40 Ausstellern gehören unter anderem die Weltmarktführer Beckhoff, Böllhoff, Claas, Hettich, Lenze, Phoenix Contact und Wago, Start-ups sowie die Hochschulen und Fraunhofer-Einrichtungen. Sie präsentieren neue Ansätze in den Bereichen maschinelles Lernen, digitaler Zwilling, Plattformen und Robotik. „Der Messestand bietet Unternehmen und Forschungseinrichtungen eine hervorragende Möglichkeit, sich über neue technologische Entwicklungen und Anwendungen zu informieren und sich mit Experten auszutauschen. Das wollen wir auch mit dem digitalen Auftritt erreichen“, sagt Hans-Dieter Tenhaef, Geschäftsführender Gesellschafter MIT Moderne Industrietechnik GmbH und Vorstandssprecher owl maschinenbau.
Darüber hinaus bieten die Veranstalter vom 11. bis 18. Mai jeden Tag einen Vortrag an, bei dem sich Interessenten über Potenziale und Anwendungsfelder neuer Technologien informieren und mit Experten diskutieren können. Themenfelder sind Künstliche Intelligenz in der Produktentstehung, Big Data in der Produktion, digitaler Zwilling, zirkuläre Wertschöpfung und Open Innovation. Termine und Anmeldung unter www.its-owl.de/hannovermesse.
Erfolgsfaktoren nach Corona: Neue Technologien und Kräften bündeln
Dass die Ideen der Veranstalter funktionieren, zeigte die virtuelle Eröffnung der Innovationsschau am Donnerstag. Über 200 Vertreter*innen aus Unternehmen, Forschungseinrichtungen und Politik nahmen an der Videokonferenz teil. Wolf Dietrich Meier-Scheuven (Präsident IHK Ostwestfalen, Geschäftsführer BOGE Kompressoren und Clustersprecher Produktion.NRW) machte in seinem Lagebericht zu den Perspektiven des Industriestandorts OWL den Beteiligten Mut: „Ich sehe Chancen für kollaborative Plattformen und Wirtschaftsnetzwerke, die lokale und regionale Strukturen stärken – auch durch digitale Medien. Video-Konferenzen oder Digital Learning erleben einen ungeheuren Schub. Es ist erstaunlich in welch kurzer Zeit viele Unternehmen die Umstellung der Kommunikation über digitale Wege hinbekommen haben. Ich glaube, das bleibt. Wir werden auch nach Corona unseren Austausch mehr so organisieren und Zeit und Reisekosten sparen“, so Meier-Scheuven.
Forschung und Entwicklung sind seiner Ansicht nach wichtige Zukunftsfaktoren, werden aber zunächst einen Dämpfer bekommen. „Es ist den Unternehmen, denen Aufträge und Umsätze wegbrechen, nicht zu verübeln, wenn sie alle Aktivitäten einfrieren, die nicht notwendig für den kurzfristigen Geschäftserfolg sind. Das gilt leider auch für Entwicklungsarbeiten. Ich halte dazu Signale aus der Politik, z.B. über Innovationsförderprogramme, für wichtig, um diesen Dämpfer wieder aufzuholen, wenn das erste Chaos überwunden ist,“ ergänzt der IHK-Präsident.
KI Forschung und Maschinelles Lernen
Die Innovationsschau ist in sechs Themenfelder gegliedert: KI Forschung, Machine Learning durch intelligente Automatisierung, Maschinenbau, IT, Start-ups und Netzwerke. Besucherinnen und Besucher können sowohl nach Themenfeldern als auch nach Ausstellern recherchieren.
An den Hochschulen und Fraunhofer-Einrichtungen in OstWestfalenLippe arbeiten 350 Forscherinnen und Forscher in über 100 Projekten daran, Künstliche Intelligenz für die industrielle Wertschöpfung nutzbar zu machen. Sie zeigen an konkreten Anwendungsbeispielen Forschungsergebnisse in den Bereichen autonome Systeme und maschinelles Lernen, vorausschauende Wartung, kognitive Robotik und Assistenzsysteme. Das Institut für Kognition und Robotik (CoR-Lab) der Universität Bielefeld präsentiert beispielsweise ein kognitives Robotiksystem, mit dem Klemmen in Schaltschränken montiert werden. Das System kann dabei die Umgebung und Objekte eigenständig erkennen. So können unterschiedliche Montageaufgaben ohne zusätzlichen Programmieraufwand durchgeführt werden.
