ssssss

Am Dienstagabend wurden die Gewinner des Businessplan-Wettbewerbs startklar OWL 2026 bekanntgegeben, der von der OstWestfalenLippe GmbH in Kooperation mit 27 Partnern und mit Unterstützung der Sparkassen in OWL durchgeführt wurde. Gesamtsieger ist Breakomers aus Bielefeld.

startklar Businessplan-Wettbewerb 09.09.2026

Businessplan-Wettbewerb zeichnet innovative Geschäftskonzepte aus

Bielefeld, 9. September 2026. Am Dienstagabend wurden die Gewinner des Businessplan-Wettbewerbs startklar OWL 2026 bekanntgegeben, der von der OstWestfalenLippe GmbH in Kooperation mit 27 Partnern und mit Unterstützung der Sparkassen in OWL durchgeführt wurde. Gesamtsieger ist Breakomers aus Bielefeld. Das Start-up entwickelt eine Technologie, mit der sich Polyurethan-Schaumstoffe aus alten Matratzen chemisch zerlegen und wiederverwerten lassen. Der Preis in der Kategorie „Hightech und Forschung“ geht an AutoAquaControl aus Paderborn für einen energieautarken Sensor zur Erkennung von Wasserleckagen. In der Kategorie „Industrie, Handwerk und Dienstleistung“ überzeugte Wild.AF aus Detmold mit einer Lösung zur digitalen und rückverfolgbaren Vermarktung von Wildfleisch. BarricadiX aus Paderborn wurde in der Kategorie „Zukunft und Gesellschaft“ für eine KI-gestützte Lösung zur Risikoanalyse und Erstellung von Schutzkonzepten ausgezeichnet. Der Gesamtsieger erhält 10.000 Euro, die drei Kategoriesieger jeweils 5.000 Euro. Insgesamt hatten sich 79 Gründungsteams an der diesjährigen Wettbewerbsrunde beteiligt, von denen 54 einen Businessplan eingereicht haben.

„Start-ups und junge Unternehmen sorgen mit ihren Produkten und Dienstleistungen für eine hohe Dynamik in der regionalen Wirtschaft. OWL bietet dafür optimale Voraussetzungen. Unser Gründungsnetzwerk bietet Gründerinnen und Gründern passgenaue Unterstützung und Zugang zu potenziellen Kunden. Gemeinsam haben wir es in den vergangenen Jahren geschafft, die Zahl und Qualität der Gründungen in OWL zu erhöhen und die Region als Gründungsstandort sichtbar zu machen,“ resümiert Jörg Timmermann, der Vorsitzende der Gesellschafterversammlung der OstWestfalenLippe GmbH, im Rahmen der Preisverleihung. „startklar OWL ist ein wichtiger Baustein in diesem Gründungsnetzwerk. Wir freuen uns in diesem Jahre über eine Rekordbeteiligung. 54 Teams haben einen Businessplan eingereicht – so viele wie seit 2012 nicht mehr. Das ist ein hervorragendes Ergebnis und spiegelt die Innovationskraft unserer Region“, ergänzt Wolfgang Marquardt, Geschäftsführer der OstWestfalenLippe GmbH. Die OstWestfalenLippe GmbH führt den Wettbewerb gemeinsam mit 27 Partnern durch, darunter die IHKs und die Handwerkskammer, die Wirtschaftsförderungsrichtungen der Kreise sowie der Städte Bielefeld und Paderborn sowie die Hochschulen und Gründungsinitiativen der Region. Hauptsponsoren von startklar sind die Sparkassen in OWL.

 

Jury lobt Pioniergeist, Kreativität und Leidenschaft

Gleich elf Teams haben es ins Wettbewerbsfinale geschafft und der Jury ihr Konzept präsentiert. „Wir waren begeistert von der Vielzahl hochkarätiger Geschäftskonzepte. Die Geschäftsideen decken ein breites Themenspektrum ab: Dazu gehören etwa Lösungen für Künstliche Intelligenz, smartes Immobilienmanagement und automatisierte Wasserleckortung. Aber auch ein digitalisierter Wildfleischverkauf, neue Ansätze für das Recycling von Matratzen, ein Hochleistungsmikroskop und eine Maschine zur Entstaubung von Futterheu waren im Teilnehmerfeld vertreten. Die Gründerinnen und Gründer treiben ihre Ideen mit viel Pioniergeist, Kreativität und Leidenschaft voran“, erläutert Jurysprecher Markus Oesterley von der Stadtsparkasse Rahden. „Vor diesem Hintergrund ist der Jury die Entscheidung sehr schwergefallen. Die Sieger haben insbesondere durch ihr Alleinstellungsmerkmal, einen großen Kundennutzen, ein hohes Marktpotenzial und ein gutes Vertriebskonzept überzeugt. Wir sind uns aber sicher, dass sich viele weitere Geschäftskonzepte erfolgreich am Markt behaupten und den Wirtschaftsstandort OWL bereichern werden“, so Oesterley.

