Rückschau | Von der erlebnisbasierten Berufsorientierung zum Kulturscan – Wie Unternehmen für Nachwuchstalente zum Magneten werden
Wie Unternehmen für weibliche Nachwuchstalente zum Magneten werden
Was wäre, wenn Mitarbeitende montags nicht aus Pflichtgefühl zur Arbeit kämen, sondern weil sie an einer gemeinsamen Sache bauen wollen? Mit dieser positiven Utopie startete unser Webinar „Von der erlebnisbasierten Berufsorientierung zum Kulturscan – Wie Unternehmen für Nachwuchstalente zum Magneten werden" mit rund 35 Teilnehmenden. Die Referentin Lisa Wetzel, Expertin für Nachwuchsgewinnung und -bindung, wurde dabei von Eberhard Scharpf, Geschäftsführer von Scharpf Holzbau, unterstützt, der konkrete Einblicke aus der betrieblichen Praxis beisteuerte.
Zum Einstieg richtete Lisa Wetzel den Blick auf die junge Nachwuchsgeneration. Mit aktuell fast sechs Generationen am Arbeitsmarkt treffen unterschiedliche Prägungen und Wertehaltungen aufeinander. Sie wies darauf hin, das Ziel sollte dabei immer ein besseres Miteinander sein, nicht das Denken in Schubladen. Besonders differenziert fiel der Blick auf die Generation Z aus, die so viel arbeitet wie nie, zugleich aber häufig mit innerem Druck in die Ausbildung startet. Wer junge Menschen – und gerade junge Frauen – für sich gewinnen möchte, so Wetzel, muss diesen inneren Druck verstehen.
Wie moderne Berufsorientierung gelingt, zeigte sie anhand zweier Praxisbeispiele – praxisnah statt als reine Informationsweitergabe. Im Mittelpunkt stand das mit dem bundesweiten SCHULEWIRTSCHAFT-Preis 2025 ausgezeichnete Konzept von Scharpf Holzbau, das über mehrere Erlebnisstationen Berührungsängste abbaut und männlich geprägte Berufsbilder gezielt auch für weibliche Nachwuchskräfte attraktiv macht – mit einer jungen Auszubildenden als Anleiterin und Markenbotschafterin. Dass dieser Ansatz wirkt, zeigte die Evaluation eindrucksvoll: Dem Angebot eines Praktikums stimmten am Ende sogar mehr Mädchen als Jungen zu. Ein zweites Beispiel richtete den Blick darauf, wie sich Berufsbilder auch digital erlebbar machen lassen.
Doch wie gelingt es, dass Nachwuchskräfte – und insbesondere weibliche Fachkräfte – auch bleiben? Die Antwort von Lisa Wetzel war eindeutig: „Der Klebstoff ist Unternehmenskultur. Immer." Weil Kultur oft abstrakt bleibt, stellte sie ein selbst entwickeltes Tool vor, mit dem sich die gelebte Kultur im Team sichtbar und besprechbar machen lässt. Zum Abschluss blieb wie immer Zeit für Fragen und Austausch in der Diskussionsrunde.

Referentin: Lisa Wetzel, Expertin für Nachwuchsgewinnung, Projektmanagerin Kompetenzzentrum Frau und Beruf: Kim Lasche, unten: Eberhard Scharpf