Maschinelles Lernen ist ein wichtiger Erfolgsfaktor für vernetzte Fertigung und neue Geschäftsmodelle. Treiber und Impulsgeber dabei sind die Weltmarktführer der Automatisierungstechnik. Im Spitzencluster entwickeln sie neue Lösungen, die zu erheblichen Optimierungen und Einsparungen führen. Lenze und Phoenix Contact präsentieren beispielsweise die Einsatzmöglichkeiten von digitalen Zwillingen, um die Effizienz und Produktivität von Maschinen und Anlagen zu verbessern. Anhand von Maschinenmodulen wird deutlich, wie herstellerübergreifend Informationen zwischen Komponenten, Maschinen und digitalen Diensten ausgetauscht werden. So können die Fachkräfte frühzeitig Anomalien im Betrieb der Maschinen erkennen und Ausfälle oder Produktionsfehler vermeiden.
Intelligente Maschinen und Schlüsselfaktor IT
Smart Services und digitale Plattformen spielen eine immer wichtigere Rolle Maschinenbau. Mittelständische Technologieführer zeigen, wie Maschinen und Wertschöpfungsketten in den Bereichen Möbel, Landmaschinen und Prozessindustrie miteinander vernetzt werden und welche Mehrwertdienste dadurch entstehen. Hettich Maschinentechnik zum Beispiel zeigt einen Prüfautomaten für Kleinteile, der zusammen mit Ceres Vision entwickelt wurde. Der Automat prüft mit Hilfe von Kameras die Bauteilgeometrien der Prüfteile. Bis zum 250 Teile pro Minute und mit einer 100 prozentigen Genauigkeit. Die Anlage arbeitet über einen längeren Zeitraum autonom und kann mit der Qualitätsmanagementsoftware verknüpft werden.
Die richtige IT-Lösung ist der Schlüssel für Prozessoptimierung und vernetzte Fertigung. Vor diesem Hintergrund engagieren sich immer mehr IT-Unternehmen in den Netzwerken, um gemeinsam mit produzierenden Unternehmen neue Ansätze zu entwickeln. Wie der Weg zu einer vollständigen Überwachung der Sicherheitsaspekte von sich selbst optimierenden Produktionssystemen aussehen kann, zeigen z.B. der TÜV Süd in Kooperation mit dem Fraunhofer IOSB-INA und anderen Partnern aus dem CIIT in Lemgo. Dabei arbeiten sie z.B. an modularen Zertifizierungen, einer erweiterten Risikobeurteilung und der Nutzung eines digitalen Zwillings zur Überwachung der Maschinensicherheit.
Neue Geschäftsmodelle und Netzwerke
Aus der Zusammenarbeit in den Netzwerken entstehen neue Geschäftsideen. Start-ups finden in OstWestfalenLippe ein optimales Umfeld. Neun Start-ups präsentieren ihre Ideen. Dabei geht es um Robotik in der Fertigung und Maschinenkommunikation, IT Sicherheit und Transportsysteme, intelligente Wärmeübertragung und Materialrecycling sowie den Einsatz von agilen Methoden im Innovationsmanagement. Das Paderborner Start-up Unchained Robotics hat beispielsweise eine automatisierte Steuerungssoftware für den Einsatz von Robotern in der Logistik entwickelt. Dadurch können die kollaborativen Roboter Verpackungen automatisiert und platzsparend transportieren.