Der Businessplan-Wettbewerb startklar OWL wurde zum neunten Mal durchgeführt. Insgesamt haben an den sieben bisherigen Wettbewerbsrunden 688 Teams teilgenommen, 361 davon haben einen Businessplan zur Bewertung eingereicht.

 

Gesamtsieger: Breakomers

35 Millionen Matratzen landen jedes Jahr in Europa im Müll. Der darin enthaltene Polyurethan-Schaumstoff lässt sich bislang kaum recyceln und wird meist verbrannt. Das Bielefelder Start-up Breakomers will das ändern: Das Team hat Polyurethan-Schaumstoffe mit eingebauten Sollbruchstellen entwickelt, die sich am Ende ihrer Nutzungsdauer gezielt wieder in ihre Ausgangsbausteine zerlegen lassen.

Der Schlüssel liegt in den Molekülen: Statt herkömmlicher Monomere setzen die Gründer Dr. Kubilay Ceyhan, Christian Fabek, Paulo Wohlfahrt und Wirtschaftsingenieur Willy Zubert auf sogenannte Breakomers-Bausteine, die bereits bei der Herstellung eine chemische Bruchstelle mitbringen. Recycling wird damit nicht erst am Ende des Produktlebenszyklus mitgedacht, sondern bereits bei der Entwicklung des Materials. Die Zerlegung soll unter milden Bedingungen und mit deutlich weniger Energieaufwand als bei bisherigen Verfahren möglich sein. Für ihre Technologie haben die Gründer bereits ein Patent angemeldet.

Das Geschäftsmodell ist auf eine schnelle Skalierung ausgelegt: Über ein Plug-and-Play-Prinzip sollen bestehende Produktionsanlagen der Matratzen- und Polsterindustrie mit nur wenigen Anpassungen weitergenutzt werden können. Erste Gespräche mit Herstellern laufen bereits. Seit Ende 2025 wird das Team zudem mit rund 1,5 Millionen Euro aus dem EXIST-Forschungstransfer-Programm des Bundes unterstützt.

Dr. Kubilay Ceyhan, Paulo Wohlfahrt, Willy Zubert

 

Kategorie „Hightech und Forschung“: AutoAquaControl

Ein tropfendes Rohr im Flachdach oder eine undichte Stelle hinter einer Wand können lange unentdeckt bleiben und hohe Schäden verursachen. Das Paderborner Start-up AutoAquaControl will solche Wasserschäden frühzeitig erkennen: Dafür entwickelt das Team ein energieautarkes Sensorsystem, das Leckagen erkennt und meldet, bevor größere Schäden entstehen.

Herzstück ist ein patentierter Detektor, der bei Kontakt mit Wasser selbst die benötigte Energie erzeugt und seine Messwerte drahtlos an einen Empfänger überträgt – ganz ohne Batterie oder externen Stromanschluss. Da die Elektronik bis zur Detektion spannungsfrei bleibt, sollen Alterungseffekte vermieden werden. Das System ist darauf ausgelegt, mehr als 25 Jahre wartungsfrei zu arbeiten.

Ein Kontroll- und Ortungsgerät ergänzt die Sensoren und macht die Technologie für unterschiedliche Anwendungen nutzbar – von Regen- und Trinkwasser über Heizungs- bis hin zu Kühlkreisläufen. Entstanden ist die Technologie an der Universität Paderborn am Lehrstuhl für Sensorik von Prof. Dr.-Ing. J. Christoph Scheytt. Seit Oktober 2025 arbeitet das Team im Rahmen eines EXIST-Forschungstransfer-Projekts an der Marktreife der Entwicklung.

Dr. Angelika Endres-Fröhlich, Jan-Philipp Dupal u.a. / www.autoaquacontrol.com

 

Kategorie „Industrie, Handwerk und Dienstleistung“: Wild.AF GmbH & Co. KG

Wildfleisch stammt von Tieren, die ein freies Leben in der Natur geführt haben – dennoch ist Wild in Deutschland bislang ein Nischenprodukt. Das Detmolder Start-up Wild.AF will den Markt mit mehr Transparenz und einer direkten Verbindung zwischen Jägern, Verarbeitung und Kunden verändern.

