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Kompetenzzentrum Frau und Beruf OWL 02.09.2026

Rückschau | Motivation ist nicht käuflich – warum die Benefit-Welle der letzten Jahre gerade zum Fluktuationsrisiko wird

Welche Benefits brauchen Beschäftigte wirklich – und wann wird aus einem attraktiven Angebot eine Selbstverständlichkeit? Mit diesen Fragen beschäftigte sich unser Webinar mit Maren Fischer rund 165 Personalverantwortlichen und Führungskräften.

In den vergangenen Jahren haben Unternehmen ihre betrieblichen Benefits deutlich ausgebaut: Jobräder, betriebliche Altersvorsorge, flexible Arbeitszeiten, Homeoffice, Weiterbildungen oder Gesundheitsangebote gehören vielerorts inzwischen zum Standard. Gleichzeitig zeigen Studien, dass nur rund 10 Prozent der Beschäftigten eine hohe emotionale Bindung an ihren Arbeitgeber aufweisen.

Maren Fischer machte deutlich: Mehr Benefits bedeuten nicht automatisch mehr Motivation. Entscheidend ist, die unterschiedlichen Bedürfnisse der Mitarbeitenden zu kennen und zwischen intrinsischer und extrinsischer Motivation zu unterscheiden. Was zunächst als attraktives Angebot gedacht ist, kann schnell zur Erwartung werden. Wird ein gewohnter Benefit anschließend gestrichen, wird dies häufig als Verlust oder sogar als Vertragsbruch wahrgenommen.

Im Mittelpunkt sollten deshalb andere Faktoren stehen: Zugehörigkeit, nachvollziehbare Veränderungen, sinnvolle Arbeit sowie Fairness und Verlässlichkeit. Gemeinsame Erlebnisse, gute Kommunikation und ein klares Verständnis der eigenen Arbeit können dabei oft mehr bewirken als ein weiterer Benefit.

Mit Hinblick auf weibliche Beschäftigte ist es wichtig beim Rückzug von Benefits vor allem Elemente, die zu einer guten Vereinbarkeit beitragen abzuwägen. Wer von heute auf Morgen wieder zurück ins Büro ruft und Homeoffice-Vereinbarungen streicht, kann Chaos verursachen, was Absprachen und Organisation im Bereich Care-Arbeit angeht. Hier kann es im schlimmsten Fall zu einer Abwanderung von Fachkräften kommen.

Referentin: Maren Fischer von workfive, Projektmanagerin Kompetenzzentrum Frau und Beruf: Kim Lasche 
Projektassisitenz Kompetenzzentrum FRau und Beruf, Astrid Lonnemann