Netzwerke bieten Unternehmen und Forschungseinrichtungen die Möglichkeit, neue Themenfelder gemeinsam zu erschließen. Bei owl maschinenbau kooperieren Betriebe in den Bereichen Strategie, Transfer, Einkauf und Personal. it´s OWL setzt den Fokus auf Forschung und Entwicklung für KI in der Produktion. Smart Food Technology bündelt die Kräfte für die digitale Transformation der lebensmittelverarbeitenden Industrie. Im Projekt CirQuality OWL unterstützen die fünf Brancheninitiativen die Unternehmen in der Region dabei, qualitativ hochwertige Produkte und Prozesse in geschlossenen biologischen und technischen Kreisläufen zu denken. So wird auch die Resilienz des wirtschaftlichen Handelns gesteigert. Die FMB – die Zuliefermesse Maschinenbau bietet vom 4.-6. November das größte Forum für den mittelständischen Maschinenbau. Die OstWestfalenLippe GmbH und WEGE verbessern die Standortqualität und profilieren die Region als Standort für Spitzentechnologie.

Der OWL Gemeinschaftsstand auf der Hannover Messe - organisiert von der OstWestfalenLippe GmbH und owl maschinenbau - ist die wichtigste Präsentation des Wirtschaftsstandorts OWL in Deutschland. Da die Messe abgesagt wurde, wollen wir die Innovationen der über 40 Aussteller in einer digitalen Leistungsschau präsentieren. Beteiligt sind unter anderem die Weltmarktführer Beckhoff, Böllhoff, Claas, Hettich, Lenze, Phoenix Contact und WAGO, Technologieführer aus dem Mittelstand sowie die Forschungseinrichtungen der Region, Start-ups und Netzwerke.
Die digitale Leistungsschau wird eröffnet am Donnerstag, 7. Mai, 15:30 bis 16:30 Uhr. Wolf D. Meier-Scheuven (IHK Präsident, Geschäftsführer BOGE Kompressoren und Clustersprecher Produktion.NRW) wird in einem Impulsvortrag die Bedeutung von Innovationen und Netzwerken für die wirtschaftliche Entwicklung in der Zeit nach der Corona-Krise betrachten. Darüber hinaus werden ausgewählte Innovationen der Leistungsschau in einem Video vorgestellt. Bitte melden Sie sich hier an. Die Veranstaltung findet als Videokonferenz über Zoom statt. Mit der Anmeldebestätigung erhalten Sie die Einwahldaten.

Bielefeld, 31. März 2020. Der Businessplan-Wettbewerb startklar OWL bietet Gründerinnen und Gründer Unterstützung bei der Ausarbeitung ihres Geschäftskonzepts. Interessenten können noch bis zu 13. April ihren Businessplan einreichen – und Preise bis zu 10.000 € gewinnen. Der Wettbewerb wird gemeinsam von Kammern, Wirtschaftsförderungseinrichtungen und Hochschulen in OWL unter der Koordination der OstWestfalenLippe GmbH durchgeführt und von den Sparkassen in OWL unterstützt. Teilnahmebedingungen und weitere Informationen unter www.startklar-owl.de.
Für startklar werden neue Geschäftskonzepte gesucht, mit denen sich Gründerinnen und Gründer erfolgreich auf den Märkten behaupten werden. Angesprochen sind Gründungsideen aus Industrie, Handwerk, Handel und Dienstleistung sowie Land- und Forstwirtschaft, aber auch aus Hochschulen und Forschungseinrichtungen in ganz Deutschland. „Mit startklar wollen wir junge Unternehmen dabei unterstützen, ihr Geschäftskonzept in einem Businessplan auf den Punkt zu bringen. Dazu können die Teilnehmer ein Handbuch nutzen und sich von persönlichen Lotsen beraten lassen. Alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer erhalten ein qualifiziertes Feedback zu ihrem Businessplan.“ erläutert Wolfgang Marquardt, Prokurist der OstWestfalenLippe GmbH, der Geschäftsstelle von startklar.
