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Regionalagentur OWL 12.10.2026

Landesweite Arbeitsmarktkonferenzen: Minister Laumann im Vor-Ort-Austausch über den Arbeitsmarkt in Ostwestfalen-Lippe

Vierte Arbeitsmarktkonferenz in Bielefeld

Im Rahmen seiner landesweiten Arbeitsmarktkonferenzen hat sich Arbeitsminister Karl-Josef Laumann am Freitag, 9. Oktober 2026, mit Unternehmen, Sozialpartnern, Wirtschaftsorganisationen und weiteren Arbeitsmarktakteurinnen und -akteuren aus Ostwestfalen-Lippe in Bielefeld getroffen. Im Mittelpunkt des Austauschs standen die Auswirkungen der Transformation auf Beschäftigung, die daraus entstehenden Qualifizierungsbedarfe sowie die Frage, wie Fachkräfte auch in Veränderungsprozessen möglichst in der Region gehalten werden können.

„Der Arbeitsmarkt in Nordrhein-Westfalen ist regional sehr unterschiedlich. Mir ist es deshalb wichtig, vor Ort mit Unternehmen, Beschäftigten und den weiteren Akteuren über ihre spezifische Situation und ihre Bedürfnisse zu sprechen. Ich will wissen: Wo gibt es Probleme und welche genau, aber auch, wo Chancen und Wachstumspotential liegen. Nur so können wir zu konkreten Ergebnissen kommen, was wir gemeinsam anpacken können – für einen Arbeitsmarkt, der Beschäftigten und Unternehmen Perspektiven bietet“, so Arbeitsminister Karl-Josef Laumann.

Ostwestfalen-Lippe ist eine wirtschaftsstarke Region mit einer ausgeprägten industriellen Basis und einem starken Mittelstand. Zugleich stehen viele Unternehmen vor tiefgreifenden Veränderungen. Digitalisierung und Automatisierung, veränderte Produktionsprozesse und wirtschaftlicher Anpassungsdruck verändern Tätigkeiten und Kompetenzanforderungen. Gleichzeitig bleibt die Sicherung von Fachkräften eine zentrale Herausforderung.

Arbeitsminister Laumann: „Die Beschäftigung in Ostwestfalen-Lippe ist im vergangenen Jahr leicht gestiegen. Gleichzeitig spürt diese starke Industrieregion den wirtschaftlichen und technologischen Wandel besonders. Teil dieser Entwicklung ist, dass Unternehmen geeignete Fachkräfte suchen. Wir müssen diese beiden Seiten des Arbeitsmarktes zusammenbringen. Wenn in einem Betrieb Stellen wegfallen, müssen wir frühzeitig klären: Welche Fähigkeiten bringen die Beschäftigten mit, was müssen sie dazulernen und wo werden sie gebraucht? Unser Ziel muss sein, Übergänge von Arbeit in Arbeit zu ermöglichen, bevor Arbeitslosigkeit entsteht. Dafür brauchen wir heute konkrete Verabredungen zwischen Unternehmen, Arbeitsverwaltung und regionalen Partnern.“

In Ostwestfalen-Lippe sind rund 891.000 Menschen sozialversicherungspflichtig beschäftigt. Gegenüber dem Vorjahr ist die Beschäftigung trotz der schwierigen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen um rund 3.000 Personen beziehungsweise 0,3 Prozent gestiegen. Besonders deutlich fiel der Zuwachs im Kreis Gütersloh mit 1,5 Prozent und im Kreis Lippe mit 1,2 Prozent aus.

Knapp 240.000 Menschen arbeiten in Ostwestfalen-Lippe im verarbeitenden Gewerbe. Damit entfällt gut jeder vierte sozialversicherungspflichtige Arbeitsplatz in der Region auf die Industrie. Während die Gesamtbeschäftigung gegenüber dem Vorjahr leicht gestiegen ist, sind im verarbeitenden Gewerbe innerhalb eines Jahres rund 1.500 sozialversicherungspflichtige Arbeitsplätze verloren gegangen.