Die Brüder Paul und Theodor Sürmann haben Wild.AF 2024 gegründet. Ihr Ansatz: Jedes Stück Wild lässt sich über einen QR-Code mit dem WildTracker® bis zur Postleitzahl seiner Herkunft zurückverfolgen. Das Fleisch wird direkt bei Jägern und Forstämtern in der Region abgeholt und im eigenen EU-zertifizierten Betrieb in Detmold verarbeitet – ohne Zwischenhändler. So sollen Kundinnen und Kunden nachvollziehen können, woher das Fleisch stammt und welchen Weg es genommen hat.

Mit der Digitalisierung will Wild.AF dem traditionellen Wildfleischmarkt ein modernes Vertrauensfundament geben. Die Gründer verstehen Wild dabei nicht als saisonales Produkt für besondere Anlässe, sondern als hochwertiges und transparent nachvollziehbares Lebensmittel, das seinen Platz auf dem alltäglichen Speiseplan finden kann.

Paul Sürmann, Theodor Sürmann / www.wildaf.de

 

Kategorie „Zukunft und Gesellschaft“: BarricadiX GmbH

Ein durchbrechendes Fahrzeug, ein ungeschütztes Zufahrtstor oder ein gefährdeter Bereich kritischer Infrastruktur: Viele Sicherheitsrisiken bleiben abstrakt, bis es zu spät ist. Das Paderborner Start-up BarricadiX macht solche Risiken sichtbar und entwickelt dafür eine KI-gestützte Plattform, die automatisiert normbasierte Risikoberichte und Schutzkonzepte erstellt.

Das System berechnet unter anderem Zufahrtsrisiken und Fahrzeugdynamik, gleicht diese mit Produktdaten ab und erstellt daraus belastbare Schutzkonzepte. Auch die für Genehmigungen oder Fördermittel erforderlichen Unterlagen können automatisiert erstellt werden. Was bislang häufig aufwendige Vor-Ort-Begehungen, Gutachten und Abstimmungsschleifen erfordert, soll so in einem durchgängigen digitalen Workflow abgebildet werden.

Die Gründer Dr. Paul Eichwald, Valentin Antipin und Manuel Granseuer richten die Lösung an Veranstaltungen, kritische Infrastrukturen und andere sicherheitskritische Bereiche. BarricadiX war bereits im DefenseTech-Inkubator.NRW vertreten und erprobt seine Software gemeinsam mit Partnern aus Verwaltung, kritischer Infrastruktur und Event-Sicherheit im praktischen Einsatz.

Dr. Paul Eichwald, Valentin Antipin, Manuel Granseuer / www.barricadix.de

 

Weitere Infos zum Wettbewerb unter www.startklar-owl.de.

 

Bildunterzeile: Wurden für Ihre Geschäftskonzepte ausgezeichnet (mit Trophäe, v. l.): Dr. Angelika Endres-Fröhlich (Team AutoAquaControl), Dr. Paul Eichwald (Team Barricadix GmbH), Dr. Kubilay Ceyhan (Team Breakomers) und Theodor Sürmann (Team Wild.AF). (Foto: OWL GmbH/Stork-Media)

Hier können Sie das Pressefoto herunterladen.

 

Pressekontakt

OstWestfalenLippe GmbH
Marius Vinnemeier
Tel. 0521 96733-231
m.vinnemeier@owl.gmbh 
www.ostwestfalenlippe.de

 

Über die OstWestfalenLippe GmbH – Gesellschaft zur Förderung der Region

Die OstWestfalenLippe GmbH ist ein Gemeinschaftsunternehmen der Kreise Gütersloh, Herford, Höxter, Lippe, Minden-Lübbecke und Paderborn und der kreisfreien Stadt Bielefeld sowie von Wirtschaft und Wissenschaft in OWL. Aufgabe ist es, die Region Ostwestfalen-Lippe, mit Blick auf den nationalen und internationalen Wettbewerb, als eine bekannte Marke und als führender Wirtschafts- und Transformationsstandort mit hoher Lebensqualität zu positionieren. Um dies zu erreichen, wird Standort-, Marken-, Fachkräfte- und Tourismusstrategie in Form einer langfristigen Strategie konsequent zusammengebracht.