Attraktive Preise in unterschiedlichen Bereichen
Die Jury mit Fachleuten aus Wirtschaft, Wissenschaft und Kapitalgebern wird die eingereichten Businesspläne bewerten und die Preisträger in unterschiedlichen Kategorien auswählen. Um das Gründungsgeschehen in der Breite abzudecken, werden Preise in den drei Kategorien „Hightech und Forschung“, „Industrie, Handwerk und Dienstleistung“ sowie „Zukunft und Gesellschaft“ vergeben, deren Gewinner jeweils ein Preisgeld von 5.000 Euro erhalten. Darüber hinaus wird ein startklar-Gesamtsieger über alle drei Kategorien hinweg ausgezeichnet – dotiert mit einem Preisgeld von 10.000 Euro. Die Preisgelder werden von den Sparkassen in OWL bereitgestellt.
Der Businessplan-Wettbewerb richtet sich an Gründerinnen und Gründer, die noch kein Unternehmen gegründet haben, sowie an bestehende Unternehmen, sofern die Gründung nach dem 1. Januar 2018 erfolgt ist.
In der letzten Wettbewerbsrunde 2018 hatten 45 Teams einen Businessplan eingereicht. Gewinnerin Johanna Schäfermann von MSI Diagnostics hat startklar als wichtigen Meilenstein für die Gründung ihres Unternehmens empfunden: „Der startklar Wettbewerb hat unser Geschäftsvorhaben stark vorangetrieben. Eine große Bereicherung ist es, die Umsetzung der eigenen Idee detailliert zu durchdenken und zu einer Strategie zu entwickeln, die auch wirklich funktionieren kann. Wir können die Teilnahme absolut empfehlen!“ Die Ausgründung aus der Universität Bielefeld wurde für ein innovatives Konzept für biomedizinische Gewebeanalysen ausgezeichnet, die beispielsweise im Bereich der Tumorerkrankungen eingesetzt werden.
startklar-Partner
Fachhochschule Bielefeld, Fachhochschule des Mittelstands, Fachhochschule der Wirtschaft, Founders Foundation, Gesellschaft für Wirtschaftsförderung im Kreis Höxter, Handwerkskammer Ostwestfalen-Lippe, Industrie- und Handelskammer Ostwestfalen, Industrie- und Handelskammer Lippe, Interkommunale Wirtschaftsförderung Kreis Herford, it´s OWL, Kompetenzzentrum Frau und Beruf OWL, Kreis Lippe, Kreis Minden-Lübbecke, Kreis Paderborn, pro Wirtschaft GT, OstWestfalenLippe GmbH, Technische Hochschule Ostwestfalen-Lippe, TecUp Universität Paderborn, Universität Bielefeld, VDI Bezirksverein OWL, Wirtschaftsentwicklungsgesellschaft WEGE Bielefeld, Wirtschaftsförderungsgesellschaft Paderborn.
Hauptsponsor
Sparkassen in OstWestfalenLippe
Weitere Sponsoren
BDO Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, Handwerkskammer OWL, HLB Stückmann & Partner, IHK Ostwestfalen, IHK Lippe, IKK classic, Schüco, WAGO Kontakttechnik, Wortmann & Partner

Wie kann ich mich fit für die digitale Arbeitswelt machen? Die neue Webseite des Projekts Bildung 4.OWL der OstWestfalenLippe GmbH gibt einen Überblick über regionale Bildungsangebote für Schüler*innen, Studierende, Auszubildende und Weiterbildungsinteressierte.