Dirk Strangfeld, Geschäftsführer Regionaldirektion Nordrhein-Westfalen der Bundesagentur für Arbeit: „Ostwestfalen-Lippe ist traditionell eine starke Wirtschaftsregion. Dennoch zeigt sich, dass immer mehr Unternehmen Beschäftigung abbauen und gleichzeitig händeringend gefragte Fachkräfte suchen. Was auf den ersten Blick widersprüchlich erscheint, ist ein typisches Merkmal eines sich wandelnden Arbeitsmarktes. In einer immer komplexer werdenden Arbeitswelt brauchen die Unternehmen zunehmend sehr spezifisches Knowhow. Der Wandel der Arbeit ist daher in erster Linie ein Thema der beruflichen Bildung. Als Arbeitsagentur können wir hier Unternehmen, Beschäftigte und Arbeitsuchende gezielt beraten und mit Förderungen unterstützen. Der heutige Austausch mit den Arbeitgebenden liefert uns weitere wertvolle Informationen darüber, wie Ausbildungs- und Qualifizierungsinhalte in der Zukunft aussehen könnten und wie wir gemeinsam die Unterstützungsangebote in der Region noch besser an den Bedürfnissen der Unternehmen und der Menschen in Ostwestfalen-Lippe ausrichten können.“

Peter Eul, Präsident der Handwerkskammer Ostwestfalen-Lippe: „Im Handwerk wissen wir: Für qualifizierte Fachkräfte brauchen wir ein geeignetes und zukunftsfestes Bildungsangebot. Und deshalb bauen wir unsere Bildungsstätten in OWL kontinuierlich aus. Das beste Beispiel hierfür ist der Campus Handwerk in Bielefeld, den wir mit großzügiger Unterstützung der Landesregierung deutlich erweitern. Handwerkliche Bildung im Herzen des Oberzentrums Ostwestfalen-Lippes. Darauf können wir stolz sein.  Denn mit unserem Lehrangebot erreichen wir nicht nur junge Menschen in Bielefeld und Umgebung, sondern wirken auch über die regionalen Grenzen hinaus.“

Clea Stille, Geschäftsführung der DGB-Region Ostwestfalen-Lippe: „Der Arbeitsmarkt in Ostwestfalen-Lippe steht vor großen Herausforderungen und wir brauchen die richtigen Rahmenbedingungen und politischen Impulse, um unsere Region zukunftsfest zu gestalten damit nachhaltige Perspektiven für Beschäftigte und Betriebe entstehen. Wir müssen uns stark machen für eine höhere Tarifbindung, bessere Ausbildungsbedingungen und der Ausbeutung von Menschen weiterhin den Kampf ansagen. Für Arbeitnehmende sind aber nicht nur die Arbeitsbedingungen in einer Region entscheidend, sondern auch die Lebensbedingungen. Damit Arbeitnehmende langfristig eine Perspektive in Ostwestfalen-Lippe sehen, braucht es auch bezahlbaren Wohnraum, eine gut ausgebaute Infrastruktur und verlässliche Betreuungsstrukturen für Kinder und pflegebedürftige Angehörige.“

Hintergrundinformationen

Arbeitsminister Laumann besucht im Rahmen seiner Arbeitsmarktkonferenzen sechs Arbeitsmarktregionen Nordrhein-Westfalens: das Bergische Land, das Rheinland, das Ruhrgebiet, Ostwestfalen-Lippe, Südwestfalen und das Münsterland. Die gemeinsam mit der Regionaldirektion der Bundesagentur für Arbeit organisierten Austauschformate haben das Ziel, mit den Akteuren vor Ort frühzeitig Veränderungen am Arbeitsmarkt zu besprechen und auf diese zu reagieren. Im Mittelpunkt stehen die Themen Ausbildung, Qualifizierung und Weiterbildung, Fachkräftesicherung, Beschäftigtentransfer sowie eine bessere Verzahnung bestehender Unterstützungs- und Vermittlungsangebote für arbeitslose und von Arbeitslosigkeit bedrohte Menschen. Mit allen Arbeitsmarktkonferenzen will das Ministerium von einer Bestandsaufnahme zu konkreten Verabredungen für den Arbeitsmarkt der jeweiligen Region kommen. Die Konferenzen sind Teil der Fachkräfteoffensive NRW.

Die Arbeitsmarktkonferenz für Ostwestfalen-Lippe wurde von der Regionalagentur OWL organisiert.