Die Digitalisierung durchdringt zunehmend alle Wirtschaftsbranchen und Gesellschaftsbereiche. Damit verändern sich auch die Arbeits- und Lebenswelt der Menschen in OWL massiv. Um die Herausforderungen der digitalen Transformation meistern und ihre Chancen ergreifen zu können, sind neue Qualifikationen und Kompetenzen erforderlich. Abgesehen von einer digitalen Grundbildung variieren die Qualifikations- und Kompetenzanforderungen dabei jedoch deutlich: Menschen in verschiedenen Berufen, Positionen und Branchen benötigen zukünftig in unterschiedlichem Umfang und auf unterschiedlichen Niveaus Kompetenzen im Umgang mit verschiedenen Technologien, im Verständnis komplexer und vernetzter Prozesse und Produkte, in der Bewältigung stetigen und beschleunigten Wandels sowie in der Kooperation in heterogenen Teams. „Die veränderten Qualifikationsanforderungen“, so stellte das Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung 2018 in einer Metastudie für das MWIDE NRW fest, „erfordern Anpassungen auf allen Ebenen der Bildung; Schule, Ausbildung, Hochschule und Weiterbildung.“
In OWL gibt es bereits viele Angebote entlang der Bildungskette, die dazu beitragen wollen, Menschen fit für die digitale Transformation zu machen. Allerdings fehlt bislang ein systematischer Überblick: Wir haben einen großen und bunten Strauß an Angeboten, der für den Einzelnen und die Unternehmen kaum zu erschließen ist. Angesichts der Komplexität des Themas ist es daher schwierig, passgenaue Angebote zu identifizieren und auszuwählen. Das Projekt Bildung 4.OWL der OstWestfalenLippe GmbH möchte dazu beitragen, diese Lücke zu schließen und stellt auf der neuen Website bildung40-owl.de digitalisierungsbezogene Bildungsangebote entlang der gesamten Bildungskette vor.
Die Rubrik „Weiterbildung 4.0“ umfasst umfangreiche Lehrgänge (z.B. Digital Manager), weiterbildende und berufsbegleitende Studiengänge (z.B. M.Eng. Digitale Technologien), Lernorte (z.B. SmartFactoryOWL), Veranstaltungsübersichten und -datenbanken (z.B. DIGITAL.bewegt) sowie Weiterbildungsanbieter. Dazu kommen Informationen zu Projekten und Studien, die die Qualifizierungserfordernisse der digitalen Transformation ermitteln (z.B. Fit für Industrie 4.0) oder entsprechende Weiterbildungsangebote entwickeln (z.B. DIPA|Q). In der Rubrik „Ausbildung 4.0“ werden Zusatzqualifikationen (z.B. Digitale Fertigungsprozesse), weitere Lernorte (z.B. Lernfabrik Lippe 4.0) und Lernplattformen (z.B. Mobile Learning in Smart Factories) für Auszubildende präsentiert. Außerdem werden Projekte und Stiftungen gelistet, die sich mit Ausbildung 4.0 beschäftigen (z.B. Nachwuchsstiftung Maschinenbau) und für Ausbildungsinteressierte einige Informationen zu Ausbildungsberufen (z.B. zu neueren und angepassten Berufen) zusammengestellt. In der Rubrik „Studium 4.0“ geht es um digitalisierungsbezogene Lernorte (z.B. INProSys), Studiengänge (z.B. B.Sc. Data Science) sowie Forschungsprojekte und -gruppen (z.B. Denkfabrik Digitalisierte Arbeitswelt) an den Hochschulen der Region. In der Rubrik „Schule & Co. 4.0“ werden Angebote für Kinder und Jugendliche in den sieben Teilregionen vorgestellt. Im Mittelpunkt stehen dabei Angebote, in denen MINT-Berufe praktisch erlebbar werden (z.B. die Angebote der zdi-Zentren und -Schülerlabore). Querverlinkungen ermöglichen es den einzelnen Zielgruppen, auch in den anderen Rubriken Angebote zu finden, die für sie relevant sind.
Das Onlineangebot ist unter der Domain www.bildung40-owl.de zu erreichen und soll fortlaufend aktualisiert werden.

Mit dem OWL-Innovationspreis MARKTVISIONEN stellt die OstWestfalenLippe GmbH Innovationen von Unternehmen aus OWL ins Licht der Öffentlichkeit, um sie zu würdigen und neue Impulse zu setzen. Am 9. Januar 2020 wurden die Preisträger auf dem BildungsCampus Herford geehrt. Der Preis wird in drei Kategorien verliehen: Industrie und Handwerk, Zukunft gestalten und Start-up.
Als ersten Schritt werden in diesem Workshop die für den eigenen Businessplan relevanten Themen Markt, Wettbewerb und Markteintritt erarbeitet.
